Deutschland, Gesundheit

Arbeitgeber gegen spÀtere Krankschreibungen

12.10.2025 - 15:06:06

Sollten die Regeln gelockert werden, ab welchem Tag man bei Krankheit eine Bescheinigung im Job vorlegen muss? Der KassenÀrzte-Chef hat das vorgeschlagen. Nun reagieren die Arbeitgeber.

  • Der Arbeitgeber-FunktionĂ€r Kampeter wirft dem KassenĂ€rzte-Chef vor, die Diskussion in eine falsche Richtung zu lenken. - Foto: Michael Kappeler/dpa

    Michael Kappeler/dpa

  • Soll eine Krankschreibung wirklich erst nach dem vierten Tag nötig sein? Die Arbeitgeber sind dagegen. - Foto: Sebastian Kahnert/dpa

    Sebastian Kahnert/dpa

Der Arbeitgeber-FunktionÀr Kampeter wirft dem KassenÀrzte-Chef vor, die Diskussion in eine falsche Richtung zu lenken. - Foto: Michael Kappeler/dpaSoll eine Krankschreibung wirklich erst nach dem vierten Tag nötig sein? Die Arbeitgeber sind dagegen. - Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Die Arbeitgeber weisen Überlegungen der KassenĂ€rztlichen Bundesvereinigung (KBV) zurĂŒck, BeschĂ€ftigten bei einer Erkrankung ein etwas lĂ€ngeres Fehlen auch ohne Krankschreibung zu ermöglichen. «Eine pauschale VerlĂ€ngerung der Karenzzeit wĂŒrde die Arbeitgeberseite zusĂ€tzlich belasten, ohne die strukturellen Probleme zu lösen», sagte der HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer der Bundesvereinigung der Deutschen ArbeitgeberverbĂ€nde (BDA), Steffen Kampeter, der Deutschen Presse-Agentur. 

KBV-Chef Andreas Gassen hatte im Redaktionsnetzwerk Deutschland angeregt, dass generell erst nach dem vierten oder fĂŒnften Krankheitstag eine Ă€rztliche Bescheinigung vorgelegt werden muss. Vorgeschrieben ist es derzeit, wenn BeschĂ€ftigte lĂ€nger als drei Kalendertage arbeitsunfĂ€hig sind, also am vierten Tag. Im Gesetz steht außerdem: «Der Arbeitgeber ist berechtigt, die Vorlage der Ă€rztlichen Bescheinigung frĂŒher zu verlangen.» Gassen kritisierte, dies produziere Abertausende Arztbesuche, die nicht zwingend notwendig seien.

Kampeter sagte, es brauche eine stĂ€rkere Patientensteuerung. «Nur so kann unser Gesundheitswesen leistungsfĂ€hig, treffsicher und bezahlbar bleiben.» Der Vorschlag der KBV greife jedoch zu kurz. Die Arbeitgeber unterstĂŒtzen Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) in ihren Überlegungen, die Ausgaben gezielt zu senken. «Die Ärzteorganisationen sollten daran konstruktiv mitwirken und nicht durch Nebelkerzen die Debatte in die falsche Richtung lenken.»

@ dpa.de

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