TennisbÀlle und historischer Sieg: Union mit 3:1 in Mainz
10.05.2026 - 21:33:36 | dpa.deMarie-Louise Eta hat FuĂball-Geschichte geschrieben und als erste Cheftrainerin einen Sieg in der Bundesliga gefeiert. Die 34-JĂ€hrige setzte sich mit dem 1. FC Union Berlin am 33. Spieltag beim FSV Mainz 05 mit 3:1 (1:0) durch. In ihrem vierten Spiel gelang endlich der ersehnte Erfolg.
«NatĂŒrlich sind wir sehr, sehr glĂŒcklich, dass wir in keinem einfachen Spiel so eine gute Leistung gezeigt haben und sich die Jungs mit einem Sieg belohnen konnten», sagte Eta bei DAZN. Auf ihren persönlichen Erfolg wollte sie nicht eingehen. «Man freut sich, man will Spiele gewinnen. Das war schon immer so», sagte Eta.Â
Andrej Ilic brachte die GĂ€ste in der 38. Minute in FĂŒhrung. Ausgerechnet der Ex-Unioner Sheraldo Becker (48.) erzielte kurz nach dem Seitenwechsel den Ausgleich. Doch Oliver Burke (88.) und Josip Juranovic (90.+1) sorgten dann fĂŒr den historischen Sieg im vierten Spiel unter Eta. Sie ist damit die erste Frau, die in der Bundesliga einen Club zu einem Erfolg fĂŒhrte. «Heute haben wir endlich den Sieg auch fĂŒr sie geholt, weil sie einfach gute Arbeit leistet und sie hat es sich verdient», sagte Christopher Trimmel.Â
Fischer gegen seinen Ex-Club
FĂŒr Aufsehen sorgte auch eine Protestaktion der Berliner AnhĂ€nger, die in der ersten HĂ€lfte TennisbĂ€lle auf den Rasen warfen und fĂŒr eine mehrminĂŒtige Unterbrechung sorgten. Damit protestierten sie gegen die Spielansetzungen an Sonntagen.
Sportlich war die abschlieĂende Partie des vorletzten Spieltags quasi bedeutungslos. Beiden Clubs war der Klassenverbleib nicht mehr zu nehmen, die Europapokal-Qualifikation war sowohl fĂŒr die Mainzer als auch fĂŒr die Berliner schon auĂer Reichweite.
Zumindest fĂŒr Mainz-Coach Urs Fischer dĂŒrfte die Partie dennoch besonders gewesen sein. Der Schweizer war von Sommer 2018 bis November 2023 Coach von Union und fĂŒhrte den Club nicht nur erstmals in die Bundesliga, sondern auch in jeden der drei Europapokal-Wettbewerbe.
Zentner mit Comeback nach einem knappen halben Jahr
Erstmals seit dem 27. November stand wieder Robin Zentner im Tor der Gastgeber. Der Schlussmann fehlte monatelang wegen einer Adduktorenverletzung, rechtzeitig zum letzten Heimspiel dieser Saison gelang ihm nun das Comeback.
Zentner ersetzte Daniel Batz, von dem sich der FSV vor dem Anpfiff verabschiedete. Der 35-JÀhrige, der sich nach Club-Angaben gegen eine VertragsverlÀngerung entschied, wurde dabei von den Fans lautstark mit Sprechchören gefeiert. Auch von Armindo Sieb, Maxim Leitsch und Niklas Tauer, deren VertrÀge im Sommer dem Vernehmen nach auslaufen, verabschiedeten sich die Rheinhessen.
Zentner erst stark, dann unglĂŒcklich
Zentner war auch schon frĂŒh gefordert, als er mit einem starken Reflex bei einem Kopfball von Ilic einen RĂŒckstand verhinderte. Kurz nachdem FSV-Verteidiger Danny da Costa angeschlagen das Feld verlassen musste (16.), sorgten die Union-Fans mit ihren Tennisball-WĂŒrfen fĂŒr eine minutenlange Unterbrechung.
Trotz der ungeplanten Pause blieben die GĂ€ste das aktivere Team - und belohnten sich durch Ilic, der per Kopf die FĂŒhrung erzielte. Zentner sah dabei nicht gut aus und flog an der Flanke von Vorlagengeber Aljoscha Kemlein vorbei. Die Mainzer blieben offensiv ĂŒber weite Strecken der ersten HĂ€lfte harmlos.
Becker trifft kurz nach Wiederanpfiff
Das Ă€nderte sich nach dem Seitenwechsel: Becker sorgte nach einer mustergĂŒltigen Hereingabe von Paul Nebel fĂŒr den Ausgleich. In der 57. Minute jubelten die 05er erneut, doch der sehenswerte Treffer von StĂŒrmer Phillip Tietz wurde nach ĂberprĂŒfung wegen einer Abseitsposition aberkannt.Â
Danach bemĂŒhten sich beide Teams zwar, ein Tor blieb bis zur Schlussphase aus. Dann schlugen Burke und Juranovic fĂŒr die Köpenicker spĂ€t zu.
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