US-PrÀsident, Trump

US-PrÀsident Trump plant Strafzölle auf Autoimporte

26.03.2025 - 19:31:28

Trump Ă€rgert sich, dass US-Autos nicht in allen Teilen der Welt ein Verkaufsschlager sind. Vor allem ĂŒber die EuropĂ€ische Union schimpft der Republikaner gern. Nun sollen Zölle kommen.

US-PrĂ€sident Donald Trump will mit seiner Drohung wahr machen und in KĂŒrze Zölle ankĂŒndigen, die auf die Autoindustrie abzielen. Das teilte seine Sprecherin Karoline Leavitt mit. Der Republikaner wolle sich am amerikanischen Nachmittag (21:00 Uhr MEZ) dazu Ă€ußern. 

Details nannte Leavitt nicht. Es war offen, gegen welche LĂ€nder sich die Strafmaßnahmen richten werden. Derartige Zölle könnten die deutsche Autoindustrie hart treffen. 

Trump schimpft regelmĂ€ĂŸig ĂŒber die EU

Trump Ă€rgert sich aber immer wieder ĂŒber die Zölle der EuropĂ€ischen Union auf Autoimporte aus den USA. WĂ€hrend die USA auf Autos aus der EU nur 2,5 Prozent Zoll erheben, verlangt die EU 10 Prozent auf US-Autoimporte.

Allerdings sind die US-Zölle auf Pickups und leichte Nutzfahrzeuge mit 25 Prozent deutlich höher. Einige Unternehmen produzieren daher in den USA oder liefern die Fahrzeuge in Einzelteilen und setzen sie in den USA zusammen. 

Trump stört sich auch an weiteren Vorschriften der EU wie strenge Emissions- und Sicherheitsstandards, die als nichttarifÀre Hemmnisse wirken können. Vor einigen Wochen hatte Trump der EuropÀischen Union bereits mit Auto-Zöllen in Höhe von pauschal 25 Prozent gedroht. Der Republikaner will die USA als Produktionsstandort stÀrken und Handelsdefizite abbauen. 

USA wichtigster Markt fĂŒr deutsche Autoexporte

Zölle auf Fahrzeugimporte dĂŒrften die deutsche Autoindustrie erheblich belasten. Denn die USA sind der wichtigste Absatzmarkt, wie jĂŒngste Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen. Kein anderes Land nahm so viele neue Pkw aus Deutschland ab wie die USA: Sie lagen mit einem Anteil von 13,1 Prozent an den Exporten vorn, gefolgt von Großbritannien (11,3 Prozent) und Frankreich (7,4 Prozent). Die Exporte in die USA sind dem Verband der Automobilindustrie zufolge damit zum Vorjahr gestiegen. 

In den vergangenen Tagen hatte es zwischen der EU und den USA neue GesprÀche zur Verhinderung eines Handelskrieges gegeben. EU-Kommissar Maroƥ Ơef?ovi? war nach Washington gereist, um dort US-Handelsminister Howard Lutnick und den US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer zu treffen.

Aus Sicht der EU mĂŒsse es gemeinsames Ziel sein, schĂ€dliche Zölle zu vermeiden, sagte ein Sprecher in BrĂŒssel. Stattdessen sollte es darum gehen, die Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zwischen der EU und den USA weiter auszubauen. 

Trump setzt auf Zölle

Trump nutzt Zölle gezielt als Druckmittel in der Außenpolitik. Er hat bereits Strafmaßnahmen auf Einfuhren aus China, Kanada und Mexiko verhĂ€ngt. Zumindest fĂŒr die beiden Nachbarn setzte er die Zölle teilweise wieder aus - auch auf DrĂ€ngen der amerikanischen Autoindustrie. Außerdem verhĂ€ngte die US-Regierung Zölle auf alle Stahl- und Aluminiumimporte. 

Die Reaktion der EU darauf wird Mitte April erwartet. ZunĂ€chst war von Anfang April die Rede. Mit der Verschiebung sollte zusĂ€tzlicher Raum fĂŒr GesprĂ€che mit der US-Regierung geschaffen werden, hieß es in BrĂŒssel. 

Eigentlich hatte Trump den 2. April als Tag fĂŒr große ZollankĂŒndigungen ausgewĂ€hlt - auch mit Blick auf Autoimporte. Er nennt das Datum den «Tag der Befreiung». 

Der Sender CNN berichtete, dass die US-Autoindustrie von der kurzfristigen AnkĂŒndigung des Weißen Hauses ĂŒberrascht worden sei. Die Autopreise in den USA dĂŒrften steigen, wenn es zur VerhĂ€ngung weitreichender Zölle kommt. 

Ein Importzoll ist eine Abgabe, die an der Grenze auf Waren erhoben wird, die aus dem Ausland eingefĂŒhrt werden. In der Regel zahlt sie das importierende Unternehmen. Fachleute halten Zölle fĂŒr eine riskante Strategie, um einen Handelskonflikt auszutragen, weil dies vor allem die Verbraucherpreise ansteigen lĂ€sst und damit die NormalbĂŒrger am meisten trifft.

@ dpa.de