Biden rĂ€t Israel von Angriffen auf Irans Ăl-Industrie ab
04.10.2024 - 22:41:22"Wenn ich an ihrer Stelle wĂ€re, wĂŒrde ich ĂŒber andere Alternativen nachdenken, als Ălfelder anzugreifen", sagte Biden bei einem ĂŒberraschenden Auftritt in der regelmĂ€Ăigen Pressekonferenz des WeiĂen Hauses, die normalerweise von seiner Sprecherin abgehalten wird.
Biden erklĂ€rte, die Israelis hĂ€tten sich bislang nicht festgelegt, wie sie auf den jĂŒngsten iranischen Angriff von Dienstagabend reagieren wollten. Auf die Frage, ob er mit der israelischen Regierung dazu in Kontakt stehe, sagte er, man stehe in kontinuierlichem Austausch und fĂŒhrte aus: "Ich gehe davon aus, dass wir eine Diskussion darĂŒber fĂŒhren werden, wenn sie eine Entscheidung getroffen haben, wie sie reagieren werden."
Biden hatte zuvor gesagt, dass die USA ĂŒber ihre Haltung zu einem möglichen israelischen Angriff auf iranische Ălanlagen diskutieren. Die ĂuĂerung fĂŒhrte prompt zu Verunsicherung an den MĂ€rkten. Am Mittwoch hatte Biden sich bereits zudem gegen eine israelische Attacke auf iranische Atomanlagen ausgesprochen.
Der US-PrĂ€sident betonte nun, Israel habe das Recht, sich zu verteidigen, sagte aber auch: "Die Israelis mĂŒssen sehr viel vorsichtiger sein, was den Umgang mit zivilen Opfern angeht."
KalkĂŒl im Schatten der US-Wahl?
Auf die Frage, ob Israels MinisterprÀsident Benjamin Netanjahu möglicherweise diplomatische Lösungen in Nahost blockiere, um die US-PrÀsidentschaftswahl zu beeinflussen, sagte Biden: "Keine Regierung hat Israel mehr geholfen als ich. (...) Bibi sollte das nicht vergessen. Ob er versucht, die Wahl zu beeinflussen, weià ich nicht, aber darauf verlasse ich mich nicht." Bibi ist die Kurzform des Vornamens von Netanjahu.
Der demokratische US-Senator Chris Murphy hatte zuvor eine entsprechende Sorge geĂ€uĂert - dies spiegelt innerparteiliche Diskussionen bei den Demokraten wider. Deren Umfragewerte bei arabischstĂ€mmigen und muslimischen Amerikanern haben sich angesichts der zunehmenden Gewalt in der Region weiter verschlechtert, was fĂŒr die demokratische PrĂ€sidentschaftskandidatin Kamala Harris Beobachtern zufolge ein ernsthaftes Problem darstellen könnte.

