StÀrkt, Dortmund

«StÀrkt uns alle»: Dortmund mit Befreiungsschlag gegen RB

02.11.2024 - 20:49:38

Trotz etlicher AusfÀlle gewinnt Borussia Dortmund sein Heimspiel gegen RB Leipzig und nimmt damit auch Druck von seinem Trainer. Die Sachsen kassieren die erste Saisonniederlage in der Bundesliga.

In den Schlussminuten sehnte Nuri Sahin nervös an der Seitenlinie nur noch den Abpfiff herbei. Als der völlig verdiente 2:1 (1:1)-Erfolg im Topspiel der Fußball-Bundesliga gegen RB Leipzig dann feststand, lĂ€chelte der erleichterte Trainer von Borussia Dortmund. Auf der TribĂŒne fielen sich Sportchef Lars Ricken und Club-Berater Matthias Sammer erleichtert in die Arme. Nach zuvor drei Pflichtspiel-Niederlagen in Folge war der fĂŒnfte Sieg im fĂŒnften Liga-Heimspiel fĂŒr das Team und vor allem fĂŒr den nicht unumstrittenen Trainer Sahin ein Befreiungsschlag. 

«Es stĂ€rkt uns alle. Am Ende brauchen wir Siege, um Ruhe in den Laden zu bekommen. Siege helfen - fĂŒr alle», sagte BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl bei Sky: «Nach so einem Spiel spĂŒrt man Erleichterung, aber auch Freude. Ich glaube, dass sich die Mannschaft diesen Sieg wirklich verdient hat.» Allerdings forderte Kehl auch: «Das muss der Standard sein, wie wir in Zukunft spielen wollen.»

Nach zuvor vier AuswĂ€rtsniederlagen am StĂŒck sorgten Tore von Maximilian Beier (30.) und Serhou Guirassy (65.) fĂŒr großen Jubel bei den stark ersatzgeschwĂ€chten Westfalen. FĂŒr die Leipziger, die in acht Saisonspielen zuvor nur drei Gegentore hinnehmen mussten, traf lediglich Benjamin Sesko (27.). Die Sachsen kassierten damit nach zuvor saisonĂŒbergreifend 19 ungeschlagenen Spielen wieder eine Niederlage und liegen nun drei Punkte hinter dem FC Bayern in der Tabelle. Mit 16 ZĂ€hlern rĂŒckte der BVB wieder an die Champions-League-RĂ€nge heran und ist zumindest bis Sonntag TabellenfĂŒnfter.

Sabitzer verletzt runter, Bensebaini sieht 5. Gelbe Karte

Allerdings droht neues personelles Ungemach. Marcel Sabitzer musste verletzt vom Feld, und Linksverteidiger Ramy Bensebaini sah seine fĂŒnfte Gelbe Karte und wird die Liste der Dortmunder AusfĂ€lle im nĂ€chsten Bundesligaspiel beim FSV Mainz verlĂ€ngern. Gegen Leipzig fehlten Sahin bereits zehn Profis.

Der Druck auf den erst 36 Jahre alten Trainer Sahin war vor dem Anpfiff groß. Nur dreizehn Punkte nach acht Spieltagen - schwĂ€cher stand Dortmund zuletzt vor zehn Jahren zum selben Zeitpunkt da.

Auch wenn Ricken dem jungen Chefcoach in den vergangenen Tagen noch einmal demonstrativ den RĂŒcken gestĂ€rkt hatte, bekannte Sahin vor dem Spiel bei Sky: «Es ist schwer, ich hatte auch schon schönere Tage in meinem Leben.»

Leipzig-FĂŒhrung mit erstem Torschuss

Es passte zur Situation der Westfalen, dass die lange harmlosen GĂ€ste mit ihrem ersten Schuss aufs Tor in FĂŒhrung gingen. Sesko verwertete nach einer halben Stunde eine Hacken-Vorarbeit von Lois Openda aus spitzem Winkel ins Netz, weil Alexander Meyer im BVB-Tor die Arme nicht schnell genug nach oben reckte. Der 33-JĂ€hrige vertrat Gregor Kobel, der auch noch kurzfristig angeschlagen ausgefallen war. 

Dabei waren die Dortmunder im ersten Durchgang klar tonangebend. Allein Jamie Gittens vergab zwei HochkarĂ€ter (14./29.). Nach einer Ecke kam der Champions-League-Finalist der Vorsaison durch Beier immerhin schnell zum verdienten Ausgleich und wurde mit aufmunterndem Applaus fĂŒr den beherzten Auftritt in die Pause verabschiedet. 

Nach dem Wechsel entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, indem sich der couragierte Auftritt Dortmunds fortsetzte. Guirassy köpfte unter dem Jubel des Großteils der 81.365 Zuschauer nach Beier-Vorarbeit zur FĂŒhrung des BVB ein. Und die Westfalen hĂ€tten höher fĂŒhren und das Spiel frĂŒher entscheiden mĂŒssen. RB-Keeper Peter Gulasci wurde mit mehreren Glanztaten zum besten Spieler der unter dem Strich enttĂ€uschenden Leipziger.

@ dpa.de