Friedrich Merz, Steinmeier-Nachfolge

Steinmeier-Nachfolge: Von Lucke sieht Merz politisch geschwÀcht

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Der Politikwissenschaftler Albrecht von Lucke hĂ€lt die Suche nach einem Nachfolger fĂŒr Frank-Walter Steinmeier fĂŒr politisch problematisch fĂŒr Friedrich Merz. Besonders der Vorstoß von CSU-Chef Markus Söder zugunsten von Ilse Aigner setzt den Kanzler unter Druck.

Die Kandidatensuche im Unionsstreit

  • Albrecht von Lucke kritisiert Friedrich Merz fĂŒr den Umgang mit der Suche nach einer Steinmeier-Nachfolge.
  • Merz befindet sich fĂŒr eine Woche in Asien, wĂ€hrend die Spekulationen ĂŒber die Nachfolge zunehmen.
  • Markus Söder brachte die bayerische LandtagsprĂ€sidentin Ilse Aigner als Kandidatin ins GesprĂ€ch.
Albrecht von Lucke (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Von Lucke sieht Merz bei Steinmeier-Nachfolge geschwÀcht

Der Politikwissenschaftler Albrecht von Lucke sieht Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bei der Suche nach einer Nachfolge fĂŒr BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier bereits politisch angeschlagen. „Mit der Merz-Reise ins Ausland werden die Spekulation weiter ins Kraut schießen und nichts spricht dafĂŒr, dass der Kanzler sie wieder einholen beziehungsweise einhegen kann“, sagte von Lucke der „Rheinischen Post“.

Merz reist eine Woche durch Asien

Merz hĂ€lt sich derzeit fĂŒr eine Woche in Asien auf. Von Lucke bezeichnete die Nominierung eines BundesprĂ€sidenten als heikle und keineswegs einfache machtpolitische Entscheidung.

Söder bringt Aigner ins Spiel

Nach EinschĂ€tzung des Politikwissenschaftlers ist Merz die Besetzung einer wichtigen Personalie „wieder einmal“ entglitten, weil er die Kandidatenfindung zu lange habe laufen lassen. Dadurch habe der CDU-Chef anderen ermöglicht, in die LĂŒcke zu springen.

Von Lucke verwies dabei auf CSU-Chef Markus Söder, den er als machtpolitisch wesentlich ausgebuffter bezeichnete. Söder brachte die bayerische LandtagsprĂ€sidentin Ilse Aigner als mögliche Kandidatin fĂŒr die Nachfolge Steinmeiers ins GesprĂ€ch.

Von Lucke erwartet Nachteile fĂŒr den Kanzler

Der Politikwissenschaftler sieht darin fatale Folgen fĂŒr Merz. Was der Kanzler nun auch unternehme, werde ihn nach dieser EinschĂ€tzung nicht gestĂ€rkt erscheinen lassen.

Die Situation hĂ€tte Merz „bereits im Keim ersticken können und mĂŒssen, wenn er denn rechtzeitig eine Kandidatin aufgeboten hĂ€tte“, sagte von Lucke, der als Redakteur der „BlĂ€tter fĂŒr deutsche und internationale Politik“ arbeitet.

Die Nachfolge von BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier entwickelt sich zu einer frĂŒhen Machtprobe innerhalb der Union. Steinmeiers Amtszeit endet 2027; gewĂ€hlt wird das Staatsoberhaupt von der Bundesversammlung. Damit berĂŒhrt die Personalie nicht nur das Amt im Schloss Bellevue, sondern auch das KrĂ€fteverhĂ€ltnis zwischen Bundeskanzleramt, CDU und CSU.

Union ringt um gemeinsamen Vorschlag

Markus Söder hat Ilse Aigner als mögliche Kandidatin ins GesprĂ€ch gebracht. Aigner ist PrĂ€sidentin des Bayerischen Landtags und gehört der CSU an. Der Vorstoß verschafft der bayerischen Schwesterpartei politischen Einfluss auf eine Entscheidung, bei der der Kanzler traditionell eine zentrale Rolle beanspruchen kann.

Die aktuelle Debatte zeigt zugleich, dass die Regierungsparteien unterschiedliche Interessen verfolgen. WĂ€hrend aus mehreren politischen Lagern Zustimmung fĂŒr Aigner kommt, hĂ€lt sich die CDU mit einer Festlegung zurĂŒck. FĂŒr Friedrich Merz steigt damit der Druck, ein Verfahren zu steuern, ohne die innerparteiliche und koalitionsinterne Abstimmung zu belasten.

Entscheidung mit Signalwirkung

Eine Kandidatur Aigners könnte die Zusammenarbeit von CDU und CSU ebenso prĂ€gen wie das VerhĂ€ltnis zur SPD. FĂŒr die WĂ€hler bleibt entscheidend, ob die Regierungsparteien rechtzeitig einen gemeinsamen Vorschlag prĂ€sentieren und damit ein offenes Personalgerangel vermeiden. Die Bundesversammlung wird erst 2027 ĂŒber die Nachfolge entscheiden.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Frankfurter Rundschau: „BundesprĂ€sident muss kein Notar sein“: Söder will Aigner fĂŒr Steinmeier-Nachfolge – diese Namen kreisen (26.10.2026)

Der Beitrag beschreibt den Druck der CSU zugunsten Ilse Aigners und die ZurĂŒckhaltung von Friedrich Merz. Er ordnet die Kandidatensuche als innerunionĂ€ren Machtkonflikt ein und nennt weitere Namen, die in der Debatte kursieren.

Stern: „Steinmeier-Nachfolge: UnterstĂŒtzung fĂŒr Aigner aus LĂ€ndern“ (26.10.2026)

Der Bericht hebt die UnterstĂŒtzung fĂŒr Aigner aus mehreren LĂ€ndern hervor. Anders als der Beitrag der Frankfurter Rundschau liegt der Schwerpunkt auf dem wachsenden RĂŒckhalt fĂŒr die mögliche Kandidatin und dem Abwarten der CDU.

Übereinstimmend wird Aigners Aufstieg zur zentralen Personalie beschrieben. Offen bleibt, wann Merz eine eigene Entscheidung trifft und ob sich CDU, CSU und SPD auf einen gemeinsamen Vorschlag verstĂ€ndigen.

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