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Tabaksteuer: Einnahmeerwartungen geraten weiter unter Druck / BMF-Monatsbericht weist Minus von 1,2 Milliarden Euro aus - SteuerschÀtzer kalkulieren jÀhrlich 300 Millionen Euro weniger als das BMF

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 07:20 Uhr | presseportal, AD HOC NEWS
Berlin - Die Tabaksteuereinnahmen brechen ein, doch die Politik setzt bei ihrer Haushaltsplanung auf immer höhere Einnahmen. Der aktuelle Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums (BMF) fĂŒr Oktober 2026 zeigt, wie weit Anspruch und Wirklichkeit auseinanderliegen: Von Januar bis September 2026 sanken die Tabaksteuereinnahmen gegenĂŒber dem Vorjahreszeitraum um 1,2 Milliarden Euro beziehungsweise 9,6 Prozent auf 11,296 Milliarden Euro.
Tabaksteuer: Einnahmeerwartungen geraten weiter unter Druck / BMF-Monatsbericht weist Minus von 1,2 Milliarden Euro aus - SteuerschÀtzer kalkulieren jÀhrlich 300 Millionen Euro weniger als das BMF - Bild: presseportal.de

Dabei war die Tabaksteuer erst zum 1. Januar 2026 um 15 Cent je Zigarettenpackung erhöht worden. Der erneute deutliche EinnahmerĂŒckgang wirft grundlegende Fragen nach den Auswirkungen weiterer Steuererhöhungen auf. Zum 1. Januar 2027 soll die Tabaksteuer um weitere 80 Cent je Packung steigen. Die Bundesregierung erwartet dadurch zusĂ€tzliche Einnahmen von rund 1,5 Milliarden Euro. Angesichts der aktuellen Entwicklung erscheint diese Prognose höchst fraglich.

Auch die SteuerschĂ€tzer bleiben deutlich hinter den Erwartungen des BMF zurĂŒck. Der Arbeitskreis SteuerschĂ€tzungen rechnet fĂŒr 2026 nur noch mit Tabaksteuereinnahmen von 16,34 Milliarden Euro - 550 Millionen Euro weniger als noch in der Mai-SchĂ€tzung. FĂŒr die Folgejahre liegen die Einnahmeerwartungen des Arbeitskreises jĂ€hrlich rund 300 Millionen Euro unter denen des BMF. Damit werden die staatlichen Einnahmeprognosen bereits vor dem Wirksamwerden der nĂ€chsten Steuererhöhungen nach unten korrigiert.

FĂŒr den Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE) ist dies ein klares eindeutiges Warnsignal. Denn auch die niedrigeren SchĂ€tzungen könnten sich als zu optimistisch erweisen. Ein Gutachten von DIW Econ kommt zu dem Ergebnis, dass die erwarteten zusĂ€tzlichen Tabaksteuereinnahmen bis 2030 erheblich geringer ausfallen könnten als politisch veranschlagt: Statt rund zwölf Milliarden Euro Mehreinnahmen hĂ€lt das Gutachten im ungĂŒnstigsten Szenario lediglich rund eine Milliarde Euro fĂŒr realistisch.

BVTE-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Jan MĂŒcke erklĂ€rt: "Steuermehreinnahmen lassen sich leicht in Gesetze und Haushaltsplanungen schreiben. Ob sie tatsĂ€chlich fließen, entscheidet sich aber am Markt. Schon heute zeigt sich, dass höhere Steuern keineswegs automatisch höhere Einnahmen bedeuten. Wer die SteuersĂ€tze exsessiv immer weiter anhebt und gleichzeitig mit immer höheren Einnahmen kalkuliert, riskiert erhebliche HaushaltslĂŒcken."

MĂŒcke weiter: "Die aktuellen Zahlen sollten Anlass sein, die Einnahmeprognosen kritisch zu ĂŒberprĂŒfen. Wenn bereits die SteuerschĂ€tzer deutlich unter den Erwartungen des BMF bleiben, muss erst recht hinterfragt werden, ob die politisch versprochenen Milliarden tatsĂ€chlich erreichbar sind. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie groß die LĂŒcke zwischen den Erwartungen und der RealitĂ€t tatsĂ€chlich ausfĂ€llt."

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Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE)
Jan MĂŒcke
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10117 Berlin
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