Wachstumspaket, Einigung

Mehrheit fĂŒr Wachstumspaket – aber keine echte Einigung

21.02.2024 - 22:50:59

Seit Wochen ringen Ampel und Union um ein milliardenschweres Wachstumspaket fĂŒr Unternehmen. Im Vermittlungsausschuss kommt es zwar zum Ergebnis – doch eine Zustimmung steht weiter auf der Kippe.

Im Ringen um ein Wachstumspaket fĂŒr Unternehmen hat die Ampel-Koalition den Druck auf die Union erhöht. Zwar kam es im Vermittlungsausschuss von Bundesrat und Bundestag am Abend nicht zu einer echten Einigung. Der Ausschuss nahm mit den Stimmen der Ampel-Mehrheit aber ein Verhandlungsergebnis zum Wachstumschancengesetz an. Weil die Union nicht zustimmte, kommt es nun zum Showdown am 22. MĂ€rz im Bundesrat. Dann wird erneut ĂŒber das umstrittene Gesetz abgestimmt.  

Die Ampel-Regierung habe zugesagt, mit der Landwirtschaft weitere GesprĂ€che ĂŒber Entlastungen zu fĂŒhren, sagte BundesratsprĂ€sidentin Manuela Schwesig nach Ende der Beratungen in Berlin. Die Union hatte ihre Zustimmung zu dem Gesetz daran geknĂŒpft, dass die Ampel die Streichung beim Agrardiesel zurĂŒcknimmt. CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt sagte, er habe kein Vertrauen, dass die Ampel bis zum 22. MĂ€rz substanzielle Entlastungen fĂŒr die Landwirtschaft vorlege.

Wachstumspaket nur noch Light-Variante ursprĂŒnglicher PlĂ€ne

Der Bundesrat hatte das Wachstumspaket mit dem Argument blockiert, LĂ€nder und Kommunen mĂŒssten einen Großteil der Kosten und SteuerausfĂ€lle schultern. In ersten GesprĂ€chen strichen die Verhandlungspartner das Volumen der Entlastungen daraufhin bereits von einst geplanten sieben Milliarden Euro jĂ€hrlich auf 3,2 Milliarden Euro zusammen. Übrig blieb im Grunde nur eine Light-Variante der ursprĂŒnglichen PlĂ€ne. Auch eine PrĂ€mie fĂŒr Investitionen in den Klimaschutz wurde bereits gekippt, die ursprĂŒnglich als Kern des Gesetzes galt.

SPD-gefĂŒhrte LĂ€nder zeigten sich mit der abgespeckten Lösung zufrieden, die Union jedoch machte fĂŒr ihre Zustimmung eine zusĂ€tzliche Bedingung: SPD, GrĂŒne und FDP mĂŒssten auf die vom Bundestag bereits beschlossene Streichung der SteuervergĂŒnstigung beim Agrardiesel fĂŒr Landwirte verzichten. WĂ€hrend Koalitionspolitiker kritisierten, die beiden Themen hĂ€tten nichts miteinander zu tun, argumentierten Unionspolitiker, beide Male gehe es um Lasten fĂŒr die Wirtschaft.  

Dobrindt: Chance vertan

Es sei eine Chance vertan worden, sagte Dobrindt nach den Verhandlungen. Es könne nicht ein Teil der Wirtschaft, nĂ€mlich die Landwirtschaft, belastet werden. Die Möglichkeit, eine BrĂŒcke zu bauen, sei vertan worden. Er bedauere das ausdrĂŒcklich.

Das Wachstumschancengesetz sieht eine Reihe von steuerlichen Erleichterungen fĂŒr Firmen und eine Beschleunigung von Genehmigungsverfahren vor. Unter anderem sollen bessere steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten den kriselnden Wohnungsbau ankurbeln. Zur Förderung von Investitionen soll eine sogenannte degressive Abschreibung eingefĂŒhrt werden. FĂŒr kleine und mittlere Unternehmen soll die Sonderabschreibung substanziell verbessert werden. Forschung und Entwicklung von Unternehmen soll ebenfalls stĂ€rker steuerlich gefördert werden. 

@ dpa.de