Weil rechnet nicht mit Einigung auf höheren Rundfunkbeitrag
12.12.2024 - 03:30:42Niedersachsens MinisterprĂ€sident Stephan Weil sieht die GesprĂ€che der LĂ€nderchefs ĂŒber eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags als festgefahren an. «Ich rechne nicht mehr mit einer Einigung. Da sind die Fronten leider sehr verhĂ€rtet», sagte der SPD-Politiker vor der heutigen MinisterprĂ€sidentenkonferenz in Berlin. «Wir mĂŒssen davon ausgehen, dass die Entscheidung schlussendlich vom Bundesverfassungsgericht getroffen wird. Wir mĂŒssen aber vermeiden, das zur Regel werden zu lassen.»
Der Rundfunkbeitrag betrĂ€gt zurzeit monatlich 18,36 Euro. Eine Kommission, an deren Empfehlung sich die LĂ€nder eng orientieren mĂŒssen, hatte fĂŒr die Jahre 2025 bis 2028 eine Erhöhung um 58 Cent empfohlen. Niedersachsen unterstĂŒtzt diesen Schritt. Ende Oktober hatten die LĂ€nderchefs ihre GesprĂ€che darĂŒber aber vertagt. ARD und ZDF kĂŒndigten daraufhin im November an, dass sie fĂŒr die Erhöhung vor das Bundesverfassungsgericht ziehen.
Verfassungsbeschwerde aus Sicht von Weil verfrĂŒht
«Das war ein bisschen vor der Zeit, weil wir unsere Beratungen noch gar nicht abgeschlossen haben», sagte Weil zu der Verfassungsbeschwerde. «Der Gang nach Karlsruhe hat dazu beigetragen, dass die Fronten noch mal hĂ€rter geworden sind.» Niedersachsen hat derzeit den Co-Vorsitz der LĂ€nderrunde inne.Â
Weil kĂŒndigte zudem an, auf einen Appell an den Bund zu dringen, noch vor der Neuwahl Schritte zur wirtschaftlichen Belebung zu ergreifen. «Wir dĂŒrfen nicht das nĂ€chste halbe Jahr verstreichen lassen, ohne deutliche Akzente fĂŒr einen wirtschaftlichen Aufschwung zu geben», sagte er. «Parteitaktik sollte nicht höher stehen als das gemeinsame Interesse, die Union muss Farbe bekennen und den eigenen Worten Taten folgen lassen.»
LĂ€nder beraten ohne den Kanzler
Anders als ursprĂŒnglich geplant findet die MinisterprĂ€sidentenkonferenz ohne Kanzler Olaf Scholz (SPD) statt. «Weder der Kanzler noch die LĂ€nder hatten den Eindruck, dass ein gemeinsames Treffen jetzt Sinn macht», sagte Weil dazu. «Jetzt ist erst einmal Wahlkampf, dann werden wir weiterschauen.»


