Ramelow hĂ€lt Bahn-PlĂ€ne des Bundes fĂŒr zynisch
22.08.2024 - 16:43:00"Das ist an Zynismus nicht zu ĂŒberbieten", sagte Ramelow dem "Spiegel" mit Blick auf die Haushaltseinigung der Regierung, um Investitionen in die Schieneninfrastruktur abzusichern.
"Ich hĂ€tte mir nicht in den kĂŒhnsten TrĂ€umen gedacht, dass eine angeblich gemeinwohlorientierte Infrastrukturgesellschaft eine Wirkung entfaltet wie ein Hedgefonds". Gemeint ist die neue Bahn-Tochter InfraGo, die fĂŒr die Infrastruktur zustĂ€ndig ist und sich bei Investitionen auch an Gemeinwohlkriterien orientieren soll. Die Bahn sei laut Ramelow ein "intransparenter Mischkonzern, der jetzt mit Steuergeld noch gefĂŒttert wird".
"Infrastruktur muss von einer gemeinnĂŒtzigen Stiftung verwaltet werden"
Er bekrĂ€ftigte Forderungen nach einer Zerschlagung der bundeseigenen Bahn. "Wir mĂŒssen Netz und Betrieb trennen", betonte Ramelow. "Die Infrastruktur muss von einer gemeinnĂŒtzigen Stiftung verwaltet und weiterentwickelt, die DB AG mit allen Tochtergesellschaften in eine Anstalt öffentlichen Rechts ĂŒberfĂŒhrt und das Eisenbahnregulierungsgesetz novelliert werden."
Die Bundesregierung hatte einen neuen Kompromiss auf einen Haushaltsentwurf 2025 verkĂŒndet, um MilliardenlĂŒcken im Etat zu schlieĂen. Erreicht wird das vor allem durch Umschichtungen bei der bundeseigenen Deutschen Bahn. Sie soll zusĂ€tzliches Eigenkapital im Umfang von 4,5 Milliarden Euro bekommen. Das wird nicht auf die Schuldenbremse angerechnet und soll direkte ZuschĂŒsse aus dem Bundeshaushalt ersetzen.
Bisher war eine Eigenkapitalerhöhung von rund 5,9 Milliarden Euro vorgesehen. Damit soll die Bahn Investitionen zur Sanierung des maroden Schienennetzes vornehmen.

