BundesprÀsidentenwahl, Friedrich Merz

Steinmeier-Nachfolge: Merz will eine Frau vorschlagen

Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 18:35 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Bundeskanzler Friedrich Merz legt sich erstmals auf eine Frau als Nachfolgerin von Frank-Walter Steinmeier fest. Vor einer möglichen Vorentscheidung will er GesprĂ€che mit CDU und CSU fĂŒhren und auch die GrĂŒnen einbeziehen.

Union bereitet die Bundesversammlung vor

  • Friedrich Merz will der CDU eine gemeinsame Kandidatin aus der politischen Mitte vorschlagen.
  • Die Bundesversammlung entscheidet am 30. Januar ĂŒber die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier.
  • Eine Vorentscheidung in den CDU-Gremien ist fĂŒr den kommenden Montag möglich.
Bundeskanzler Merz hat sich auf eine Frau im höchsten Staatsamt festgelegt. - Bild: Kay Nietfeld/dpa

Merz legt Richtung bei Steinmeier-Nachfolge fest

Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich bei der Nachfolge von BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier erstmals öffentlich fĂŒr eine Frau ausgesprochen. Bei einer nicht-öffentlichen CDU-Kreisvorsitzendenkonferenz in Berlin kĂŒndigte er an, der Partei eine gemeinsame Kandidatin aus der politischen Mitte vorschlagen zu wollen.

CDU beansprucht Vorschlagsrecht

Merz pocht darauf, dass das Vorschlagsrecht bei der CDU als stĂ€rkster Kraft in der Bundesversammlung liegt. Die CSU unterstĂŒtzt die bayerische LandtagsprĂ€sidentin Ilse Aigner, fĂŒr die es auch UnterstĂŒtzung aus Reihen der SPD und der GrĂŒnen gibt.

Die Bundesversammlung entscheidet am 30. Januar ĂŒber die Nachfolge Steinmeiers. Neben Aigner werden aus der CDU BundestagsprĂ€sidentin Julia Klöckner, Bildungsministerin Karin Prien, die frĂŒhere Parteichefin und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer sowie die hessische Fraktionsvorsitzende Ines Claus als mögliche Kandidatinnen genannt.

MĂ€nner aus dem Rennen

Bisher waren auch Hessens MinisterprĂ€sident Boris Rhein, der PrĂ€sident des Bundesverfassungsgerichts Stephan Harbarth und dessen frĂŒherer PrĂ€sident Udo di Fabio im GesprĂ€ch. Nach Merz' Festlegung auf eine Frau dĂŒrften sie keine Chance mehr haben.

Union und SPD haben Mehrheit

Union und SPD verfĂŒgen in der Bundesversammlung ĂŒber eine Mehrheit von etwa 50 Stimmen. Das Gremium besteht aus den 630 Bundestagsabgeordneten und ebenso vielen Wahlleuten der LĂ€nder.

Eine Vorentscheidung könnte in der Sitzung der CDU-Gremien am kommenden Montag fallen. Bis dahin will Merz mit den Landesvorsitzenden der CDU und mit der CSU sprechen, um zunÀchst einen gemeinsamen Vorschlag der Unionsparteien zu erreichen.

Die BundesprĂ€sidentenwahl ist in Deutschland eine Aufgabe der Bundesversammlung. Sie besteht aus den Mitgliedern des Bundestages und einer gleich großen Zahl von Vertreterinnen und Vertretern der LĂ€nder. Die Wahl findet ohne Aussprache statt; entscheidend sind deshalb parteiĂŒbergreifende Mehrheiten und eine vorherige VerstĂ€ndigung ĂŒber eine Kandidatur.

Mit seiner Festlegung verlagert Friedrich Merz die Debatte von der grundsĂ€tzlichen Frage nach möglichen Bewerbern auf die Auswahl einer gemeinsamen Kandidatin. FĂŒr die Union ist dabei zunĂ€chst das VerhĂ€ltnis zwischen CDU und CSU entscheidend: Die CSU unterstĂŒtzt Ilse Aigner, wĂ€hrend Merz auf dem Vorschlagsrecht der CDU als stĂ€rkster Kraft in der Bundesversammlung besteht.

Mehrheit und GesprÀche

Union und SPD verfĂŒgen laut dpa-Meldung ĂŒber eine Mehrheit von etwa 50 Stimmen. Das erleichtert eine Wahl, ersetzt aber nicht die Abstimmung innerhalb der Union und die GesprĂ€che mit weiteren Parteien. Merz will ausdrĂŒcklich auch die GrĂŒnen in die Kandidatensuche einbeziehen.

FĂŒr die politische Wirkung der Entscheidung ist außerdem der Zeitplan maßgeblich. Die CDU-Gremien könnten am kommenden Montag eine Vorentscheidung treffen; zuvor stehen GesprĂ€che mit den CDU-Landesvorsitzenden und der CSU an. FĂŒr Leserinnen und Leser bedeutet das: Eine endgĂŒltige Entscheidung fĂ€llt erst mit der Wahl der Bundesversammlung am 30. Januar, die parteipolitische Weichenstellung beginnt jedoch bereits in den kommenden Tagen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv: „Altkanzlerin Merkel soll BundesprĂ€sidenten mitwĂ€hlen“ (02.11.2026)

Der Artikel ordnet die laufende Benennung der Wahlleute ein und verweist auf die fĂŒr den 30. Januar geplante Wahl. Einen anderen Schwerpunkt setzt er auf Angela Merkel als mögliche Wahlfrau und auf die Zusammensetzung der Bundesversammlung.

Stern: „Treffen der Kreisvorsitzenden: Alarmstufe 'dunkelrot': Kanzler trifft auf verĂ€rgerte Basis“ (02.11.2026)

Der Beitrag beschreibt die angespannte Stimmung in der CDU und behandelt die BundesprÀsidentenfrage als eines von mehreren Themen der Kreisvorsitzendenkonferenz. Im Mittelpunkt steht dort stÀrker der innerparteiliche Druck auf Merz; die Kandidatinnenfrage bleibt als offener Konflikt zwischen CDU und CSU sichtbar.

Beide BeitrĂ€ge verorten die Wahl im Vorfeld der Bundesversammlung. Unterschiedliche Schwerpunkte liegen bei der Zusammensetzung des Wahlgremiums und bei der innerparteilichen Auseinandersetzung ĂŒber den Kurs der CDU.

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