Lauterbach will rasch strengere Regeln fĂŒr Lachgas
24.05.2024 - 11:19:01Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach will rasch fĂŒr strengere Regeln sorgen, um den Verkauf von Lachgas als Partydroge besonders an junge Leute einzudĂ€mmen. «Wir werden schnell mit einer Regelung kommen», sagte der SPD-Politiker im ARD-«Morgenmagazin». Als eine Möglichkeit nannte er den Vorschlag aus Niedersachsen, Lachgas in die Liste von psychoaktiven Stoffen aufzunehmen, mit dann sehr strengen Regeln fĂŒr den Verkauf. «Wir gehen das jetzt sehr schnell an», versicherte der Minister.
FĂŒr die Zeit bis zu einer Regelung empfahl Lauterbach Eltern, ihre Kinder aufzuklĂ€ren. «Das klingt lustig und ungefĂ€hrlich. Ist es aber nicht», warnte der SPD-Politiker. Bei regelmĂ€Ăigem Konsum könnte es zu UnfĂ€llen oder gar neurologischen SchĂ€den kommen. Auch bleibende SchĂ€den seien nicht auszuschlieĂen. «FĂŒr Kinder und Jugendliche ist das sehr gefĂ€hrlich», sagte Lauterbach. Ein Verbot hĂ€lt der Minister nicht fĂŒr möglich, weil Lachgas auch industriell genutzt werde.
Mediziner: «Das Problem ist, dass es unterschÀtzt wird»
Der Kölner Mediziner Volker Limmroth forderte harte EinschrĂ€nkungen bei der VerfĂŒgbarkeit von Lachgas. «Das Problem ist, dass es unterschĂ€tzt wird», sagte Limmroth, Chefarzt der Klinik fĂŒr Neurologie in Köln-Merheim, am Freitag im ARD-«Morgenmagazin». Es sei bislang legal, billig und verfĂŒgbar. «Selbst am Kiosk neben jeder Schule haben sie das inzwischen. Und das muss aufhören. Die VerfĂŒgbarkeit muss unterbrochen werden», sagte er. «Ein Narkosemittel gehört nicht in den allgemeinen Verkauf, sondern das gehört in die HĂ€nde von Ărzten. Und nicht zwischen GummibĂ€rchen.»
In Deutschland sind Verkauf und Konsum von Lachgas nicht verboten. Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Neurologie hatte zuletzt vor Gefahren gewarnt. Der Konsum steigt demnach insbesondere bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Lachgas ist laut niedersĂ€chsischer Ărztekammer nicht als Droge nach dem BetĂ€ubungsmittelgesetz eingestuft.


