CDU AfD Abgrenzung, Angela Merkel Brandmauer

Verkehrsminister Bilger stellt sich hinter Merkels Kritik an „Brandmauer“

Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 01:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger stellt sich hinter Angela Merkels Kritik am Begriff „Brandmauer“ gegenĂŒber der AfD, betont aber die unverĂ€nderte harte Abgrenzung der CDU von extremen Positionen. Zugleich fordert er, enttĂ€uschte AfD-WĂ€hler mit konkreten politischen Lösungen zurĂŒckzugewinnen.

Bilger unterstĂŒtzt Merkel-Kritik am Begriff Brandmauer
Angela Merkel (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger unterstĂŒtzt die Kritik von Altkanzlerin Angela Merkel am Begriff „Brandmauer“ im Zusammenhang mit der Abgrenzung zur AfD. Zugleich macht er deutlich, dass die klare Distanz der CDU zur AfD und zu extremen Positionen fĂŒr ihn unverrĂŒckbar bleibt.

Bilger warnt vor ausgrenzender Wirkung des Begriffs

Bilger sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, durch den Begriff der Brandmauer fĂŒhlten sich auch WĂ€hler ausgegrenzt, wenn sie aus verschiedenen GrĂŒnden zur AfD neigen. Entscheidend sei daher nicht die Formulierung, sondern die klare Abgrenzung der CDU zur AfD.

Der Minister stellt klar, dass der Ausdruck „Brandmauer“ keine Erfindung der CDU sei. Wichtiger sei, dass sich die Union weiterhin deutlich gegenĂŒber Extremen abgrenze. Diese Linie mĂŒsse seiner Ansicht nach auch kĂŒnftig gelten.

Reaktion auf AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt

Hintergrund der Wortmeldungen ist die neue Debatte in der Union ĂŒber den Umgang mit der AfD nach deren deutlichem Wahlsieg bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Merkel hatte sich in Köln ĂŒberraschend von dem Begriff „Brandmauer“ distanziert und erklĂ€rt, sie habe ihn nicht erfunden und möge ihn auch nicht.

Mit solchen Bildern lasse sich nach Merkels Worten niemand ĂŒberzeugen. Stattdessen warb die Altkanzlerin dafĂŒr, die eigenen politischen Vorhaben stĂ€rker in den Mittelpunkt der Auseinandersetzung mit der AfD zu stellen. Einen Kurs auf eine Zusammenarbeit mit der AfD forderte sie ausdrĂŒcklich nicht.

Klare Abgrenzung, zugleich Kampf um WĂ€hler

Bilger folgt dieser Linie und kritisiert wie Merkel den Begriff „Brandmauer“, nicht aber die Abgrenzung zur AfD. Er betont, die CDU grenze sich hart von der AfD ab, politisch und inhaltlich. Gleichzeitig wolle die Union die Menschen zurĂŒckgewinnen, die aus EnttĂ€uschung oder Unzufriedenheit eine in weiten Teilen gesichert rechtsextreme Partei wĂ€hlen.

Zugleich verweist Bilger auf grundlegende Unterschiede zwischen Union und AfD. Der Kanzler habe diese in seiner RegierungserklĂ€rung deutlich gemacht, etwa beim VerhĂ€ltnis zu Russland, zur EuropĂ€ischen Union und zur westlichen Wertegemeinschaft. Diese Differenzen begrĂŒndeten die harte Abgrenzung der Union.

Verkehrspolitik als Vertrauensfaktor

FĂŒr die Bundesregierung sieht Bilger den Wahlausgang als Ansporn, konkrete Probleme zu lösen. Deutschland brauche wieder mehr Zuversicht, Wohlstand und Sicherheit, wozu er als Verkehrsminister seinen Beitrag leisten wolle.

Gerade in der Verkehrspolitik erlebten viele Menschen, was nicht funktioniere, und Ă€rgerten sich darĂŒber. Wenn die Politik diese Probleme anpacke und tatsĂ€chliche Verbesserungen erreiche, könne sie nach Bilgers EinschĂ€tzung Vertrauen zurĂŒckgewinnen und damit auch die Anziehungskraft der AfD verringern.

Die ablehnende Haltung von Angela Merkel und Steffen Bilger gegenĂŒber dem Begriff der „Brandmauer“ markiert eine sprachliche, nicht inhaltliche Neujustierung im Umgang der CDU mit der AfD. Beide betonen, dass die harte Abgrenzung zur AfD bestehen bleibt, wĂ€hrend der Begriff selbst nach ihrer Auffassung Teile der WĂ€hlerschaft unnötig ausgrenzt.

Hintergrund der Debatte

Auslöser ist der deutliche Wahlsieg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, der die Union vor die Frage stellt, wie sie einer erstarkten rechtspopulistischen und in weiten Teilen gesichert rechtsextremen Partei begegnet, ohne deren WĂ€hler dauerhaft zu verlieren. Die bisher von der CDU-FĂŒhrung verwendete Formel einer „Brandmauer“ zur AfD sollte eine unĂŒberbrĂŒckbare Grenze gegenĂŒber Kooperationen markieren.

Merkel hat sich nun in Köln von diesem Begriff distanziert und darauf hingewiesen, dass sich mit solchen Bildern kaum Menschen ĂŒberzeugen lassen. Sie fordert stattdessen, die eigenen politischen Inhalte und Lösungen stĂ€rker in den Vordergrund zu rĂŒcken. Bilger greift diese Linie auf, indem er betont, dass nicht die Metapher entscheidend sei, sondern die faktische Distanz der CDU zu extremen Positionen und die klare programmatische Abgrenzung.

Bedeutung fĂŒr CDU und politische Landschaft

Mit der Kritik am Begriff „Brandmauer“ wirft die Union eine strategisch wichtige Frage auf: Wie lĂ€sst sich eine konsequente Abgrenzung zur AfD mit dem Anspruch verbinden, BĂŒrger zurĂŒckzugewinnen, die aus EnttĂ€uschung oder Unzufriedenheit AfD wĂ€hlen? Bilger stellt dabei die Alltagserfahrungen der Menschen, etwa in der Verkehrspolitik, in den Mittelpunkt. Er knĂŒpft Vertrauen und Zuversicht an sichtbare Verbesserungen bei konkreten Problemen, von Infrastruktur ĂŒber MobilitĂ€t bis hin zu verlĂ€sslicher staatlicher HandlungsfĂ€higkeit.

FĂŒr die Bundesregierung insgesamt ergibt sich daraus der Auftrag, stĂ€rker lösungsorientiert zu arbeiten und damit der politischen AttraktivitĂ€t der AfD entgegenzuwirken, ohne deren Positionen zu ĂŒbernehmen. Die Diskussion um den Begriff „Brandmauer“ könnte damit zum Auftakt fĂŒr eine breitere Debatte ĂŒber Sprache, Stil und Inhalt der Auseinandersetzung mit extremen Parteien werden.

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