Donald Trump, Russland

Russland liefert Diesel: Trump kündigt Millionen Tonnen für USA und Weltmarkt an

Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 00:31 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

US-Präsident Donald Trump kündigt nach einem Gespräch mit Wladimir Putin umfangreiche russische Diesellieferungen für die USA und den Weltmarkt an. Die Vereinbarung stößt in der Ukraine auf scharfe Kritik und steht im Gegensatz zum bisherigen Sanktionskurs gegen Moskau.

  • Nach einem Gespräch mit dem russischen Präsidenten Putin stellt US-Präsident Trump russische Diesellieferungen in Aussicht. (Archivfoto) - Bild: Mikhail Metzel/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa
    Nach einem Gespräch mit dem russischen Präsidenten Putin stellt US-Präsident Trump russische Diesellieferungen in Aussicht. (Archivfoto) - Bild: Mikhail Metzel/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa
  • Der ukrainische Präsident Selenskyj kritisiert die Vereinbarung. (Archivbild) - Bild: Kay Nietfeld/dpa
    Der ukrainische Präsident Selenskyj kritisiert die Vereinbarung. (Archivbild) - Bild: Kay Nietfeld/dpa
Nach einem Gespräch mit dem russischen Präsidenten Putin stellt US-Präsident Trump russische Diesellieferungen in Aussicht. (Archivfoto) - Bild: Mikhail Metzel/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa Der ukrainische Präsident Selenskyj kritisiert die Vereinbarung. (Archivbild) - Bild: Kay Nietfeld/dpa

US-Präsident Donald Trump hat nach einem Gespräch mit Kremlchef Wladimir Putin umfangreiche Diesellieferungen aus Russland für die USA und den Weltmarkt angekündigt.

Millionen Tonnen in mehreren Schritten

Nach Trumps Darstellung sollen umgehend mehr als 300.000 Tonnen Diesel bereitgestellt werden. Im November sollen weitere 500.000 Tonnen folgen, unmittelbar danach eine weitere Million Tonnen.

Abhängig vom Zustand der russischen Raffinerien stellte Trump zudem innerhalb kurzer Zeit weitere drei Millionen Tonnen in Aussicht. Vor Journalisten im Weißen Haus bezeichnete er die Vereinbarung als „große Sache“ und sagte, riesige Mengen Öl kämen in die USA.

Kreml bestätigt Vereinbarung

Der Kreml bestätigte, dass Russland bereit sei, Erdöl und Erdölprodukte auf den amerikanischen und die internationalen Märkte zu liefern. Nach russischer Darstellung könne dies der gesamten Weltwirtschaft zugutekommen.

In dem Telefonat seien außerdem der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und die Lage im Iran besprochen worden. Russlands Vizeregierungschef Alexander Nowak kündigte für Oktober 300.000 Tonnen Diesel an; im November und Dezember könnten weitere 500.000 und eine Million Tonnen folgen.

Selenskyj kritisiert Trump-Deal

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kritisierte die Vereinbarung scharf. Die Erlaubnis für Russland, Erdölprodukte zu verkaufen, sei eine Investition in den Krieg gegen die Ukraine, schrieb er.

In einem Interview mit dem US-Portal „Axios“ nannte Selenskyj das Abkommen unfair und unehrlich. Er beklagte, dass Trumps Gesandte Steve Witkoff und Jared Kushner parallel mit ukrainischen Unterhändlern über ein mögliches Kriegsende verhandelten, ohne das Diesel-Abkommen zu erwähnen.

Zeitlich begrenzte US-Erlaubnis

Trump verteidigte die Vereinbarung mit dem Hinweis, die Welt brauche Öl. Das US-Finanzministerium erlaubte wegen der bestehenden Sanktionen Verkauf, Lieferung, Entladung und Import des russischen Diesels vorübergehend bis zum 7. April 2027.

Russland hatte die Ausfuhr von Diesel zuvor eingeschränkt. Die angekündigten Mengen hängen nach Angaben aus Moskau auch von Reparaturen an Raffinerien ab, die durch ukrainische Drohnenangriffe beschädigt worden seien.

Hoher Druck vor den Kongresswahlen

Trump steht in den USA wegen gestiegener Spritpreise unter Druck. Die Kongresswahlen finden in weniger als einem Monat statt; auch Republikaner machten zuletzt den Iran-Krieg für die hohen Preise verantwortlich.

Der US-Präsident hatte Selenskyj in den vergangenen Wochen aufgefordert, Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen. Nach Angaben der US-Energiebehörde liegt der Verbrauch von Diesel und anderen Destillat-Kraftstoffen in den USA derzeit bei rund 3,77 Millionen Barrel täglich. 300.000 Tonnen würden rechnerisch etwa 14 Stunden des US-Verbrauchs decken.

Ölgeschäft mit politischer Sprengkraft

Die angekündigten Lieferungen stehen in einem widersprüchlichen Verhältnis zur bisherigen US-Russland-Politik. Washington hatte Moskau wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine mit Sanktionen unter Druck gesetzt. Eine zeitlich befristete Genehmigung für russischen Diesel würde diesen Kurs bei einem wichtigen Energieprodukt teilweise aufweichen.

Für den US-Markt ist die genannte erste Menge zugleich begrenzt. 300.000 Tonnen entsprechen rechnerisch ungefähr dem amerikanischen Dieselverbrauch eines halben Tages. Sie könnten daher kurzfristig Erwartungen an sinkende Preise beeinflussen, ersetzen aber keine dauerhafte Lösung für Raffinerieausfälle, Transportengpässe oder regionale Versorgungsprobleme.

Abhängigkeit von Raffinerien und Krieg

Russland kann die angekündigten Mengen nur liefern, wenn seine Raffinerien ausreichend arbeiten. Ukrainische Angriffe auf Anlagen haben die russische Verarbeitungskapazität zuletzt belastet. Damit hängt die Umsetzung des Deals nicht allein von politischen Zusagen ab, sondern auch von der technischen Verfügbarkeit und der Logistik.

Signal an Kiew und Moskau

Für die Ukraine hat die Vereinbarung eine zusätzliche politische Bedeutung. Kiew befürchtet, dass Einnahmen aus Energieexporten Russlands Kriegsführung stützen könnten, während Washington zugleich auf niedrigere Preise im Inland zielt. Der Vorgang zeigt damit den Zielkonflikt zwischen kurzfristiger Entlastung bei Energiepreisen, dem Sanktionskurs und den laufenden Verhandlungen über ein Ende des Krieges.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

ntv: „Trump: Putin liefert Millionen Tonnen Diesel für USA und Weltmarkt“ (09.10.2026)

Der Bericht bestätige Trumps Darstellung der vereinbarten Liefermengen und hebe besonders dessen Erwartung hervor, die Dieselpreise für US-Verbraucher und die Welt zu senken. Anders als die dpa-Meldung fokussiere der Beitrag auf den möglichen Preiseffekt; die Reaktion der Ukraine und die befristete Genehmigung des US-Finanzministeriums blieben dort offen.

Tagesspiegel: „Als „Austauschfonds“: Medwedew droht mit Festnahmen von EU- und US-Bürgern in Russland“ (09.10.2026)

Der Liveblog bestätige die angekündigten Mengen und ordne sie in die parallelen Gespräche zwischen ukrainischen Unterhändlern und den US-Vertretern ein. Der Schwerpunkt liege auf dem diplomatischen Umfeld; offen bleibe auch dort, wie schnell Russland die Lieferungen angesichts des Zustands seiner Raffinerien tatsächlich bereitstellen könne.

Beide Berichte stimmten im Kern bei den angekündigten Mengen überein, setzten aber unterschiedliche Akzente: Der eine betone den möglichen Preiseffekt, der andere den Zusammenhang mit den laufenden Ukraine-Verhandlungen. Die konkrete Umsetzung und die längerfristigen Folgen für Sanktionen und Energiepreise blieben offen.

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