Weltcup, Crans-Montana

Tapfere Vonn nach Sturz-Drama: Olympia-Traum nicht vorbei

30.01.2026 - 17:29:01 | dpa.de

Lindsey Vonn ist die große Favoritin auf Gold bei den Winterspielen. Doch just bei der Generalprobe fĂŒr das Ringe-Event stĂŒrzt die Amerikanerin. Platzt nun ihr großer Olympia-Traum? Sie Ă€ußert sich.

  • Lindsey Vonn rutscht nach ihrem Sturz in Crans-Montana langsam ins Ziel. - Foto: Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa
    Lindsey Vonn rutscht nach ihrem Sturz in Crans-Montana langsam ins Ziel. - Foto: Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa
  • Lindsey Vonn hĂ€lt sich nach ihrem Sturz in Crans-Montana das linke Knie. - Foto: Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa
    Lindsey Vonn hÀlt sich nach ihrem Sturz in Crans-Montana das linke Knie. - Foto: Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa
  • Lindsey Vonn bei der Besichtigung der Abfahrt in Crans-Montana. - Foto: Pier Marco Tacca/AP/dpa
    Lindsey Vonn bei der Besichtigung der Abfahrt in Crans-Montana. - Foto: Pier Marco Tacca/AP/dpa
  • Lindsey Vonn stĂŒrzte bei der Abfahrt von Crans-Montana schon nach wenigen Sekunden. - Foto: Pier Marco Tacca/AP/dpa
    Lindsey Vonn stĂŒrzte bei der Abfahrt von Crans-Montana schon nach wenigen Sekunden. - Foto: Pier Marco Tacca/AP/dpa
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Lindsey Vonn rutschte auf ihren Ski ganz langsam ins Ziel, immer wieder hielt sie sich schmerzverzerrt das linke Knie. Ausgerechnet bei der letzten Abfahrt vor Olympia war die Amerikanerin in Crans-Montana heftig gestĂŒrzt. Sie habe sich eine Verletzung am linken Knie zugezogen, schrieb sich wenige Stunden spĂ€ter bei Instagram. «Das ist ein sehr schwieriger Ausgang eine Woche vor Olympia», ergĂ€nzte sie, ohne Details zu ihrer Verletzung zu nennen.

DafĂŒr machte die 41 Jahre alte US-Amerikanerin eine klare Ansage: «Aber wenn es eine Sache gibt, von der ich weiß, wie es geht, dann Comebacks. Mein Olympia-Traum ist nicht vorbei.» Ihre Botschaft auch an die Fans beendete Vonn mit den Worten: «Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist.» 

Nun werden die Tage bis Olympia auch noch zur Nervenprobe. Vonn wollte bei den Winterspielen in der nĂ€chsten Woche eigentlich noch einmal die Ski-Welt verblĂŒffen. 

Platzte der Gold-Traum der erfahrenen Athletin aber auf dem schwierigen Schnee der Mont-Lachaux-Piste von Crans-Montana? Vonn hatte nach wenigen Fahrsekunden und einem weiten Sprung die Kontrolle verloren und war in einen Fangzaun gekracht. Dort blieb sie zunÀchst liegen, das linke Knie war heftig zur Seite verdreht. Betreuer halfen der besten Abfahrerin dieses Winters auf die Beine. Vonn schnallte die Ski an und fuhr vorsichtig selbst hinunter ins Tal. Sie stoppte dabei mehrmals und begutachtete ihr Knie.

Helikopter fliegt Vonn in Krankenhaus

Im Ziel winkte sie kurz den Fans - spĂ€ter aber flog ein Hubschrauber die Amerikanerin in eine Klinik. Der US-Verband teilte in den sozialen Medien knapp mit, dass Vonn untersucht werde. Ihr Trainer Aksel Lund Svindal sagte dem ORF: «Sie hat ein bisschen Schmerzen. Aber ich bleibe positiv. Ich hoffe, dass nichts gerissen ist. Der linke Fuß und das linke Knie schmerzen.» Die Abfahrt war nach Vonns Sturz abgebrochen worden. 

Eigentlich wollte Vonn eine einmalige Comeback-Story schreiben. Sie war zur vorigen Saison in den Weltcup zurĂŒckgekehrt, eine Teilprothese aus Titan sitzt in ihrem rechten Knie. Die ehrgeizige Olympiasiegerin glaubte fest daran, 16 Jahre nach ihrem ersten Abfahrtsgold 2010 in Vancouver noch einmal um die wertvollste Medaille bei den Winterspielen mitfahren zu können.

Bitter: Rennabsage nach Sturz

Und diese Saison gab ihr recht: Von den bisherigen fĂŒnf Abfahrten im Weltcup gewann sie zwei und fuhr in den anderen drei immerhin auf das Podest. Der Sieg bei Olympia in Cortina, auf einer von Vonns Lieblingsstrecken, schien nur ĂŒber sie zu gehen. Dann aber kam Crans-Montana und der Sturz, ausgerechnet neun Tage vor dem olympischen Showdown in den Dolomiten.

Besonders bitter fĂŒr die mit Nummer 6 gestartete Vonn war, dass nach ihrem Sturz und bei einsetzendem Schneefall das Rennen dann abgebrochen wurde. Schon vor dem US-Star waren Nina Ortlieb aus Österreich und die Norwegerin Marte Monsen gestĂŒrzt; ein Testfahrer sagte der Jury dann, dass sich die VerhĂ€ltnisse verschlechterten. «Wir wollten nicht noch mehr die Sicherheit der Athletinnen riskieren», sagte Rennchef Peter Gerdol zu der Absage.

Bei den anderen Fahrerinnen stieß dies zunĂ€chst auf UnverstĂ€ndnis. «Das ist lĂ€cherlich», sagte die Deutsche Kira Weidle-Winkelmann, die oben am Berg auf ihren Start wartete. Vonns Teamkollegin und Weltmeisterin Breezy Johnson erinnerte daran, dass sie in diesem Winter schon bei schlechterer Sicht Rennen gefahren seien. Die Sportlerinnen diskutierten lebhaft ĂŒber die Entscheidung - konnten sie aber zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr Ă€ndern.

DSV-Chef spricht von «skifahrerischen Fehlern»

Wolfgang Maier, der langjĂ€hrige Alpin-Chef und Sportvorstand im Deutschen Skiverband (DSV), sprach im ZDF von «individuellen, skifahrerischen Fehlern», die zu den StĂŒrzen fĂŒhrten. Er meinte, die Piste sei «nicht schlecht, aber nicht ganz gleichmĂ€ĂŸig» prĂ€pariert gewesen. Dieser «extremen Herausforderung» seien die gestĂŒrzten Rennfahrerinnen nicht gerecht geworden.

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