ROUNDUP, FernzĂŒge

FernzĂŒge in Deutschland selten mehr als eine Stunde verspĂ€tet

25.02.2024 - 15:58:11

VerspĂ€tungen sind fĂŒr Bahnreisende immer ein Ärgernis- besonders lange Verzögerungen von ĂŒber einer Stunde waren bei denFernzĂŒgen im vergangenen Jahr aber selten.

Deutliche VerspÀtungen von 60 Minuten oder mehr traten bei 2,4 Prozent der Halte auf, wie das Bundesverkehrsministerium nach Daten der Deutschen Bahn auf eine Anfrage der Unionsfraktion antwortete. Zu VerspÀtungen von 15 Minuten oder mehr kam es bei 18,3 Prozent der Halte und von 30 Minuten oder mehr bei 8,6 Prozent der Halte.

Im gesamten Fernverkehr des bundeseigenen Konzerns mit ICE und Intercity gab es 2023 demnach pro Tag durchschnittlich 823 Fahrten mit 7372 Ankunftshalten. Bei der Statistik zur betrieblichen PĂŒnktlichkeit werden die Ankunftszeiten an allen Bahnhöfen berĂŒcksichtigt. Jeder Halt, der mit weniger als 5:59 Minuten VerspĂ€tung erreicht wird, geht als pĂŒnktlich in die Statistik ein. Im vergangenen Jahr wurden demnach 64 Prozent der Fernverkehrshalte pĂŒnktlich erreicht, wie die Bahn bereits mitgeteilt hatte. FĂŒr dieses Jahr habe der Konzern ein PĂŒnktlichkeitsziel von 71,5 Prozent fĂŒr den Fernverkehr angesetzt, erklĂ€rte das Ministerium.

Komplett und ersatzlos auf der gesamten Strecke ausgefallen sind im vergangenen Jahr demnach 2,7 Prozent der geplanten Fahrten - in der Gesamtschau aller internen und Ă€ußeren Einflussfaktoren wie Streiks. Daneben gibt es TeilausfĂ€lle zu Beginn oder im weiteren Verlauf der Strecke. GrundsĂ€tzlich kehren einmal gestartete ZĂŒge mit FahrgĂ€sten nicht um, wie es in der Antwort heißt. Geht es auf einer Strecke etwa wegen einer Sperrung nicht weiter, gebe es Umleitungen. Geht auch das nicht, ende die Fahrt an einem Unterwegsbahnhof. Dann wĂŒrden alternative Reisemöglichkeiten gesucht - ohne Mehrkosten fĂŒr FahrgĂ€ste.

Generell können Reisende bei großen Verzögerungen EntschĂ€digungen einfordern. Die Bahn erstattet fĂŒr VerspĂ€tungen ab einer Stunde ein Viertel des Fahrpreises, ab zwei Stunden die HĂ€lfte. Im vergangenen Jahr schlugen dafĂŒr Zahlungen von 132,8 Millionen Euro zu Buche, wie der Konzern bereits mitgeteilt hatte.

Dabei können VerspĂ€tungen verschiedene Ursachen haben. Im vergangenen Jahr gingen 41 Prozent der ZugausfĂ€lle auf externe Ursachen wie extremes Wetter, UnfĂ€lle oder Streiks zurĂŒck, wie es in der Regierungsantwort heißt. Probleme beim Gleisnetz wie Störungen an Oberleitungen und Bauarbeiten waren demnach fĂŒr 14 Prozent der AusfĂ€lle verantwortlich.

Um die ZuverlĂ€ssigkeit des Betriebs zu erhöhen, lĂ€uft in diesem Jahr eine Generalsanierung des Netzes mit gebĂŒndelten Bauvorhaben an. Das Konzept sieht vor, dass Strecken mehrere Monate komplett gesperrt und grundlegend repariert werden. Den Anfang machen soll Mitte Juli die Riedbahn zwischen Frankfurt/Main und Mannheim. Bis 2030 sollen so 40 Abschnitte des hochbelasteten Netzes fit gemacht werden. Die Bahn investiert laut Regierungsantwort bis 2030 zwölf Milliarden Euro in neue FernzĂŒge und mehr SitzplĂ€tze sowie mehr als zwei Milliarden Euro in Instandhaltungswerke fĂŒr ihre ZĂŒge.

@ dpa.de