Nach Sabotageakt:Â Bahnverkehr soll sich normalisieren
09.09.2023 - 04:16:18Nach einem mutmaĂlichen Brandanschlag mĂŒssen sich Bahnreisende auch am Samstag zunĂ€chst weiter auf AusfĂ€lle und VerspĂ€tungen auf der Strecke zwischen Hamburg und Berlin einstellen. «Wir sind mit Hochdruck mit der Störungsbehebung beschĂ€ftigt», erklĂ€rt eine Sprecherin der Deutschen Bahn am Samstagmorgen. «Nach unserer aktuellen Prognose kann sich das noch bis in die frĂŒhen Mittagsstunden hinziehen.» Die meisten ZĂŒge fahren zwar, aber es kann bis zu 60 Minuten lĂ€nger dauern, da ein Umweg in Kauf genommen werden muss.
Nach einem Sabotageakt am Freitag war der Fernverkehr der Bahn zwischen Hamburg und Berlin schwer beeintrĂ€chtigt. Das groĂe Chaos an den betroffenen Hauptbahnhöfen in Hamburg und Berlin blieb jedoch aus. Am Samstagmorgen war die Lage in Hamburg ruhig. Nur einzelne Reisende standen an den Gleisen, von denen Verbindungen nach und ĂŒber Berlin abfahren sollen.Â
In der Nacht zum Freitag wurden der Polizei zufolge an drei Stellen im Hamburger Stadtgebiet KabelschÀchte an Bahnstrecken in Brand gesetzt. Auf der linken Plattform Indymedia tauchte ein Bekennerschreiben auf. Bundesverkehrsminister Volker Wissing forderte ein konsequentes Durchgreifen des Rechtsstaats. «Solche AnschlÀge sind eine Form von Terrorismus», sagte der FDP-Politiker.
Bahn:Â Einige Tickets auch heute noch gĂŒltig
Bei gröĂeren VerspĂ€tungen oder ZugausfĂ€llen haben Bahnreisende bestimmte Rechte. Sie können etwa ihre Fahrkarte zu einem anderen Zeitpunkt und auch ĂŒber eine andere StreckenfĂŒhrung zum Ziel nutzen oder sich den Ticketpreis erstatten lassen. Je nach Wartezeit können sie auch auf Mahlzeiten und Erfrischungen pochen. Darauf wies die Bahn auch bei X, frĂŒher Twitter, die FahrgĂ€ste hin: Zugbindungen seien teils aufgehoben, einige Tickets auch am Samstag noch gĂŒltig.
Faeser: Bahnanlagen besser schĂŒtzen
Eher mau sind nach EinschĂ€tzung von Juristen im aktuellen Fall die Aussichten auf zusĂ€tzliche EntschĂ€digungen, die einem sonst oft bei VerspĂ€tungen ab mehr als einer Stunde zustehen. Der Hintergrund dafĂŒr: Der mutmaĂliche Brandanschlag ist ein Eingriff Dritter und damit auĂerhalb des Einflussbereichs der Deutschen Bahn. Der bundeseigene Konzern verurteilte den Brandanschlag «auf das SchĂ€rfste».
Bundesinnenministerin Nancy Faeser will fĂŒr einen besseren Schutz der Trassen sorgen. Der «Bild am Sonntag» sagte die SPD-Politikerin: «Wer die TĂ€ter waren, wird mit Hochdruck ermittelt. Und klar ist nicht erst seit dieser Tat: Wir mĂŒssen unsere Bahn-Infrastruktur noch besser schĂŒtzen. Daher verstĂ€rken wir die VideoĂŒberwachung: Bis nĂ€chstes Jahr erhöhen wir die Zahl der Kameras an Bahnanlagen von 9000 auf 11.000.»





