BrĂŒckeneinsturz, Biden

Nach BrĂŒckeneinsturz: Biden besucht UnglĂŒcksort in Baltimore

05.04.2024 - 22:47:42

US-PrĂ€sident Joe Biden hat erstmals nach dem BrĂŒckeneinsturz in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland den UnglĂŒcksort besucht.

Am Freitag machte sich der Demokrat zunÀchst bei einem Rundflug ein Bild aus der Luft. Danach traf er sich zu GesprÀchen mit Marylands Gouverneur Wes Moore, verschiedenen Vertretern der zustÀndigen Behörden sowie Ersthelfern und Angehörigen der Todesopfer.

Bei einer Pressekonferenz nahe der UnglĂŒcksstelle erneuerte Biden das Versprechen, den Wiederaufbau der BrĂŒcke komplett mit Bundesgeldern zu finanzieren. Am Osterwochenende hatten Helfer mit der Beseitigung erster tonnenschwerer BrĂŒckenteile begonnen. Seit der Kollision blockiert das Stahlgerippe die Durchfahrt aus dem Hafen von Baltimore, auch das havarierte Schiff ist noch am Unfallort.

Biden erklĂ€rte, es seien bislang zwei Schneisen auf dem Wasser geschaffen worden, sodass weitere Boote fĂŒr die AufrĂ€umarbeiten zum TrĂŒmmerfeld gelangen könnten. Eine dritte Schneise fĂŒr begrenzten kommerziellen Schiffsverkehr solle bis Ende April entstehen. Der Kanal, der zum Hafen fĂŒhrt, solle bis Ende Mai wieder komplett befahrbar sein. Biden betonte, dass neben der US-Autoindustrie auch viele andere große Firmen auf den Hafen angewiesen seien - darunter der OnlinehĂ€ndler Amazon. FĂŒr jene Menschen, deren Arbeitsplatz von dem Hafen abhĂ€ngt, kĂŒndigte Biden finanzielle UnterstĂŒtzung an.

Vergangene Woche hatte das Containerschiff "Dali" einen StĂŒtzpfeiler der Francis Scott Key Bridge gerammt und die mehr als 2,5 Kilometer lange, vierspurige AutobahnbrĂŒcke so zum Einsturz gebracht. Zwei Menschen konnten gerettet werden, mehrere kamen ums Leben. Die Leichen zweier MĂ€nner wurden bereits geborgen, nach vier Vermissten wird noch gesucht. Bei den Opfern handelt es sich nach Behördenangaben um Bauarbeiter lateinamerikanischer Herkunft, die zum Unfallzeitpunkt Reparaturen auf der BrĂŒcke durchfĂŒhrten.

"Der Schaden ist verheerend und unsere Herzen sind immer noch gebrochen", sagte Biden am Freitag. "Ich bin hergekommen, um mit euch zu trauern." Sekunden vor dem UnglĂŒck habe einer der MĂ€nner seiner Freundin eine Nachricht geschickt. "Die hat gelautet: Wir haben gerade Zement gegossen, wir warten nur darauf, dass er trocknet."

Wie es zu dem UnglĂŒck kommen konnte, untersucht die fĂŒr Transportsicherheit zustĂ€ndigen US-Behörde NTSB - einen vorlĂ€ufigen Bericht soll es in den kommenden Wochen geben. Ersten Erkenntnissen zufolge könnte ein Stromausfall auf dem Schiff die Ursache gewesen sein.

@ dpa.de