VerbÀnde: Tausende Arztpraxen bleiben Montag geschossen
29.09.2023 - 16:43:57Deutschlandweit wollen Tausende Allgemein- und FachĂ€rzte am Montag in einer bundesweiten Protestaktion ihre Praxen geschlossen halten. Der Virchowbund als Verband der niedergelassenen Haus- und FachĂ€rzte hatte zu der Aktion aufgerufen, weitere knapp 20 ĂrzteverbĂ€nde sowie die KassenĂ€rztlichen Vereinigungen hĂ€tten sich angeschlossen, sagte ein Sprecher des Virchowbunds.
Wie viele Praxen wo genau nicht öffnen, könne man nicht sagen. Es werde damit gerechnet, dass es sich um eine fĂŒnfstellige Zahl handele. Damit starte die Kampagne «Praxis in Not» in eine neue Phase.
Der Protest richtet sich den Angaben zufolge gegen die Politik von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). «Es ist ein deutliches Zeichen an die Gesundheitspolitiker der Ampelkoalition und an Bundeskanzler Olaf Scholz, dem Treiben Lauterbachs endlich einen Riegel vorzuschieben», sagte der Bundesvorsitzende Dirk Heinrich laut Mitteilung. Lauterbach wolle das Gesundheitssystem «unwiederbringlich in Richtung Staatsmedizin umbauen» und missachte die Belange der PraxisĂ€rzte. Zudem seien Praxen durch Inflation, steigende Energiepreise, FachkrĂ€ftemangel und unzureichende FinanzierungsabschlĂŒsse mit den Krankenkassen stark unter Druck, betonte der Verband.
Laut KassenĂ€rztlicher Bundesvereinigung soll am Montag ein flĂ€chendeckender Not- und Bereitschaftsdienst organisiert werden. In NRW wies die KassenĂ€rztliche Vereinigung Nordrhein darauf hin, dass andere Praxen vor Ort vertretungsweise die ambulante Versorgung ĂŒbernehmen wollten. Patientinnen und Patienten sollten auf entsprechende Praxis-AushĂ€nge und Angaben auf den Praxis-Anrufbeantwortern achten.
Der Virchowbund sprach von einem «Auftakt zu weiteren Protestaktionen». UnterstĂŒtzer seien viele BerufsverbĂ€nde, von HNO-Medizinern ĂŒber niedergelassene Chirurgen, OrthopĂ€den, AugenĂ€rzten bis hin etwa zu Internisten. «Wir sind ausgeblutet. Seit 30 Jahren zwingen Politik und Kassen die Arztpraxen zu schmerzhaften SparmaĂnahmen. Wir können nicht mehr», hieĂ es in dem Aufruf auf der Virchowbund-Homepage.


