RĂŒckschlag, Trump

RĂŒckschlag fĂŒr Trump: Gericht erklĂ€rt Zölle fĂŒr rechtswidrig

29.05.2025 - 03:43:39

US-PrĂ€sident Donald Trump hat Handelspartnern den Kampf angesagt und happige Zölle verhĂ€ngt. Das sorgt weltweit fĂŒr Aufruhr, aber auch in den USA gibt es Klagen. Nun tritt ein Gericht auf die Bremse.

Herbe Niederlage fĂŒr US-PrĂ€sident Donald Trump: Ein Bundesgericht in den USA hat seiner Regierung die Befugnis abgesprochen, weitreichende Zölle unter Berufung auf ein Notstandsgesetz zu verhĂ€ngen. Damit ist Trumps aggressive Handelspolitik, die FinanzmĂ€rkte weltweit erschĂŒttert und auch Privatanleger viel Geld gekostet hat, zumindest vorerst ausgebremst. Seine Regierung legte allerdings umgehend Berufung gegen die Entscheidung ein. 

Das zustĂ€ndige Gericht fĂŒr internationalen Handel in New York ordnete an, die betreffenden Zölle mĂŒssten vorerst «aufgehoben und ihre Anwendung dauerhaft untersagt» werden. Die Entscheidung betrifft fast alle von Trumps Regierung erlassenen Zölle - darunter jene Strafabgaben, die der Republikaner am von ihm so bezeichneten «Tag der Befreiung» Anfang April verhĂ€ngt hatte, aber auch bestimmte Zölle auf Waren aus Kanada, Mexiko und China. 

Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen. Der juristische Streit wird nun aller Voraussicht nach den Weg durch die Instanzen gehen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass ein Berufungsgericht die Zölle bis zu einer finalen Entscheidung wieder in Kraft setzt. 

Mehrere Klagen gegen Trumps Strafabgaben

Trump hatte Anfang April bei einer Veranstaltung im Rosengarten des Weißen Hauses ein weitreichendes Zollpaket vorgestellt und Handelspartnern der USA den Kampf angesagt. Mehrere LĂ€nder reagierten mit der AnkĂŒndigung von Gegenmaßnahmen, wĂ€hrend andere den Weg ĂŒber Verhandlungen suchten. 

Trump verhĂ€ngte damals auch sogenannte wechselseitige Zölle, die er mit dem Handelsdefizit des jeweiligen Handelspartners begrĂŒndete - setzte diese aber wegen der Talfahrt an den FinanzmĂ€rkten vorlĂ€ufig wieder aus. Gleichzeitig verhĂ€ngte er universelle Zölle in Höhe von 10 Prozent, die Waren aus fast aller Welt betreffen. 

Dagegen geklagt hatten unter anderem ein Dutzend US-Bundesstaaten vor dem Gericht in New York - zehn von ihnen werden von den Demokraten regiert, zwei von Trumps Republikanern. Auch andere Gegner von Trumps Handelspolitik reichten Klage gegen die Zölle ein. Die nationale Handelspolitik dĂŒrfe nicht von Trumps Launen abhĂ€ngen, hieß es in einem der AntrĂ€ge. 

Trump beruft sich wegen Handelsdefizits auf Notstand

Zölle mĂŒssen in der Regel vom US-Parlament genehmigt werden - aber in der Praxis kann der PrĂ€sident unter bestimmten Voraussetzungen eigenstĂ€ndig Zölle verhĂ€ngen. Trump argumentiert, dass Handelsdefizite mit anderen LĂ€ndern ein nationales Sicherheitsrisiko seien und damit ein nationaler Notstand bestehe. Mit dieser BegrĂŒndung verhĂ€ngte der Republikaner die weitreichenden Zölle per Dekret - und umging in diesem Fall das Parlament. Er nutzte dafĂŒr ein Gesetz aus dem Jahr 1977, das noch nie zuvor fĂŒr Zölle angewandt worden war. Das Gericht in New York kam zu dem Schluss, dass dies nicht rechtens ist. 

Kush Desai, ein Sprecher des Weißen Hauses, kritisierte die Entscheidung des Gerichts scharf. Die Handelsdefizite hĂ€tten eine nationale Notlage geschaffen, die amerikanische Gemeinden schwĂ€che, Arbeiter in Nöte bringe und die US-Verteidigungsindustrie geschwĂ€cht habe, hieß es in einer ErklĂ€rung, die der Deutschen Presse-Agentur in Washington vorlag. Nicht gewĂ€hlte Richter hĂ€tten nicht darĂŒber zu entscheiden, wie man mit einem nationalen Notstand umgehe. «PrĂ€sident Trump hat versprochen, Amerika an die erste Stelle zu setzen.»

Trump betont regelmĂ€ĂŸig, mit den Zöllen ArbeitsplĂ€tze zurĂŒck in die USA holen und die heimische Produktion ankurbeln zu wollen. Gleichzeitig trat er in Verhandlungen mit mehreren Handelspartnern und nutzte die Zölle als Druckmittel, um ZugestĂ€ndnisse zu erzwingen. Gerade erst hat Großbritannien einen Handelspakt mit den USA geschlossen, um hohe Zölle abzuwenden. Auch mit China hat die US-Regierung eine Senkung der gegenseitigen Zölle ausgehandelt.

Hauptgegner EU und China

Besonders gegen die EuropĂ€ische Union wettert Trump immer wieder heftig. RegelmĂ€ĂŸig wirft er den EuropĂ€ern vor, die USA «abzuzocken», wĂ€hrend er mit höheren Zöllen auf Einfuhren in die Vereinigten Staaten mehr Gleichgewicht im Welthandel erzwingen wolle. Zuletzt spitzte sich der Handelsstreit nochmals zu: Trump drohte der EU ĂŒberraschend mit Strafzöllen in Höhe von 50 Prozent ab 1. Juni. Wenig spĂ€ter schob er diese Maßnahme um gut einen Monat auf. Nun wollen beide Seiten bis zum 9. Juli eine Lösung finden. 

Bei seinem handelspolitischen Konfrontationskurs hat Trump auch die zweitgrĂ¶ĂŸte Volkswirtschaft besonders im Fokus: China ist fĂŒr ihn der «grĂ¶ĂŸte ÜbeltĂ€ter». Zuletzt gingen beide Seiten bei GesprĂ€chen in Genf einen großen Schritt aufeinander zu. 

Seine Zollpolitik ist fĂŒr Trump auch innenpolitisch riskant - auch wenn der Republikaner davon nichts wissen will. Denn ein Importzoll funktioniert Ă€hnlich wie eine Steuer. Die Abgabe muss vom importierenden Unternehmen an den Staat gezahlt werden - in diesem Fall also von Firmen in den USA. Üblicherweise geben importierende Unternehmen die höheren Kosten an die Verbraucher weiter. Das wiederum kann die Inflation anheizen.

@ dpa.de