SPD, StÀrkung

SPD drÀngt auf StÀrkung der deutschen Nachrichtendienste

31.03.2025 - 00:00:00

Um die AbhÀngigkeit von Geheimdienstinformationen aus den USA zu reduzieren, fordert die SPD eine StÀrkung der deutschen Nachrichtendienste.

"Unsere Nachrichtendienste mĂŒssen eigene FĂ€higkeiten weiter aufbauen und den Eigenschutz erweitern, um sicherheitsrelevante Entwicklungen selbststĂ€ndig und souverĂ€n bewerten zu können", sagte der SPD-Innenpolitiker Sebastian Hartmann der "Rheinischen Post" (Montagsausgabe). "Hierzu zĂ€hlt, die Befugnisse fĂŒr die eigenen Nachrichtendienste zu erweitern und insbesondere den Ressourcenansatz zu erhöhen." NatĂŒrlich sei man dabei eng in europĂ€ische Strukturen eingebunden - "gerade mit Blick auf die Bedrohung durch autokratische Staaten wie Russland und an den Außengrenzen der EU". Hartmann sagte, die USA hĂ€tten "aufgrund ihrer Rolle einen anderen globalen Fokus und haben andere RĂ€ume gerade im Pazifik stĂ€rker im Blick".

FĂŒr Deutschland bedeutet das: "Wir mĂŒssen unsere Sicherheitsinteressen eigenstĂ€ndig wahrnehmen können und die neue Herausforderung der transatlantischen Zusammenarbeit mit mehr SouverĂ€nitĂ€t und Bereitschaft zu mehr Verantwortung beantworten." AbhĂ€ngigkeiten bestĂŒnden immer wechselseitig, die FĂ€higkeiten westlicher Nachrichtendienste wĂŒrden sich ergĂ€nzen. "Erst im Zusammenspiel entfalten sie ihre volle Wirkung. Das gilt fĂŒr Deutschland und die USA gleichermaßen. Die StĂ€rkung eigener KapazitĂ€ten und europĂ€ischer Kooperation ist daher kein Gegensatz, sondern Voraussetzung fĂŒr eine verlĂ€ssliche Partnerschaft", so Hartmann weiter. BundestagesvizeprĂ€sidentin Andrea Lindholz (CSU) hĂ€lt eine StĂ€rkung der deutschen Nachrichtendienste ebenfalls fĂŒr notwendig, um die nachrichtendienstliche Zusammenarbeit mit den USA zu erhalten. "Wie in vielen anderen Feldern ist die Zusammenarbeit mit den USA auch im Sicherheitsbereich seit Jahrzehnten sehr eng", sagte Lindholz der "Rheinischen Post". Es sei kein Geheimnis, dass man etwa bei der Verhinderung von TerroranschlĂ€gen oder bei der BekĂ€mpfung von Kinderpornographie sehr von Informationen aus den USA profitiere. "Es mag paradox klingen, aber ich bin ĂŒberzeugt: Wir mĂŒssen unsere Nachrichtendienste deutlich stĂ€rken und auch ein StĂŒck weit souverĂ€ner machen, um die gute Zusammenarbeit fortzusetzen." Denn nur so bleibe man auch fĂŒr die amerikanischen Partner interessant. "Auch eine engere Kooperation im europĂ€ischen Rahmen ist dabei hilfreich", so Lindholz weiter. Die GrĂŒnen fordern derweil eine stĂ€rkere Zusammenarbeit europĂ€ischer Nachrichtendienste. "Seit dem Amtsantritt von Donald Trump wird uns vor Augen gefĂŒhrt, dass das transatlantische VerhĂ€ltnis leidet und man sich auf die mit frĂŒheren Regierungen der USA getroffenen Entscheidungen und VertrĂ€ge nicht mehr vollumfĂ€nglich verlassen kann", sagte die Parlamentarische GeschĂ€ftsfĂŒhrerin der GrĂŒnen, Irene Mihalic, der "Rheinischen Post". "Auch vor diesem Hintergrund haben wir als GrĂŒne in den Verhandlungen um das erneute Sondervermögen durchgesetzt, dass wir erhebliche Teile davon dafĂŒr nutzen können, um die Sicherheitsarchitektur unseres Landes fundamental zu verbessern", so die GrĂŒnen-Politikerin. "Gleichzeitig mĂŒssen wir in Europa noch nĂ€her zusammenrĂŒcken und uns noch enger vernetzen. Dies gilt insbesondere fĂŒr die militĂ€rische und die nachrichtendienstliche Zusammenarbeit." Die Zeitenwende sollte nicht nur fĂŒr die Bundeswehr, sondern auch auf die Nachrichtendienste, die Sicherheitsbehörden im Inneren und den Bevölkerungsschutz gelten, so Mihalic.

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