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SoVD-Umfrage zur Miete: Hohe Wohnkosten zwingen Mehrheit zum Verzicht

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 12:00 Uhr | presseportal, AD HOC NEWS
Berlin - Hohe Wohnkosten setzen immer mehr Menschen finanziell unter Druck. Das zeigt eine aktuelle Civey-Umfrage im Auftrag des SoVD. Mehr als die HĂ€lfte der befragten Mieterinnen und Mieter mĂŒssen sich in anderen Lebensbereichen finanziell stark einschrĂ€nken, um Miete und Nebenkosten bezahlen zu können. Rund 20 Prozent mĂŒssen sich sogar sehr stark einschrĂ€nken. Besonders betroffen sind jĂŒngere Menschen: Rund zwei Drittel der 18- bis 29-JĂ€hrigen und 60 Prozent der 30- bis 39-JĂ€hrigen geben an, sich wegen ihrer Wohnkosten stark einschrĂ€nken zu mĂŒssen. FĂŒr SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier sind die Zahlen ein deutlicher Handlungsauftrag an die Politik: "Wohnen darf nicht zum Armutsrisiko werden. Wir brauchen mehr dauerhaft bezahlbaren und barrierefreien Wohnraum, wirksamen Mieterschutz und ein starkes Wohngeld."
SoVD-Umfrage zur Miete: Hohe Wohnkosten zwingen Mehrheit zum Verzicht - Bild: presseportal.de

Wie tief die hohen Wohnkosten inzwischen in persönliche Lebensentscheidungen eingreifen, zeigt ein weiteres Ergebnis der Umfrage: Fast die HĂ€lfte der befragten Personen hat wegen hoher Wohnkosten bereits konkrete LebensplĂ€ne geĂ€ndert oder aufgegeben. Mehr als ein Viertel der Befragten hat ihre Wohnungswahl angepasst, rund 20 Prozent die Wahl des Wohnortes. 10 Prozent gaben sogar an, wegen der Wohnkosten ihre Familienplanung verĂ€ndert zu haben. Bei jungen Menschen sind die Auswirkungen besonders deutlich: 40 Prozent der 18- bis 29-JĂ€hrigen haben ihre Wohnungswahl verĂ€ndert, 30 Prozent ihre Wohnortwahl und 20 Prozent den Auszug aus dem Elternhaus verschoben. Bei den 30- bis 39-JĂ€hrigen hat fast jede vierte Person ihre Familienplanung angepasst. Engelmeier erklĂ€rt: "Wenn hohe Wohnkosten darĂŒber entscheiden, wo Menschen leben, wann sie aus dem Elternhaus ausziehen oder ob sie ihre Familienplanung verwirklichen können, lĂ€uft etwas grundsĂ€tzlich schief. Eine eigene Wohnung, FamiliengrĂŒndung und die freie Wahl des Wohnortes dĂŒrfen nicht zu Privilegien werden."

Auch die Höhe der eigenen Miete wird von Vielen kritisch gesehen: Fast die HĂ€lfte der befragten Mieterinnen und Mieter hĂ€lt ihre derzeitige Miete fĂŒr zu hoch. Bei den unter 40-JĂ€hrigen sind es rund sechs von zehn. Gleichzeitig gehen 61 Prozent der Befragten nicht davon aus, dass Mieten und Wohnkosten kĂŒnftig allgemein bezahlbarer werden.

Der SoVD fordert deshalb, Mietpreissteigerungen wirksamer zu begrenzen und deutlich mehr öffentliche Mittel fĂŒr den sozialen und gemeinnĂŒtzigen Wohnungsbau mit öffentlichen und gemeinnĂŒtzigen TrĂ€gern erheblich auszubauen und deutlich mehr dauerhaft bezahlbare und barrierefreie Wohnungen zu schaffen. Kritisch sieht der Verband auch die geplanten Einschnitte beim Wohngeld. Engelmeier warnt: "Dass ausgerechnet in einer Zeit hoher Wohnkosten beim Wohngeld gespart werden soll, ist das falsche Signal. FĂŒr viele Menschen ist das Wohngeld unverzichtbar, um ihre Miete bezahlen zu können und nicht in Armut abzurutschen. Solange die Politik steigende Mieten nicht wirksam begrenzt, darf sie die finanziellen Folgen nicht auf die Mieterinnen und Mieter abwĂ€lzen. Wir brauchen daher beides: einen wirksamen Schutz vor ĂŒberhöhten Mieten und ein starkes Wohngeld fĂŒr diejenigen, die darauf angewiesen sind."

Noch detaillierte Ergebnisse und unsere Forderungen finden Sie HIER.

Zur Methodik: Civey hat fĂŒr Sozialverband Deutschland vom 24.09.2026 bis 01.10.2026 online 2.500 Mietende und 5.000 BundesbĂŒrger:innen ab 18 Jahren befragt. Die Ergebnisse sind aufgrund von Quotierungen und Gewichtungen reprĂ€sentativ unter BerĂŒcksichtigung des statistischen Fehlers von 2,6 bis 4,0 Prozentpunkten beim jeweiligen Gesamtergebnis. Weitere Informationen zur Methodik finden Sie hier.

Pressekontakt:

SoVD-Bundesverband
Pressestelle
Constantin Schwarzer
Stv. Pressesprecher (V.i.S.d.P.)
Stralauer Str. 63
10179 Berlin
Tel.: 030/72 62 22 335
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