Solarstrom, Mieter

Mehr Solarstrom fĂŒr Mieter: VerbĂ€nde werben fĂŒr neues Betreibermodell

04.03.2025 - 12:54:04

VerbĂ€nde der Wohnungs- und Solarwirtschaft haben sich fĂŒr mehr Photovoltaik-Anlagen auf MehrfamilienhĂ€usern zur Selbstversorgung ausgesprochen.

Anders als auf Eigenheimen, GewerbedĂ€chern und FreiflĂ€chen seien Solaranlagen auf den DĂ€chern deutscher MehrfamilienhĂ€user bislang eher eine Ausnahme, berichtete der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) in Berlin. Dabei wĂŒrden laut einer reprĂ€sentativen Umfrage 59 Prozent der Mieterinnen und Mieter es begrĂŒĂŸen, sauberen und gĂŒnstigen Solarstrom vom Dach des WohngebĂ€udes zu beziehen.

Der BSW und der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) verwiesen auf das 2024 eingefĂŒhrte Betreiberkonzept der "gemeinschaftlichen GebĂ€udeversorgung" (GGV), das die Solarstromnutzung in MehrfamilienhĂ€usern vereinfachen soll. Laut Verbraucherzentrale errichtet dabei ein Investor, der meist der Vermieter ist, eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach eines Mehrfamilienhauses und schließt mit interessierten Bewohnern des GebĂ€udes einen Stromliefervertrag fĂŒr Strom aus dieser Anlage ab.

Bewohner können Stromlieferanten weiter frei wÀhlen

Die Haushalte im GebĂ€ude könnten dann den vor Ort produzierten Strom nutzen - zu einem geringeren Preis als fĂŒr Netzstrom verlangt werde. "Mit dem Solarstrom lĂ€sst sich ein Teil des Strombedarfs decken und fĂŒr den anderen Teil kann jeder Haushalt seinen Stromlieferanten weiterhin frei wĂ€hlen", betonen die VerbraucherschĂŒtzer. Die Hausbewohner könnten dabei frei entscheiden, ob sie an der GGV teilnehmen. Mieterinnen und Mietern werde dadurch der Zugang zu gĂŒnstigem Solarstrom deutlich erleichtert, erklĂ€rte BSW-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Carsten Körnig. Einzelheiten zur gemeinschaftlichen GebĂ€udeversorgung behandelt ein neuer Leitfaden von BSW und GdW.

FĂŒr die Anlagenbetreiber sieht die NRW-Landesgesellschaft fĂŒr Energie und Klimaschutz in dem Konzept wirtschaftliche Chancen gegenĂŒber einer reinen Netzeinspeisung des Solarstroms. "Der Strompreis kann so gestaltet werden, dass sich die Anlage in einem angemessenen Zeitraum rechnet und die Mieter:innen gleichzeitig von gĂŒnstigem, klimafreundlichem Solarstrom profitieren", hießt es in einem Artikel der Landesgesellschaft im Internet. Auch steigere eine PV-Anlage den Wert der Immobilie und senke langfristig die Betriebskosten.

Von der gemeinschaftlichen GebĂ€udeversorgung zu unterscheiden sind Mieterstrom-Modelle. Dabei mĂŒssen nach Angaben der Verbraucherzentrale die Betreiber den kompletten Strombedarf an die Haushalte liefern, auch Strom aus dem Netz. Die Betreiber wĂŒrden damit zum Stromversorger mit allen damit einhergehenden Pflichten.

@ dpa.de