Ohne Mbappé: Frankreich-Nullnummer gegen Niederlande
21.06.2024 - 22:56:14Kylian MbappĂ© pustete auf Bank tief durch, dann schlurfte der Superstar der Ăquipe Tricolore mit der Maske in der Hand auf den Rasen und klatschte mit Bondscoach Ronald Koeman ab. Beim 0:0 gegen die Niederlande schmorte der 25-JĂ€hrige in Leipzig zuvor 90 Minuten auf der Bank und musste von dort mit ansehen, wie seine Teamkollegen vier Tage nach seinem Nasenbeinbruch zu viele Chancen vergaben - und dann GlĂŒck hatten, dass ein Treffer der Elftal wegen einer Abseitspostion nicht gegeben wurde.
Vor 40.000 Zuschauern verpassten sowohl die Franzosen als auch die NiederlÀnder den vorzeitigen Einzug in das Achtelfinale, nachdem beide ihren Auftakt gewonnen hatten.
«Ich hatte zwei super Chancen, die bleiben dir in den FĂŒĂen hĂ€ngen und das ist schon schade. Gearbeitet haben wir, in der Defensive waren wir gut, taktisch waren wir gut. Es fehlt einfach nur dieses verdammte Tor fĂŒr die Angreifer», sagte Frankreichs StĂŒrmer Antoine Griezmann. «Wir haben insgesamt gut gespielt, wir hatten gute Chancen und haben gut verteidigt. Die EnttĂ€uschung kommt daher, dass wir nicht schon heute den Deckel drauf gemacht haben», sagte N'Golo KantĂ©, der erneut zum Spieler des Spiels gewĂ€hlt wurde.
In der schweren Gruppe D kommt es damit erst am Dienstag zur Entscheidung, wenn Frankreich (4 Punkte) gegen die punktlosen und nun bereits ausgeschiedenen Polen und die Elftal (4) gegen Ăsterreich (3) antritt. Allerdings haben beide Favoriten eine sehr gute Ausgangsposition.
Erste Chance der NiederlÀnder nach nicht mal einer Minute
Trotz Maske und Training reichte es fĂŒr MbappĂ© dann doch nicht zu einem Einsatz, was auch einen Umbau der Mannschaft nach dem 1:0 gegen Ăsterreich erforderte. Trainer Didier Deschamps schickte also Antoine Griezmann, diesmal auch der KapitĂ€n, noch weiter in den Angriff. Flankiert wurde der Edeltechniker von den beiden ehemaligen Bundesliga-Profis Marcus Thuram und Ousmane DembĂ©lĂ©.
Doch waren es nicht die Franzosen, die fĂŒr die erste starke Szene der Partie sorgten. Nach nur 57 Sekunden wĂ€ren beinahe die NiederlĂ€nder in FĂŒhrung gegangen und das durch eine Bundesliga-Co-Produktion. Xavi Simons von RB Leipzig spielte auf seinem Heim-Terrain den Ball auf Jeremie Frimpong. Der Angreifer von Double-Gewinner Bayer Leverkusen - neu in der Elftal im Vergleich zum 2:1 gegen Polen - scheiterte aber an Frankreichs Keeper Mike Maignan.
Griezmann wirbelt, aber trifft nicht
Es blieb turbulent und intensiv - in der Anfangsphase entwickelte sich ein rasantes Spiel mit hohem Unterhaltungswert. Mittendrin immer wieder Griezmann. Zuletzt schon leicht angesÀuert, weil er nicht so zentral gespielt hatte, wie er es mag, wirbelte er trotz einer Art Sonderbewachung ordentlich durch die niederlÀndischen Defensivreihen.
Nur vorm Tor klappte es nicht: Zuerst scheiterte er an Torwart Bart Verbruggen (4.), dann trat er aus sechs Metern in allerbester Position ĂŒber den Ball (14.), ehe er kurz danach auch noch knapp daneben zielte (15.) und es mit seinen 1,76 Metern sogar mit einem Kopfball kurz vor der Pause versuchte.
Knapp 30 Minuten machten beide Mannschaften Druck, die NiederlĂ€nder hatten nach der ganz frĂŒhen Frimpong-Chance die zweite starke Szene in der 16. Minute. Aber auch gegen Cody Gakpo war Maignan zur Stelle. Auf dem hohen Niveau ging es aber nicht weiter, es schlichen sich immer wieder Abspielfehler auf beiden Seiten ein, ehe es in die Pause ging.
Franzosen vergeben zu viele Chancen
Auch beim Wiederanpfiff stand MbappĂ© nicht auf dem Platz, beide Trainer wechselten nicht. Als Deschamps sechs Spieler zum AufwĂ€rmen schickte, war er auch nicht dabei. Die NiederlĂ€nder begannen druckvoller. An das Niveau der Anfangsphase kam die Partie zwar nicht ran, Chancen gab es dennoch - allerdings fĂŒr die stĂ€rker werdenden Franzosen: In der 60. fĂŒr Thuram, drei Minuten danach fĂŒr den neu in die Startelf gerĂŒckten AurĂ©lien TchouamĂ©ni. Und nicht mal 120 Sekunden spĂ€ter war es wieder Griezmann, der den Ball nicht reinmachte und danach war es DembĂ©lĂ©, der nicht genau genug zielte.
Stattdessen traf Simons. Und das vor der Kurve der Oranje-Fans. Der Jubel kam aber zu frĂŒh. Der Videoschiedsrichter ĂŒberprĂŒfte die Szene. Bierbecher flogen. Mehr als zwei Minuten spĂ€ter stand fest: Kein Tor. Teamkollege Denzel Dumfries stand im Abseits, weil er Frankreichs Keeper im Weg gestanden hatte. Es blieb beim 0:0 - dem ersten bei diesem Turnier.









