Innenministerium, GefÀhrder

Innenministerium: 35 «GefÀhrder» seit 2021 abgeschoben

20.06.2024 - 07:30:07

Seit der Messerattacke von Mannheim sprechen Politiker wieder vermehrt ĂŒber die Abschiebung von Schwerstkriminellen und «GefĂ€hrdern». Unmöglich sind die zur Zeit, wenn es um Syrer oder Afghanen geht.

Seit 2021 sind nach Angaben der Bundesregierung 35 sogenannte GefÀhrder aus Deutschland abgeschoben worden. 129 auslÀndische «GefÀhrder» halten sich nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden derzeit in Deutschland auf, davon haben 100 in der Vergangenheit einen Asylantrag gestellt. Das geht aus der Antwort des Innenministeriums auf eine Frage der Abgeordneten Sahra Wagenknecht hervor.

Nach der tödlichen Messerattacke eines Afghanen auf einen Polizisten in Mannheim Ende Mai hatte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) angekĂŒndigt, die Abschiebung von Schwerstkriminellen und «GefĂ€hrdern» nach Afghanistan und Syrien wieder ermöglichen zu wollen. Das Innenministerium prĂŒft, ob Abschiebungen in diese Staaten, mit denen Deutschland keine Beziehungen unterhĂ€lt, ĂŒber Nachbarstaaten laufen könnten.

Wer sind «GefÀhrder»?

«GefĂ€hrder» sind Menschen, denen die Polizei schwere politisch motivierte Straftaten bis hin zu TerroranschlĂ€gen zutraut. Mit der Frage, wie auslĂ€ndische «GefĂ€hrder» aus Deutschland abgeschoben oder ferngehalten werden können, befasst sich die Arbeitsgruppe «Status» im Gemeinsamen Terror- und Abwehrzentrum. Auf die dort bearbeiteten FĂ€lle bezieht sich die Antwort an Wagenknecht, die den Zeitraum vom 1. Januar 2021 bis zum 11. Juni 2024 umfasst. Demnach sind dort 146 GefĂ€hrder bekannt, davon 60 aus Syrien, 13 aus dem Irak und zwölf aus Tadschikistan. Von den 146 seien die genannten 129 mutmaßlich in Deutschland. Von diesen wiederum hĂ€tten 39 einen asylrechtlichen Schutzstatus, bei 30 «GefĂ€hrdern» gelte ein Abschiebeverbot, in 22 FĂ€llen sei der Asylantrag abgelehnt beziehungsweise der Schutzstatus widerrufen worden, neun seien im Asylverfahren.

Kritik vom BSW und der AfD

«Mit Blick auf islamistische GefĂ€hrder ist Bundeskanzler Scholz ein Vielredner und Wenigtuer», meinte Wagenknecht. Wer ein Sicherheitsrisiko darstelle, mĂŒsse abgeschoben werden, unabhĂ€ngig vom Herkunftsland.

Die von Scholz angekĂŒndigte Abschiebeoffensive mĂŒsse endlich in die Tat umgesetzt werden, sagte der AfD-Abgeordnete Leif-Erik Holm. «Wer bei uns straffĂ€llig wird, hat sein Aufenthaltsrecht verwirkt.»

Auf eine Frage Holms nach AuslĂ€ndern in deutschen Haftanstalten, teilte das Justizministerium ihm mit, Ende MĂ€rz 2023 seien 24.259 Nichtdeutsche inhaftiert gewesen. Wie eine Sprecherin des Justizministeriums unter Berufung auf Daten des Statistischen Bundesamtes mitteilte, gab es zu diesem Zeitpunkt insgesamt 58.571 Gefangene und Verwahrte in Justizvollzugsanstalten, einschließlich Untersuchungshaft, Abschiebehaft und Zivilhaft. 1943 Personen seien am Stichtag vorĂŒbergehend abwesend gewesen.

@ dpa.de