Aleksander Ceferin, UEFA-Wiederwahl

UEFA-Wahl: Ceferin will Wiederwahl und tritt nicht gegen Infantino an

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 16:18 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

UEFA-PrĂ€sident Aleksander Ceferin will im April fĂŒr eine weitere Amtszeit kandidieren. Damit steht er Europas Opposition gegen FIFA-Chef Gianni Infantino weiter als zentrale Figur zur VerfĂŒgung – und tritt nicht gegen ihn an.

Aleksander Ceferin (l) will UEFA-PrÀsident bleiben und fordert nicht Gianni Infantino (r) heraus.  - Bild: Robert Michael/dpa
Aleksander Ceferin (l) will UEFA-PrÀsident bleiben und fordert nicht Gianni Infantino (r) heraus. - Bild: Robert Michael/dpa

Aleksander Ceferin strebt eine weitere Amtszeit als PrĂ€sident der EuropĂ€ischen Fußball-Union UEFA an und will sich im kommenden April zur Wiederwahl stellen.

Wahl in Astana

Der Slowene kĂŒndigte seine Bewerbung nach dpa-Informationen bei einem Treffen in Berlin an. Damit scheidet Ceferin auch offiziell als möglicher Gegenkandidat von Gianni Infantino fĂŒr das Amt des FIFA-PrĂ€sidenten aus; Ambitionen auf eine Kandidatur gegen den Weltverbandschef hatte er zuletzt mehrfach zurĂŒckgewiesen.

Die Wahl fĂŒr vier weitere Jahre soll beim UEFA-Kongress am 22. April im kasachischen Astana stattfinden. Einen Gegenkandidaten gibt es bislang nicht. Ein Bewerber wĂ€re nach EinschĂ€tzung aus dem Umfeld der UEFA derzeit chancenlos gegen den angesehenen Ceferin, der seit September 2016 im Amt ist.

Europas Widerstand gegen Infantino

Eine der wichtigsten Aufgaben des UEFA-PrÀsidenten bleibt, die Opposition gegen Infantino im Machtkampf um die Zukunft des Weltverbands zu koordinieren. Vor allem aus Europa haben VerbÀnde dem FIFA-Chef das Vertrauen entzogen.

Infantino steht nach einem im Sommer letztlich gescheiterten Vorstoß zur Vermarktung von WM-Rechten durch externe Investoren unter Druck. Daraufhin bot er seinen Gegnern erstmals GesprĂ€che ĂŒber mögliche Reformen in der FIFA an.

Der europĂ€ische Fußball hat bislang noch keinen Gegenkandidaten fĂŒr die FIFA-PrĂ€sidentenwahl im MĂ€rz 2027 im marokkanischen Rabat prĂ€sentiert. Die Opposition kann bis zum Ende des 18. November einen Bewerber offiziell benennen.

StatutenÀnderung ermöglicht Kandidatur

Ceferins erneute Bewerbung wird durch eine Änderung der UEFA-Statuten aus dem Jahr 2024 ermöglicht. Die Regularien sehen grundsĂ€tzlich eine Amtszeitbegrenzung von zwölf Jahren vor. Weil Ceferin seine erste Amtszeit vom damals gesperrten Michel Platini ĂŒbernommen hatte, wird diese nach der Anpassung nicht mehr angerechnet.

Vor zweieinhalb Jahren hatte Ceferin angekĂŒndigt, nicht erneut antreten zu wollen. Er begrĂŒndete dies mit MĂŒdigkeit und dem Wunsch nach „frischem Blut“ bei der UEFA. Intern revidierte er diese EinschĂ€tzung jedoch relativ schnell und machte seine erneute Kandidatur nun beim Berliner Spitzentreffen offiziell.

Ceferins Rolle im Machtkampf

Mit der erneuten Kandidatur bindet sich Aleksander Ceferin fĂŒr weitere vier Jahre an die FĂŒhrung der UEFA. Der Kontinentalverband bĂŒndelt 55 nationale VerbĂ€nde und ist damit der politisch und wirtschaftlich stĂ€rkste Block innerhalb der FIFA. Ceferins Wiederwahl wĂŒrde Europas Opposition gegen Gianni Infantino daher eine klar erkennbare FĂŒhrungsfigur geben.

Der Konflikt reicht ĂŒber persönliche Kritik hinaus. Im Zentrum stehen Fragen zur Machtverteilung, zur Transparenz der FIFA-Governance und zum Umgang mit kommerziellen Vorhaben des Weltverbands. Infantino strebt im MĂ€rz 2027 in Rabat eine vierte Amtszeit an; die europĂ€ische Seite muss bis zum 18. November einen Gegenkandidaten benennen. Mit Ramon Vega ist inzwischen ein möglicher Bewerber öffentlich geworden, seine tatsĂ€chliche UnterstĂŒtzung durch FIFA-MitgliedsverbĂ€nde ist jedoch offen.

Folgen fĂŒr Europas Fußball

FĂŒr die UEFA schafft Ceferins Entscheidung zunĂ€chst Planungssicherheit. Zugleich erhöht sie den politischen Druck auf die europĂ€ischen VerbĂ€nde, ihre Kritik an Infantino in eine gemeinsame Kandidatur und ein belastbares Reformprogramm zu ĂŒbersetzen. Ein geschlossenes Vorgehen könnte Europas Einfluss stĂ€rken, wĂ€hrend unterschiedliche Interessen zwischen VerbĂ€nden, Ligen und Klubs die Suche nach einem mehrheitsfĂ€higen Bewerber erschweren könnten.

FĂŒr Fußballfans bleibt der Streit vor allem dort relevant, wo Verbandsentscheidungen Wettbewerbe, Spielkalender und die Vermarktung von Turnieren betreffen. Die UEFA-Wahl im April in Astana wird deshalb auch als Signal fĂŒr den Kurs des europĂ€ischen Fußballs vor der FIFA-PrĂ€sidentschaftswahl wahrgenommen.

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