EU stimmt fĂŒr erste Gegenzölle auf US-Produkte
09.04.2025 - 15:15:30Die EU-Staaten haben den Weg fĂŒr erste Gegenzölle zwischen 10 und 25 Prozent als Reaktion auf die von US-PrĂ€sident Donald Trump angeordneten Zölle freigemacht. Kommende Woche sollen nach Angaben der EuropĂ€ischen Kommission unter anderem Sonderabgaben fĂŒr Jeans und MotorrĂ€der aus den USA in Kraft treten.
Weitere Gegenzölle sollen dann Mitte Mai und Ende des Jahres erhoben werden - das betrifft unter anderem auch Lebensmittel wie Rindfleisch, GeflĂŒgel oder ZitrusfrĂŒchte wie Orangen oder Grapefruits. Anfang Dezember sollen dann Zusatzzölle fĂŒr NĂŒsse und Sojabohnen kommen.
Kein Whiskey von Gegenzöllen betroffen
Entgegen ursprĂŒnglicher Planungen gibt es vorerst keine Zusatzzölle auf amerikanischen Whiskey und andere alkoholische GetrĂ€nke. Als Grund gilt vor allem die Lobbyarbeit von LĂ€ndern wie Frankreich und Italien. Trump hatte nach Bekanntwerden der EU-Planungen mit Gegenzöllen von 200 Prozent auf Wein, Champagner und andere alkoholischen GetrĂ€nke aus EU-Staaten gedroht, sollte die EU das Vorhaben umsetzen.
Bei den geplanten EU-Sonderzöllen handelt es sich um die Reaktion auf die bereits vor rund einem Monat verhĂ€ngten neuen US-Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte. Die US-MaĂnahmen treffen nach EU-Angaben Exporte im Wert von 26 Milliarden Euro und könnten den USA damit theoretisch zusĂ€tzliche Zolleinnahmen von rund 6,5 Milliarden Euro bescheren. Die nun von der EU beschlossene trifft nach Angaben aus EU-Kreisen Waren im Wert von rund 21 Milliarden Euro.Â
EU setzt auch auf Verhandlungen
Anfang der Woche hatte EU-Handelskommissar Maros Sefcovic noch gesagt, Plan A sei es, auf Verhandlungen zu setzen - eine entschlossene Reaktion sei Plan B. «Unser Ziel ist es nicht so eskalieren, sondern zu verhandeln», betonte Sefcovic am Montag.
Auch EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen hatte am Montag noch betont, die EuropĂ€ische Union sei trotz der Zollentscheidungen von US-PrĂ€sident Donald Trump bereit, zu verhandeln. Das Angebot an die USA: eine Vereinbarung zur gegenseitigen Aufhebung aller Zölle auf IndustriegĂŒter. Im Falle eines Scheiterns von Verhandlungen wĂŒrden mögliche GegenmaĂnahmen vorbereitet werden.
EU rĂŒstet sich fĂŒr Trumps Handelskampf
An einem weiteren groĂen MaĂnahmenpaket fĂŒr die zuletzt von Trump angekĂŒndigten Zölle auf Autos und fast alle anderen EU-Exporte in die USA wird noch gearbeitet.Â
Trump will mit Zöllen angebliche Handelsungleichgewichte korrigieren und Produktion in die USA verlagern. Zugleich sollen die Zolleinnahmen dazu dienen, im Wahlkampf versprochene Steuersenkungen zumindest teilweise gegenzufinanzieren.
Nach Berechnungen der EU wĂŒrden sich die gesamten Zusatzeinnahmen der USA durch neue Zölle auf EU-Waren bei einem gleichbleibenden Handelsvolumen auf 81 Milliarden Euro belaufen.
FĂŒr die EU ist es nicht das erste Mal, dass sie mit Gegenzöllen auf US-Zölle antwortet. Dies war bereits in der ersten Amtszeit von Trump der Fall gewesen, als dieser Sonderzölle auf Stahl- und Aluminium einfĂŒhren lieĂ. Die MaĂnahmen wurden dann aber nach einer Einigung mit dem von 2021 bis 2025 regierenden US-PrĂ€sidenten Joe Biden ausgesetzt.





