MĂ€nner, Verdacht

Drei MĂ€nner wegen Verdacht der Sabotage fĂŒr Russland gefasst

14.05.2025 - 11:03:32

Seit lĂ€ngerem warnen Experten vor russischer Spionage und Sabotage. Die Bundesanwaltschaft lĂ€sst nun drei mutmaßliche Agenten festnehmen. Sie sollen zu AnschlĂ€gen bereit gewesen sein.

Die Bundesanwaltschaft hat in Köln, Konstanz und der Schweiz drei MĂ€nner wegen mutmaßlicher AgententĂ€tigkeit festnehmen lassen. Sie sollen sich gegenĂŒber mehreren mutmaßlich von Russland beauftragten Personen bereiterklĂ€rt haben, Brand- und SprengstoffanschlĂ€ge auf den GĂŒtertransport in Deutschland zu begehen, wie die Karlsruher Behörde mitteilte. Zuvor hatte der «Spiegel» berichtet. 

Die Ukrainer sollten laut Bundesanwaltschaft «arbeitsteilig von Deutschland aus an EmpfĂ€nger in der Ukraine Pakete mit Spreng- oder Brandvorrichtungen versenden, die sich wĂ€hrend des Transports entzĂŒnden wĂŒrden». Einer von ihnen habe Ende MĂ€rz in Köln zwei Testpakete aufgegeben, in denen sich unter anderem GPS-Tracker befanden.

Festnahmen in Köln, Konstanz und der Schweiz

Die erste Festnahme erfolgte den Angaben zufolge am 9. Mai in Köln. Der zweite Beschuldigte wurde einen Tag spĂ€ter in Konstanz festgenommen. Beide MĂ€nner wurden bereits dem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe vorgefĂŒhrt und sitzen in Untersuchungshaft. 

Der dritte Mann wurde gestern im Kanton Thurgau in der Schweiz festgenommen. Er soll nach seiner Überstellung aus der Schweiz in Karlsruhe vorgefĂŒhrt werden. Alle drei Beschuldigten sind ukrainische Staatsangehörige. Die beiden in Deutschland festgenommenen jungen MĂ€nner gingen, soweit bisher bekannt, keiner beruflichen TĂ€tigkeit nach.

Die Bundesanwaltschaft fĂŒhrt das Verfahren nach eigenen Angaben wegen der «besonderen Bedeutung». Die Ermittlungen fĂŒhrt das Bundeskriminalamt.

Experten warnen vor russischer Sabotage

Der Bundesnachrichtendienst (BND), der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Carsten Breuer, und das Bundesamt fĂŒr Verfassungsschutz (BfV) haben in den vergangenen Monaten mehrfach vor russischer Sabotage und Spionage gewarnt. Der inzwischen ausgeschiedene frĂŒhere BfV-PrĂ€sident, Thomas Haldenwang, hatte im Herbst gesagt, bei einem mutmaßlich von Russland initiierten Brand eines Luftfrachtpakets sei Deutschland im Juli nur knapp an einem Flugzeugabsturz vorbeigeschrammt. 

Es sei nur einem glĂŒcklichen Zufall zu verdanken, dass das Paket damals noch am Boden im DHL-Logistikzentrum Leipzig und nicht wĂ€hrend des Fluges in Brand geraten sei, sagte Haldenwang. Nach dpa-Informationen bestand der glĂŒckliche Zufall darin, dass der Weiterflug des aus dem Baltikum stammenden Frachtpakets sich in Leipzig verzögerte. Das Paket hatte einen Brandsatz enthalten, der dort zĂŒndete und einen Frachtcontainer in Brand setzte.

Zunahme russischer Spionage

«Wir beobachten ein aggressives Agieren der russischen Nachrichtendienste», sagte der damalige Behördenleiter. Besonders Spionage und Sabotage durch russische Akteure hĂ€tten in Deutschland zugenommen - und zwar «sowohl quantitativ als auch qualitativ». Im MĂ€rz verwies der Verfassungsschutz dann auf mehrere Beispiele fĂŒr mutmaßliche Sabotage aus den vergangenen Monaten - dazu zĂ€hlten auch VorfĂ€lle auf deutschen Kriegsschiffen, zu denen die Ermittlungen noch laufen. 

Der BfV-VizeprĂ€sident, Sinan Selen, sprach bei einer Veranstaltung zum Wirtschaftsschutz von fast tĂ€glichen DrohnenflĂŒgen ĂŒber MilitĂ€ranlagen und Unternehmen. Dabei gehe es nicht um «Spielzeugdrohnen», betont er. Selen erinnert auch an den Brand in einer Halle in Großbritannien, in der Starlink-Equipment fĂŒr die Ukraine gelagert worden sei. Die Zuordnung zu einem auslĂ€ndischen Nachrichtendienst sei im Einzelfall manchmal schwierig, rĂ€umt der BfV-Vize ein. Schon die Summe derartiger Ereignisse sorge allerdings dafĂŒr, dass es auch ihm schwerfalle, an ZufĂ€lle zu glauben.

@ dpa.de