Köln, Demografie-Check

IW Köln will Demografie-Check fĂŒr alle neuen Gesetze

03.01.2025 - 18:23:25

Um den Problemen am Arbeitsmarkt zu begegnen, fordert der Arbeitsmarktexperte Holger SchĂ€fer vom Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln (IW) einen "Demografie-Check" fĂŒr alle neuen Gesetze.

"Jedes Gesetz, das die Regierung neu auf den Weg bringt, sollte einem Demografie-Check unterzogen werden", sagte SchĂ€fer dem "Stern" anlĂ€sslich der Veröffentlichung der neuen Arbeitsmarktzahlen. "Das heißt, es sollte untersucht werden, ob das Vorhaben negative Effekte auf das ArbeitskrĂ€fteangebot hat." Wenn dem so sei, solle man "nochmal sehr genau ĂŒberlegen, ob man diese Leistung tatsĂ€chlich so einfĂŒhren will", so SchĂ€fer. Der Ökonom des arbeitgebernahen Instituts fordert die Politik dazu auf, damit aufzuhören, "stĂ€ndig neue Leistungen zu erfinden", die es finanziell belohnten, von der Arbeit wegzubleiben.

Als Beispiel nannte SchĂ€fer die Forderung nach einer sogenannten "Familienstartzeit". Diese war bereits im Koalitionsvertrag vorgesehen und findet sich nun auch im Wahlprogramm der SPD. Dadurch sollen VĂ€ter nach der Geburt zwei Wochen bezahlt zu Hause bleiben können. Auch eine EU-Richtlinie schreibt eine zehntĂ€gige bezahlte Auszeit des zweiten Elternteils rund um die Geburt des Kindes vor. Arbeitslose hĂ€tten den PlĂ€nen zufolge keinen Anspruch auf die Leistung. "Das mag im Einzelnen auch schön sein, aber letztendlich ist es ein weiterer Baustein in einem Geflecht, das es finanziell attraktiv macht, nicht zur Arbeit zu gehen", sagte SchĂ€fer. "Das ist etwas, von dem wir uns jetzt verabschieden mĂŒssen." Es sei nicht kleinzureden, dass die Arbeitslosigkeit steige, sagte SchĂ€fer. Trotz dieser Zahlen sei das grundlegende Problem aber der Mangel an ArbeitskrĂ€ften. Um dem zu begegnen, brauche es neben Zuwanderung und besserer Möglichkeiten der Kinderbetreuung "vor allem auch ein Umdenken in der Politik, das Anerkennen der Lage, dass die Situation ernst ist".

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