Ausreichend Hochwasserschutz? Umwelthilfe sieht Aufholbedarf
10.07.2025 - 06:29:05Dabei seien die Risiken fĂŒr schwere SchĂ€den in einigen Regionen hoch, wie der Verein mitteilte. "Bislang tun die BundeslĂ€nder jedoch zu wenig fĂŒr den Schutz der potenziell hunderttausenden Betroffenen", sagte DUH-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Sascha MĂŒller-Kraenner laut einer Mitteilung.
Nachholbedarf im Bereich Hochwasservorsorge und Vorsorgemonitoring sieht die DUH vor allem beim naturbasierten Hochwasserschutz der LĂ€nder, etwa der Renaturierung von Auen und FlĂŒssen. Durch solche MaĂnahmen könnte sich Wasser besser ausbreiten und langsam wieder abflieĂen. "FlĂŒsse und BĂ€che brauchen endlich mehr Raum, Wasser muss in intakten WĂ€ldern, Wiesen und Feuchtgebieten zurĂŒckgehalten werden", sagte MĂŒller-Kraenner.
Ein Jahrhunderthochwasser tritt statistisch gesehen zwar nur einmal alle 100 Jahre auf, aber: "Im Zuge der Klimakrise sind WasserstĂ€nde dieser Höhe zukĂŒnftig hĂ€ufiger zu erwarten", schreibt die Umwelthilfe.
Aus der bei einem Jahrhunderthochwasser potenziell von SchĂ€den betroffenen FlĂ€che und der Zahl der betroffenen Wohnadressen errechnete die DUH einen Hochwasser-Risikograd fĂŒr die LĂ€nder. Der Risikograd sei dann besonders hoch, wenn ein Bundesland insgesamt eine groĂe Hochwasser-RisikoflĂ€che gemÀà EU-Definition hat und gleichzeitig viele Wohnadressen in den möglichen Ăberflutungsgebieten liegen.
In Bayern ist der Risikograd den Angaben zufolge am höchsten. Dort seien mit mehr als 65.000 Wohnadressen besonders viele Menschen einem Hochwasserrisiko ausgesetzt, gleichzeitig sei dort bei einem Jahrhunderthochwasser auf 4,25 Prozent der LandesflĂ€che mit erheblichen SchĂ€den fĂŒr Menschen, Umwelt, Kulturerbe und wirtschaftliche TĂ€tigkeiten zu rechnen. Zum Vergleich: In Nordrhein-Westfalen wĂ€re dies zwar bei 6,8 Prozent der LandesflĂ€che der Fall, hier wĂ€ren mit rund 28.000 Wohnadressen aber deutlich weniger Menschen als in Bayern einem Hochwasserrisiko ausgesetzt.
Hoch ist der Anteil der RisikoflĂ€chen an der LandesflĂ€che auch in Brandenburg (6,2 Prozent), Sachsen-Anhalt (5,9 Prozent), Baden-WĂŒrttemberg (4,7 Prozent) und Hessen (4,6 Prozent). Am geringsten ist er in Mecklenburg-Vorpommern mit 0,7 Prozent. Die Berechnungen basieren laut DUH auf Daten des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherer und der Bundesanstalt fĂŒr GewĂ€sserkunde.

