VerkehrsunfÀlle: 1.233 Tote trotz mehr UnfÀllen im Halbjahr
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 08:09 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSIm ersten Halbjahr 2026 sind in Deutschland 1.233 Menschen bei VerkehrsunfÀllen ums Leben gekommen. Nach vorlÀufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes waren das 122 Todesopfer oder neun Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
Auch die Zahl der Verletzten sank um 4,2 Prozent auf 172.000, wÀhrend die Polizei insgesamt 1,26 Millionen UnfÀlle registrierte.
Mehr UnfÀlle, weniger schwere Folgen
Bei rund 1,12 Millionen UnfĂ€llen blieb es bei SachschĂ€den. Diese Zahl stieg um 3,4 Prozent. Die Zahl der UnfĂ€lle mit Verletzten oder Getöteten ging dagegen um 3,5 Prozent auf gut 138.000 zurĂŒck.
Bezogen auf die Bevölkerung kamen bundesweit 15 Verkehrstote auf eine Million Einwohner. Am höchsten war der Wert in Mecklenburg-Vorpommern mit 22, gefolgt von Niedersachsen mit 21 sowie ThĂŒringen und Brandenburg mit jeweils 19. Die niedrigsten Werte unter den FlĂ€chenlĂ€ndern meldeten Schleswig-Holstein und Hessen mit jeweils 13 sowie Nordrhein-Westfalen mit zwölf.
Weniger Tote bei fast allen Verkehrsarten
In den Stadtstaaten lagen die Werte bei fĂŒnf Verkehrstoten je eine Million Einwohner in Berlin und sieben in Hamburg. RĂŒcklĂ€ufig war die Zahl der getöteten Pkw-Insassen auf 531, der Benutzer amtlich zugelassener KraftrĂ€der auf 216, der FuĂgĂ€nger auf 150 und der Fahrradfahrer auf 211.
Eine Ausnahme bildeten E-Scooter: Hier stieg die Zahl der getöteten Nutzer um 13 auf 28.
Abbiegen bleibt hÀufigste Unfallursache
Bei UnfĂ€llen mit Personenschaden erfasste die Polizei 24.900 FĂ€lle von Fehlverhalten beim Abbiegen, Wenden, RĂŒckwĂ€rtsfahren, Anfahren und Einfahren. VerstöĂe gegen Vorfahrt oder Vorrang folgten mit 21.100 FĂ€llen, AbstandsverstöĂe mit knapp 20.000 FĂ€llen und unangepasste Geschwindigkeit mit 19.800 FĂ€llen.
WĂ€hrend die GeschwindigkeitsverstöĂe um vier Prozent zunahmen, sank die Zahl der registrierten UnfĂ€lle unter Alkoholeinfluss um neun Prozent auf knapp 6.500.
Mehr verletzte oder getötete Kinder und Jugendliche
Bei Kindern unter 15 Jahren stieg die Zahl der Verletzten oder Getöteten um rund 450 auf 14.900. Bei den 15- bis 17-JÀhrigen nahm sie um knapp 390 auf fast 9.900 zu.
Kinder unter 15 Jahren kamen am hĂ€ufigsten mit dem Fahrrad zu Schaden: 5.100 FĂ€lle bedeuteten einen Anstieg um vier Prozent. Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren verunglĂŒckten am hĂ€ufigsten mit E-Scootern; auf diese Fahrzeuge entfielen 2.076 FĂ€lle, 70 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2025.
Die vorlĂ€ufige Halbjahresbilanz zeigt zwei gegenlĂ€ufige Entwicklungen: Die Zahl aller polizeilich registrierten UnfĂ€lle stieg auf 1,26 Millionen, wĂ€hrend UnfĂ€lle mit Verletzten oder Getöteten sowie die Zahl der Opfer zurĂŒckgingen. Das spricht fĂŒr eine Verschiebung hin zu mehr UnfĂ€llen mit Sachschaden, nicht fĂŒr eine generelle Zunahme schwerer Unfallfolgen.
FĂŒr die Verkehrssicherheit bleibt die regionale Spannweite bedeutsam. Mecklenburg-Vorpommern weist je eine Million Einwohner die höchste Zahl an Verkehrstoten auf, wĂ€hrend Berlin und Hamburg deutlich niedrigere Werte verzeichnen. Solche Unterschiede hĂ€ngen unter anderem mit Verkehrsaufkommen, Siedlungsstruktur, StraĂenarten und dem Anteil des Stadtverkehrs zusammen; aus den Halbjahresdaten allein lĂ€sst sich jedoch keine einzelne Ursache ableiten.
Besondere Risiken fĂŒr junge Verkehrsteilnehmer
Der auffĂ€lligste gegenlĂ€ufige Trend betrifft Kinder, Jugendliche und E-Scooter. WĂ€hrend die Zahl der Verletzten und Getöteten in nahezu allen anderen Altersgruppen sank, nahm sie bei unter 15-JĂ€hrigen und bei 15- bis 17-JĂ€hrigen zu. Bei Jugendlichen entfiel mehr als ein FĂŒnftel der FĂ€lle auf E-Scooter, deren Anteil im Jahresvergleich deutlich stieg.
Bei den Unfallursachen bleibt Fehlverhalten beim Abbiegen, Wenden, RĂŒckwĂ€rtsfahren und Einfahren die hĂ€ufigste Kategorie. Zugleich nahm die Zahl der registrierten GeschwindigkeitsverstöĂe trotz insgesamt rĂŒcklĂ€ufiger Opferzahlen zu. FĂŒr PrĂ€vention und Kontrollen ergibt sich daraus ein zweigeteiltes Bild: Die Gesamtentwicklung ist positiv, einzelne Risikogruppen und Verhaltensmuster erfordern weiterhin gezielte MaĂnahmen.
