Todesliste und Kopfgeld auf Politiker? Zugriff in Dortmund
11.11.2025 - 12:04:18Die Bundesanwaltschaft hat in Dortmund einen Mann festnehmen lassen, der im Internet unter anderem zu AnschlĂ€gen auf Politiker aufgerufen haben soll. Der Beschuldigte habe zudem Spenden in Form von Krypto-WĂ€hrung eingefordert, die als Kopfgeld fĂŒr die Tötungen ausgelobt werden sollten, teilte die Karlsruher Behörde mit.Â
Nach dpa-Informationen standen auf einer von dem Mann gefĂŒhrten Liste unter anderem die Namen von Altkanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie Ex-Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Zuvor hatten mehrere andere Medien darĂŒber berichtet.Â
Todesurteile und Anleitungen zum Bau von SprengsÀtzen
Laut Bundesanwaltschaft fĂŒhrte der deutsch-polnische Staatsangehörige Listen mit Namen mehrerer Politikerinnen und Politikern sowie Personen des öffentlichen Lebens - und zwar im sogenannten Darknet auf einer von ihm betriebenen Plattform. Dort habe er auch selbst verfasste Todesurteile, Anleitungen zum Bau von SprengsĂ€tzen sowie sensible personenbezogene Daten potenzieller Opfer veröffentlicht.Â
Laut «Spiegel» standen auf seiner «Todesliste» mehr als 20 Namen, darunter neben Scholz und Merkel auch frĂŒhere Bundesminister. Dem Bericht zufolge fanden Ermittler des Bundeskriminalamtes auch «Strafakten» und «Todesurteile» gegen Richter oder StaatsanwĂ€lte auf dessen Plattform «Assassination Politics» - zudem rechtsextreme, rassistische und verschwörungsideologische Inhalte.
HaftvorfĂŒhrung in Karlsruhe
Die Bundesanwaltschaft wirft dem Mann Terrorismus-Finanzierung, die Anleitung zur Begehung einer schweren staatsgefÀhrdenden Gewalttat sowie das gefÀhrdende Verbreiten personenbezogener Daten vor.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sagte in Berlin, die Ermittlungen in dem Fall liefen bereits seit Juni. «Wir gehen davon aus, dass der Verdacht auf Terrorismusfinanzierung, dass der sich hier erhĂ€rten wird.» Ăber mögliche Komplizen des Mannes, der mit seiner Familie in Dortmund wohnt, ist bislang noch nichts öffentlich bekannt.Â
Beamte des Bundeskriminalamts und SpezialkrĂ€fte der Bundespolizei hatten den VerdĂ€chtigen in der Ruhrgebietsstadt festgenommen. Er soll heute noch dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe vorgefĂŒhrt werden, der ĂŒber die Untersuchungshaft entscheidet.


