SozialverbÀnde, Gesundheits-Kioske

SozialverbÀnde kritisieren geplante Gesundheits-Kioske

26.03.2024 - 18:31:54

SozialverbÀnde haben die geplanten "Gesundheits-Kioske" des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) kritisiert.

"Das Problem ist richtig erkannt, aber die Lösung ĂŒberzeugt nicht", sagte die Vorstandsvorsitzende des Sozialverbands Deutschland (SoVD), Michaela Engelmeier, der "Welt" (Mittwochausgabe). "Es besteht die Gefahr, dass durch die Kioske unnötige und kostenintensive Doppelstrukturen entstehen. Anstatt zusĂ€tzliche Stellen zu schaffen, sollten die bestehenden Strukturen und Netzwerke gestĂ€rkt werden durch Investitionen, Ausbaumaßnahmen und engere Vernetzung", so Engelmeier.

"Zudem bindet jeder Gesundheitskiosk FachkrĂ€fte, etwa die Leitung des Gesundheitskiosks durch eine Pflegefachkraft, die an anderer Stelle dringend benötigt werden, zum Beispiel in Praxen oder KrankenhĂ€usern in der Region." Die PrĂ€sidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, warnte, die Einrichtung von Gesundheits-Kiosken dĂŒrfe nicht dazu fĂŒhren, "dass andere Beratungsstellen wie die Suchtberatung oder die UnabhĂ€ngige Patientenberatung vernachlĂ€ssigt werden". Der gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Bundestag, Andrew Ullmann, nannte die Idee einen "massiven Kostentreiber", dessen Mehrwert in der gesundheitlichen Versorgung noch ungeklĂ€rt sei. Eine zusĂ€tzliche Belastung der Beitragszahler lehne man entschieden ab. "Sollten die Kioske im Kabinettsentwurf Bestand haben, werden wir in der Koalition noch viel diskutieren mĂŒssen." Die Gesundheits-Kioske wurden am Montag mit dem Referentenentwurf des "GesundheitsversorgungsstĂ€rkungsgesetzes" (GSVG) vom BMG vorgestellt. Sie sollen in sozial und strukturell benachteiligten Regionen Anlaufstellen fĂŒr niedrigschwellige Beratung zu Gesundheitsthemen sein und eine Lotsenfunktion durch das System bieten. Finanziert werden sie grĂ¶ĂŸtenteils von den LandesverbĂ€nden der gesetzlichen Krankenkassen und den Ersatzkassen.

@ dts-nachrichtenagentur.de