Tiere, Gesellschaft

TierĂ€rzte fordern bundesweite Kastrationspflicht fĂŒr Katzen

Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 07:11 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de

Die BundestierĂ€rztekammer (BTK) fordert eine bundesweite Kastrationspflicht fĂŒr Katzen.

TierĂ€rzte fordern bundesweite Kastrationspflicht fĂŒr Katzen
Katze (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
"Freilebende Katzenpopulationen sind in Deutschland seit vielen Jahren ein erhebliches Tierschutzproblem", sagte BTK-PrĂ€sident Holger Vogel der "Rheinischen Post". Ein wesentlicher Faktor sei dabei der stetige Nachwuchs durch unkastrierte FreigĂ€ngerkatzen aus Privathaushalten. Deswegen reiche es nicht aus, nur die Straßenkatzen zu kastrieren.

Aktuell sind Katzenschutzverordnungen LĂ€ndersache. "In der Praxis entsteht dadurch jedoch ein Flickenteppich unterschiedlicher Regelungen. Die Erfahrungen zeigen aus unserer Sicht, dass diese Lösung nur bedingt zum Erfolg fĂŒhrt", kritisierte Vogel. Eine bundesweit einheitliche Regelung wĂ€re deshalb der konsequentere und auch leichter vermittelbare Weg. Diese mĂŒsse "zwingend mit einer Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht verbunden werden". Nur so ließen sich Tiere eindeutig ihren Haltern zuordnen und entsprechende Vorgaben auch wirksam umsetzen.

Auch der Deutsche Tierschutzbund ist fĂŒr eine solche Kastrationspflicht. Sie sei "der wirksamste Hebel, um das Leid der Millionen Straßenkatzen in Deutschland langfristig einzudĂ€mmen", sagte Thomas Schröder, PrĂ€sident des Tierschutzbundes, der "Rheinischen Post". Solange unkastrierte FreigĂ€ngerkatzen Nachwuchs zeugen, wĂŒrden immer neue Tiere auf der Straße geboren, die unter Hunger, Krankheiten, Parasiten und Verletzungen leiden oder bereits als Kitten sterben. Schröder fuhr fort: "Dieses Leid ist weder neu noch unvermeidbar - es ist die Folge politischen Nichthandelns. Die Bundesregierung muss deshalb endlich eine bundesweite Kastrationspflicht fĂŒr FreigĂ€ngerkatzen einfĂŒhren."

Mit Blick auf die Umsetzung einer solchen Pflicht sagte Schröder: "Gleichzeitig braucht es eine verlĂ€ssliche finanzielle UnterstĂŒtzung fĂŒr Tierschutzvereine und Tierheime, die Kastrationsaktionen bei Straßenkatzen durchfĂŒhren und sich um die weitere Versorgung der Tiere kĂŒmmern. Es kann nicht sein, dass Tierschutzvereine diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe seit Jahren ĂŒberwiegend ehrenamtlich und aus Spenden stemmen."

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