Straßen-WM Kopenhagen: Robert Farken holt Meilen-Gold gegen Favorit Nuguse
Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 12:46 Uhr | dpa, AD HOC NEWSRobert Farken hat bei der Straßenlauf-Weltmeisterschaft in Kopenhagen Gold über die Meile gewonnen und damit den bislang größten Erfolg seiner Karriere gefeiert.
Farken setzt sich im Meilen-Finale durch
Der 28 Jahre alte Leipziger entschied das Rennen über die nicht olympische Meile, 1,60934 Kilometer, in 3:51,80 Minuten für sich. Auf der Schlussphase setzte er sich gegen den leicht favorisierten US-Amerikaner Yared Nuguse durch, der mit einem Rückstand von 0,53 Sekunden Silber holte. Bronze ging an Ruben Querinjean aus Luxemburg, der 0,97 Sekunden hinter Farken ins Ziel kam.
Überraschungssieg nach gemeinsamer Vorbereitung
Farken sprach nach dem Triumph in der dänischen Hauptstadt von einem unerwarteten Erfolg, von dem er zuvor eher geträumt hatte. Er bezeichnete es als "sehr, sehr cool", nun mit Gold nach Hause zurückzukehren. Mit Nuguse hatte Farken im Vorfeld der Straßen-WM gemeinsam trainiert und sich an den vergangenen vier Tagen sogar eine Unterkunft geteilt.
Vom EM-Frust zur WM-Goldmedaille
Weniger als zwei Monate zuvor war Farken bei der Europameisterschaft in Birmingham über 1500 Meter noch ohne Medaille geblieben. Dort musste er sich trotz Ambitionen mit einem neunten Platz zufriedengeben. In Kopenhagen gelang ihm nun im großen Feld von rund 70 Startern der entscheidende Schritt nach vorn.
Saison mit Höhen und Tiefen für den Rekordhalter
Farken beschrieb seine Saison als eine Art Achterbahnfahrt. Umso höher bewertet er den Titelgewinn unmittelbar vor seinem 29. Geburtstag, den er am Sonntag feiert. Als deutscher Rekordhalter über die Meile hatte Farken bereits Ende Juli in London mit 3:46,82 Minuten eine nationale Bestmarke gesetzt. Mit dem WM-Gold auf der Straße untermauert er diesen Status nun auch im Titelrennen.
Historischer Erfolg für die deutsche Mittelstrecke
Der Meilen-Triumph von Robert Farken bei der Straßen-WM in Kopenhagen markiert einen bedeutenden Moment für die deutsche Leichtathletik auf der Mittelstrecke. Nach Jahren, in denen internationale Titel vor allem über Sprint- und Wurfdisziplinen Schlagzeilen machten, setzt Farken ein klares Ausrufezeichen auf einer traditionsreichen Distanz, die im Stadion wie auf der Straße besonderen Prestigecharakter hat. Der Sieg über den leicht favorisierten US-Läufer Yared Nuguse unterstreicht, dass deutsche Mittelstreckler wieder in der erweiterten Weltspitze mitgestalten können.
Von EM-Enttäuschung zum WM-Gold
Die Vorgeschichte erklärt die sportliche Tragweite des Erfolgs: Bei der Europameisterschaft in Birmingham musste Farken über 1500 Meter mit Rang neun einen Rückschlag hinnehmen, obwohl er mit klaren Ambitionen angereist war. Der Wechsel von der Bahn auf die Straße und von der klassischen 1500-Meter-Distanz zur Meile zeigt, wie flexibel Spitzenathleten heute ihren Wettkampfkalender planen, um Formhochs gezielt zu nutzen. Dass Farken nach einer "Achterbahnfahrt"-Saison ausgerechnet im großen Straßenfeld mit rund 70 Startern seine stärkste Leistung abruft, verdeutlicht mentale Stabilität und taktische Klasse.
Bedeutung für Karriere und Standort Deutschland
Für Farken selbst ist die Goldmedaille der bisher größte Karriereerfolg und ein wichtiger Baustein, um sich dauerhaft im internationalen Konzert zu etablieren. Als deutscher Rekordhalter über die Meile besitzt er nun nicht nur Statistik, sondern auch Titel als Argument im Ringen um Startplätze bei hochkarätigen Meetings und möglichen Förderungen. Für den Standort Leipzig und die deutsche Leichtathletik insgesamt stärkt der Erfolg die Wahrnehmung, dass auch im Mittelstreckenbereich Athleten zu internationalen Podestplätzen fähig sind. Dass der Triumph unmittelbar vor seinem 29. Geburtstag gelingt, verleiht dem sportlichen Moment zusätzliche Symbolkraft für die kommenden Jahre.
