BKA-PrÀsident, Bedrohung

BKA-PrÀsident: Bedrohung aus dem linken Spektrum nimmt zu

17.03.2024 - 21:29:31

Tagelang legte der Brandanschlag auf die Stromversorgung von Tesla die Autofabrik in Brandenburg lahm. Der BKA-Chef warnt vor einer zunehmenden Bedrohung durch Linksextremisten.

Vor dem Hintergrund des Tesla-Anschlags hat BKA-Chef Holger MĂŒnch vor einer zunehmenden Bedrohung durch Linksextremisten gewarnt. Die Bedrohungslage auch aus dem linken Spektrum verĂ€ndere sich, sagte der PrĂ€sident des Bundeskriminalamts in der ARD-Sendung «Bericht aus Berlin».

«Wir haben zunehmend Gewaltdelikte. Wir haben zunehmend herausragende Einzeltaten und wir haben auch TĂ€ter, die sich der Strafverfolgung entziehen, untertauchen», fĂŒhrte er aus. «Das Ganze zusammengenommen ist eine Zuspitzung der Bedrohungslage aus dem linken Spektrum.»

Bisher unbekannte TĂ€ter hatten auf einem Feld in Ostbrandenburg Feuer an einem frei zugĂ€nglichen Strommast gelegt, der Teil der Stromversorgung der Tesla-Autofabrik in GrĂŒnheide ist. Die Produktion stand deshalb mehrere Tage still. Die linksextreme Vulkangruppe erklĂ€rte, sie sei fĂŒr den Anschlag verantwortlich. Die Bundesanwaltschaft ĂŒbernahm den Fall und beauftragte das BKA mit den Ermittlungen wegen des Anfangsverdachts unter anderem der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und der verfassungs­feindlichen Sabotage.

MĂŒnch betonte, die Ermittlungen seien komplex. Angriffe auf kritische Infrastrukturen, auch BrandanschlĂ€ge, seien aus dem linken Spektrum nicht unĂŒblich. «UngefĂ€hr 56 Prozent aller politisch motivierten BrandanschlĂ€ge gehen auf das Konto linksextremer Gruppierungen.» Hier sei aber ein etwas anderer Modus Operandi zu sehen. «Einen so großen Schaden haben BrandanschlĂ€ge in der Vergangenheit noch nicht gehabt. Und das hat natĂŒrlich auch den möglichen Effekt eines Ansporns fĂŒr Nachahmer-Taten.» Deshalb werde man alles tun, um die TĂ€ter so schnell wie möglich zu ermitteln. «Aber es ist nicht einfach, weil die Gruppierung sehr klandestin unterwegs ist.»

@ dpa.de