FrĂŒhere RAF-Terroristin Klette ab MĂ€rz vor Gericht
04.02.2025 - 10:40:31Die frĂŒhere RAF-Terroristin Daniela Klette steht bald wegen 13 RaubĂŒberfĂ€llen vor dem Landgericht Verden. Die Verhandlung beginnt am 25. MĂ€rz im Staatsschutzsaal des Oberlandesgerichts Celle, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte. Ermittler werfen der 66-jĂ€hrigen Klette versuchten Mord, unerlaubten Waffenbesitz sowie versuchten und vollendeten schweren Raub vor.
Taten ohne terroristischen Hintergrund
Schon seit vielen Jahren ermittelt die Staatsanwaltschaft Verden gegen Klette und ihre mutmaĂlichen Komplizen Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg. Ende Februar 2024 nahmen EinsatzkrĂ€fte die ehemalige RAF-Terroristin in Berlin-Kreuzberg fest, wo sie unter falschem Namen lebte. Nach den anderen beiden VerdĂ€chtigen wird weiter gefahndet.
Das Trio gehörte der sogenannten dritten Generation der linksextremistischen Roten Armee Fraktion (RAF) an. 1998 erklĂ€rte sich die RAF, die mehr als 30 Menschen tötete, fĂŒr aufgelöst. Die nun zu verhandelnden Taten haben keinen terroristischen Hintergrund, wie die Ermittler betonen.
ĂberfĂ€lle in mehreren BundeslĂ€ndern
Das Trio Klette, Staub und Garweg soll zwischen 1999 und 2016 Geldtransporter und SupermĂ€rkte in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein ĂŒberfallen haben, um ihr Leben im Untergrund zu finanzieren. Bei den Taten sollen sie 2,7 Millionen Euro erbeutet haben. Laut Anklage bedrohten sie ihre Opfer mit Schusswaffen oder Elektroschockern. Klette war den Angaben nach meist die Fahrerin des Fluchtautos.
Umstritten ist die Anklage wegen versuchten Mordes im Zusammenhang mit einem Ăberfall in Stuhr sĂŒdlich von Bremen. Das Trio soll im Juni 2015 mehrfach auf einen Geldtransporter geschossen haben. Zwei SchĂŒsse drangen dabei in die Fahrerkabine ein, die Geldboten blieben unverletzt. Die Staatsanwaltschaft wertet die SchĂŒsse als Mordversuch, das Oberlandesgericht Celle sieht keinen dringenden Tatverdacht wegen versuchten Mordes. Die Verteidigung betonte wiederholt, dass nicht gezielt auf den Fahrer des Geldtransporters geschossen worden sei.
Kein Platz im Landgericht Verden
Die Ermittler werfen Klette zudem VerstöĂe gegen das Waffengesetz und das Kriegswaffenkontrollgesetz vor. In ihrer Berliner Wohnung wurden unter anderem eine Kalaschnikow und eine Panzerfaustgranate gefunden. Die 66-JĂ€hrige sitzt seit ihrer Festnahme im FrauengefĂ€ngnis in Vechta. Die Untersuchungshaft wurde bereits einmal verlĂ€ngert.
Aus PlatzgrĂŒnden kann die Verhandlung nicht im Landgericht Verden stattfinden. Das Gericht weicht deshalb auf den Staatsschutzsaal des Oberlandesgerichts Celle aus, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte. Ab Sommer soll der Fall im Landkreis Verden verhandelt werden.
Weitere Ermittlungen der Bundesanwaltschaft
Gegen Klette, Staub und Garweg bestehen auch Haftbefehle wegen des Verdachts der Beteiligung an TerroranschlÀgen. Die oberste Anklagebehörde in Deutschland, die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe, wirft Klette versuchten Mord in zwei FÀllen sowie MittÀterschaft bei Sprengstoffexplosionen bei drei AnschlÀgen der RAF in der Zeit von Februar 1990 bis MÀrz 1993 vor. Die Mitgliedschaft in der terroristischen Vereinigung RAF an sich ist inzwischen verjÀhrt.
FĂŒr die Ermittlungen zu den TerroranschlĂ€gen ist die Bundesanwaltschaft zustĂ€ndig. Zu diesem Komplex wird eine weitere Anklage erwartet. Das Verfahren wird getrennt von dem Prozess vor dem Landgericht Verden gefĂŒhrt werden.


