Steinmeier-Nachfolge: Grüne fordern von Merz mehr Professionalität
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 15:27 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSBundesversammlung wartet auf Unionsvorschlag
- Katharina Dröge fordert von Bundeskanzler Friedrich Merz mehr Professionalität bei der Suche nach Steinmeiers Nachfolger.
- Die Grünen verlangen eine Frau mit bundesweiter Bekanntheit und Anerkennung für das Amt.
- Dröge verweist auf die verbindende Funktion der Bundespräsidentenwahl in polarisierten Zeiten.
Grüne fordern professionellere Steinmeier-Nachfolge
Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge erwartet von Bundeskanzler Friedrich Merz bei der Suche nach einem Nachfolger für Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier „mehr Professionalität“. Öffentliche Namensstreitigkeiten von CDU und CSU seien dem Amt und den möglichen Kandidatinnen nicht angemessen.
Dröge wirbt für Kandidatin
Dröge sagte, nach mehr als sieben Jahrzehnten mit ausschließlich männlichen Amtsinhabern sei es Zeit für eine Frau. Von Merz erwarte sie einen Vorschlag für eine Frau, die bundesweite Bekanntheit und Anerkennung besitze.
In polarisierten Zeiten sei die Bundespräsidentenwahl wichtiger denn je, sagte die Grünen-Fraktionschefin. Sie biete die Chance, eine Person zu wählen, die Menschen über Parteigrenzen hinweg verbinde.
Union berät über mehrere Namen
In der Union wird über die Nachfolge Steinmeiers beraten. Die CSU unterstützt die Präsidentin des Bayerischen Landtags, Ilse Aigner, während auch die hessische CDU-Fraktionschefin Ines Claus als mögliche Kandidatin genannt wird.
Merz hat sich bislang nicht auf einen Namen festgelegt. Die Suche nach einem gemeinsamen Vorschlag von CDU, CSU und SPD bleibt damit ein zentraler Schritt vor der Wahl des Staatsoberhaupts.
Die Debatte über die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier hat sich in kurzer Zeit von einer parteiinternen Personalfrage zu einer Auseinandersetzung über das Verfahren entwickelt. Friedrich Merz hat angekündigt, gemeinsam mit den Parteivorsitzenden von CSU und SPD einen Vorschlag zu suchen. Eine Festlegung der CDU liegt bislang nicht vor.
Parteien ringen um gemeinsamen Vorschlag
Die CSU unterstützt die Präsidentin des Bayerischen Landtags, Ilse Aigner. Zugleich wird die hessische CDU-Fraktionschefin Ines Claus als mögliche Kandidatin genannt. Damit stehen innerhalb der Union unterschiedliche Namen im Raum. Auch aus der SPD wurde zuletzt Unterstützung für Aigner signalisiert.
Die Grünen verbinden ihre Kritik am Verfahren mit einer grundsätzlichen Forderung: Erstmals seit mehr als sieben Jahrzehnten soll eine Frau das höchste Staatsamt übernehmen. Für die Grünen wäre entscheidend, dass eine Kandidatin über parteipolitische Grenzen hinweg Anerkennung findet und das Amt in einer polarisierten Gesellschaft als verbindendes Element ausüben kann.
Wahlkollegium entscheidet
Der Bundespräsident wird von der Bundesversammlung gewählt. Sie setzt sich aus den Mitgliedern des Bundestags und einer gleichen Zahl von Delegierten der Länder zusammen. Deshalb braucht ein gemeinsamer Kandidat nicht nur Rückhalt in einer Regierungspartei, sondern eine Mehrheit über mehrere politische Lager hinweg. Die Personalentscheidung erhält dadurch auch Bedeutung für das Verhältnis zwischen Union, SPD, Grünen und den Ländern.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
tagesschau: „Nachfolge für Steinmeier: Merz beharrt auf CDU-Vorschlagsrecht“ (28.10.2026)
Der Beitrag bestätigt den Streit über das Verfahren und stellt Merz’ Anspruch auf das Vorschlagsrecht der CDU heraus. Als zusätzlichen Schwerpunkt nennt er die Unterstützung der CSU für Ilse Aigner.
ZDFheute: „Bundespräsident: Kanzler Merz äußert sich zu Steinmeier-Nachfolge“ (28.10.2026)
Der Bericht ordnet ein, dass die CDU über Steinmeiers Nachfolge berät, sich aber noch nicht festgelegt hat. Damit liegt der Schwerpunkt stärker auf dem offenen Entscheidungsprozess als auf einzelnen Personalnamen.
Beide Beiträge beschreiben eine noch nicht abgeschlossene Kandidatensuche. Unterschiede ergeben sich vor allem beim Schwerpunkt: Im Vordergrund stehen einerseits das Vorschlagsrecht der CDU, andererseits der fehlende endgültige Personalentscheid.
