TU-PrÀsidentin, Geraldine

TU-PrĂ€sidentin Geraldine Rauch tritt nicht zurĂŒck

06.06.2024 - 17:25:29

Umstrittene BeitrĂ€ge im Zusammenhang mit dem Gazakrieg kommentierte Geraldine Rauch auf X mit einem Like. DafĂŒr hagelte es Kritik. ZurĂŒcktreten möchte die 41-JĂ€hrige trotzdem nicht.

Die PrĂ€sidentin der Technischen UniversitĂ€t Berlin, Geraldine Rauch, will im Amt bleiben - obwohl eine knappe Mehrheit des Akademischen Senats der Hochschule sich fĂŒr einen RĂŒcktritt ausgesprochen hat. «Mich haben viele Aufrufe und Stellungnahmen erreicht, die mich auffordern zu bleiben. Ich trete nicht zurĂŒck», teilte die 41-JĂ€hrige mit.

Rauch steht in der Kritik, weil sie antisemitische Posts auf der Plattform X mit einem «GefĂ€llt mir» markiert hatte. Dabei ging es insbesondere um einen Beitrag mit Fotos von Demonstranten, die ein Bild des israelischen MinisterprĂ€sidenten Benjamin Netanjahu mit aufgemaltem Hakenkreuz hochhalten. Sie hatte sich fĂŒr das Liken entschuldigt und erklĂ€rt, sie habe den Beitrag wegen seines Textes gelikt und das darunter gepostete Bild nicht genauer betrachtet. Der Urheber des Tweets gibt an, dass auf den Bildern tĂŒrkische Demonstranten zu sehen seien, die einen Waffenstillstand im Gazastreifen forderten.

Knappes Stimmungsbild im Akademischen Senat

In dem Stimmungsbild des Akademischen Senats der Hochschule sprachen sich den Angaben zufolge 13 Mitglieder fĂŒr und 12 gegen einen RĂŒcktritt aus. Die Abstimmung ist aber nicht bindend. Der Akademische Senat habe keinen Abwahlantrag gestellt, sagte Rauch.

«An meinen Fehlern werde ich arbeiten. Im Akademischen Senat habe ich Maßnahmen fĂŒr einen gemeinsamen Weg in die Zukunft genannt. Das von mir eingereichte Disziplinarverfahren wird eine juristische Bewertung hervorbringen», sagte Rauch laut Mitteilung.

Letztes Wort nicht gesprochen

Dennoch ist nicht sicher, ob die Wissenschaftlerin weiterhin PrĂ€sidentin der Technischen UniversitĂ€t bleibt. Am kommenden Montag kommt das Kuratorium der TU - der Aufsichtsrat - zu einer Sondersitzung zum Fall Rauch zusammen. Möglich ist, dass dieses Gremium sich fĂŒr eine Abwahl entscheidet. Allerdings wĂŒrde dann das Thema noch einmal in den Akademischen Senat gehen, der dazu laut der Vorsitzenden Annette Hiller ganz klar Stellung beziehen mĂŒsste. Am Ende mĂŒsste dann der Erweiterte Akademische Senat ĂŒber die Zukunft Rauchs entscheiden.

Mit dem Disziplinarverfahren wolle sie sich den VorwĂŒrfen stellen und eine objektive AufklĂ€rung ermöglichen, hatte Rauch gestern gesagt. Sie entschuldigte sich außerdem erneut dafĂŒr, einen antisemitischen Post im Internet mit einem «GefĂ€llt mir» markiert zu haben und sprach von «tiefer Reue». Sie habe viele Menschen tief verletzt und bitte noch einmal um Verzeihung. Von sozialen Plattformen habe sie sich abgemeldet. Rauch kĂŒndigte zudem an, die Antisemitismusarbeit an der Hochschule stĂ€rken zu wollen - «und zwar nicht durch Worte, sondern entschiedenes Handeln».

@ dpa.de