Ermittlungsverfahren nach Islamisten-Festnahme eingeleitet
25.10.2023 - 08:59:07Nach der Festnahme eines islamistischen GefĂ€hrders in Duisburg hat die DĂŒsseldorfer Generalstaatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Dabei gehe es um den «Verdacht der Verabredung zu einem Verbrechen - Mord», teilte ein Sprecher mit. Der Mann sei vorlĂ€ufig festgenommen worden, die VorwĂŒrfe wĂŒrden geprĂŒft, ebenso seine VorfĂŒhrung vor den Haftrichter.
Es lĂ€gen Erkenntnisse vor, dass der Beschuldigte zu einer Person im Ausland «in strafrechtlich relevanter Weise in Kontakt gestanden habe». Der Mann sei 2017 vom Oberlandesgericht DĂŒsseldorf zu fĂŒnf Jahren Jugendstrafe wegen Mitgliedschaft in der Terrorgruppe Islamischer Staat verurteilt worden und habe die Haft vollstĂ€ndig verbĂŒĂt.
Polizei: «Hinweise auf mögliches Anschlagsszenario»
SpezialkrÀfte hatten den Mann am Dienstag in seiner Wohnung in Gewahrsam genommen. In den Polizeieinsatz war auch die gemeinsame Terrorabwehrzentrale des Bundes und der LÀnder involviert. Nach Angaben der Polizei Essen hatte es zuvor «Hinweise auf ein mögliches Anschlagsszenario» gegeben.
Dies bekrĂ€ftigte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) heute abermals. «Nach allem, was wir wissen, handelt es sich um einen EinzeltĂ€ter», sagte Reul in DĂŒsseldorf.
Ăber 50 Polizisten seien im Einsatz gewesen, darunter auch Spezialeinheiten. «Ein polizeibekannter islamistischer GefĂ€hrder, der unter Terrorverdacht stand, befindet sich seit gestern im Gewahrsam der Polizei», sagte er. «Es gab Hinweise, dass dieser Mann einen Anschlag plant.» Bei einer ersten Auswertung der bei ihm beschlagnahmten DatentrĂ€ger seien weitere Anhaltspunkte entdeckt worden.
Rechtsanwalt Mutlu GĂŒnal sagte der Deutschen Presse-Agentur, er habe mit seinem Mandanten telefoniert: «Er möchte sich derzeit auf mein Anraten schweigend verteidigen und steht fĂŒr eine Vernehmung nicht zur VerfĂŒgung.» Sein Mandant habe an einem Aussteigerprogramm teilgenommen. Der Erfolg sei ihm damals ausdrĂŒcklich bescheinigt worden. Der 29-jĂ€hrige Syrien-RĂŒckkehrer war 2017 als IS-Terrorist zu fĂŒnf Jahren Jugendhaft verurteilt worden.
Hinweis von einem auslÀndischen Nachrichtendienst
Nach dpa-Informationen soll sich der Mann darĂŒber informiert haben, wie man mit einem Lastwagen in eine Versammlung fĂ€hrt. Hinweise auf einen unmittelbar bevorstehenden Anschlag habe es aber nicht gegeben.
Laut «Spiegel» soll der Hinweis von einem auslĂ€ndischen Nachrichtendienst gekommen sein. Die Behörden hĂ€tten befĂŒrchtet, dass der VerdĂ€chtige einen Lkw einsetzen könnte, zu dem er leichten Zugang habe.
Die Durchsuchungen in der Wohnung seien in der Nacht zum Mittwoch abgeschlossen worden, sagte ein Polizeisprecher. «Wir ermitteln weiter mit Hochdruck.»
Trotz der Festnahme sieht Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) keine VerÀnderung der GefÀhrdungslage in Deutschland. «Wir haben keine erhöhte, konkrete GefÀhrdung», versicherte sie in Berlin. Gleichzeitig betonte die Ministerin: «Wir beobachten das sehr genau - gerade jetzt in diesen Zeiten.» Mit Blick auf die Lage im Nahen Osten seien alle Sicherheitsbehörden alarmiert.


