Biden, Republikanern

Biden redet Republikanern wegen Ukraine-Hilfen ins Gewissen

13.02.2024 - 21:45:41

US-PrÀsident Joe Biden hat die Republikaner im ReprÀsentantenhaus eindringlich aufgerufen, sich der Verabschiedung von Ukraine-Hilfen im Kongress nicht lÀnger in den Weg zu stellen.

Die republikanischen Abgeordneten in der Kammer mĂŒssten sich entscheiden, ob sie fĂŒr Freiheit eintrĂ€ten oder fĂŒr Tyrannei, sagte Biden am Dienstag im Weißen Haus in Washington. Sie mĂŒssten sich entscheiden, ob sie an der Seite der Ukraine stĂŒnden oder an der Seite des russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin - an der Seite Amerikas oder an der Seite des frĂŒheren US-PrĂ€sidenten Donald Trump.

Der US-Senat hatte am Dienstag nach monatelangem Gezerre ein milliardenschweres Hilfspaket fĂŒr die von Russland angegriffene Ukraine gebilligt. Dieser Entwurf geht nun an die andere Parlamentskammer, das ReprĂ€sentantenhaus. Ob das Paket dort durchkommen wird, ist aber höchst fraglich. Im ReprĂ€sentantenhaus haben die Republikaner eine knappe Mehrheit, und Abgeordnete vom rechten Rand der Partei stemmen sich - angespornt von Trump - seit langem gegen weitere US-Hilfen fĂŒr Kiew. Sie argumentierten unter anderem, die USA könnten nicht weiter im großen Stil Geld ausgeben, damit die Ukraine ihre Grenzen verteidigen könne, wĂ€hrend es an den Grenzen der USA eine Krise illegaler Migration gebe.

Der republikanische Vorsitzende des ReprĂ€sentantenhauses, Mike Johnson, hat bereits erkennen lassen, dass er den Entwurf erst gar nicht zur Abstimmung stellen lassen könnte. Er will offenbar der Gesetzgebung zur Sicherung der US-Grenze zu Mexiko Vorrang geben. Im US-ReprĂ€sentantenhaus hat der Vorsitzende weitgehend in der Hand, ĂŒber welche GesetzentwĂŒrfe dort ĂŒberhaupt im Plenum abgestimmt wird.

Biden rief Johnson auf, den Gesetzentwurf aus dem Senat sofort im ReprÀsentantenhaus zur Abstimmung zu stellen. Der Entwurf sei dort mehrheitsfÀhig. Johnson wisse das auch. "Deshalb fordere ich den Vorsitzenden auf, das gesamte ReprÀsentantenhaus zu Wort kommen zu lassen und nicht zuzulassen, dass eine Minderheit der extremsten Stimmen (...) diese Gesetzesvorlage blockiert."

Der US-PrĂ€sident mahnte, ukrainische Einheiten mĂŒssten inzwischen teils schon Munition rationieren, um sich weiter gegen Russland zu verteidigen. Er betonte auch einmal mehr, die US-Wirtschaft profitiere am Ende von weiterer UnterstĂŒtzung der Ukraine, weil die Waffen und die Munition, die an Kiew gingen, in den USA hergestellt wĂŒrden.

Die USA gelten als wichtigster VerbĂŒndeter der Ukraine im Abwehrkampf gegen die russische Invasion. Seit Kriegsbeginn im Februar 2022 hat Bidens Regierung militĂ€rische Hilfe in Höhe von mehr als 44 Milliarden US-Dollar (rund 41 Milliarden Euro) fĂŒr Kiew bereitgestellt oder zugesagt. Ende Dezember hatte das US-Verteidigungsministerium das vorerst letzte MilitĂ€rhilfepaket fĂŒr die Ukraine angekĂŒndigt. Seitdem wartet Kiew auf neue finanzielle Zusagen und weitere Waffen und Munition aus den USA.

@ dpa.de