Ungarn, ErklÀrung

Ungarn verhindert ErklÀrung der EU-LÀnder gegen russische Mediensperre

26.06.2024 - 15:25:03

Ungarn hat eine gemeinsame ErklÀrung der EU-Staaten zu Russlands Vorgehen gegen europÀische Medien verhindert.

Wie mehrere Diplomaten am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in BrĂŒssel bestĂ€tigten, könnte deshalb nur ein Statement des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell veröffentlicht werden. In diesem heißt es, die EU verurteile die völlig unbegrĂŒndete Entscheidung der russischen Behörden, den Zugang zu mehr als 80 europĂ€ischen Medien in Russland zu blockieren.

Diese Entscheidung schrÀnke den Zugang zu freien und unabhÀngigen Informationen weiter ein und verstÀrke die ohnehin schon strenge Medienzensur in Russland. Die verbotenen europÀischen Medien arbeiteten nach journalistischen Prinzipien und Standards. Sie lieferten sachliche Informationen, auch an russisches Publikum.

Zu EU-Sanktionen gegen russische Medien heißt es in der ErklĂ€rung, im Gegensatz zu den von Moskau ins Visier genommen Medien, seien diese Desinformations- und PropagandakanĂ€le und keine freien und unabhĂ€ngigen Medien. Ihre SendetĂ€tigkeiten in der EU seien ausgesetzt worden, da diese KanĂ€le unter der Kontrolle der russischen Behörden stĂŒnden und zur UnterstĂŒtzung des Angriffskriegs gegen die Ukraine genutzt wĂŒrden. "Die Achtung der Meinungs- und Medienfreiheit ist ein Kernwert der EU. Sie wird weiterhin die VerfĂŒgbarkeit von sachlichen Informationen auch fĂŒr das Publikum in Russland unterstĂŒtzen", betonte EU-Chefdiplomat Borrell.

Russland hatte am Dienstag mitgeteilt, als Reaktion auf das Ausstrahlungsverbot mehrerer russischer Medien in Europa seinerseits 81 europÀische Medienunternehmen auf eine Schwarze Liste zu setzen. Von den deutschen Medien sind "Der Spiegel", "Die Zeit" und die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" betroffen.

Warum Ungarn eine ErklÀrung im Namen aller EU-Staaten verhinderte, blieb zunÀchst unklar. Als möglichen Hintergrund nannten Diplomaten, dass die Regierung in Budapest selbst gegen missliebige Medien vorgehe und dies als legitim ansehe.

@ dpa.de