Steinmeier, Festhalten

Steinmeier ruft zum Festhalten an Lehren aus NS-Diktatur auf

08.05.2025 - 13:33:58

Viele Lehren aus Weltkrieg und NS-Diktatur werden 80 Jahre spÀter wieder infrage gestellt. Ein falscher Weg, wie BundesprÀsident Steinmeier in einer Gedenkstunde zum Kriegsende betont.

  • Weltkriegsgedenken beginnt mit ökumenischem Gottesdienst.  - Foto: Michael Kappeler/dpa

    Michael Kappeler/dpa

  • Appell des BundesprĂ€sidenten 80 Jahre nach Kriegsende: Festhalten an den Lehren - Foto: Michael Kappeler/dpa

    Michael Kappeler/dpa

  • Die Spitzen der Verfassungsorgane legen KrĂ€nze zur Erinnerung an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft nieder. - Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

    Bernd von Jutrczenka/dpa

Weltkriegsgedenken beginnt mit ökumenischem Gottesdienst.  - Foto: Michael Kappeler/dpaAppell des BundesprÀsidenten 80 Jahre nach Kriegsende: Festhalten an den Lehren - Foto: Michael Kappeler/dpaDie Spitzen der Verfassungsorgane legen KrÀnze zur Erinnerung an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft nieder. - Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier hat dazu aufgerufen, an den Lehren aus dem Zweiten Weltkrieg und der NS-Diktatur ungeachtet aller Anfechtungen konsequent festzuhalten. «Wir wissen, wohin Abschottung fĂŒhrt, wohin aggressiver Nationalismus, Verachtung von demokratischen Institutionen fĂŒhrt. So haben wir in Deutschland schon einmal die Demokratie verloren», sagte er in einer Gedenkstunde des Bundestags zum Kriegsende vor 80 Jahren. 

«Vertrauen wir doch auf unsere Erfahrung! Stehen wir ein fĂŒr unsere Werte. Erstarren wir jetzt nicht in Ängstlichkeit! Beweisen wir Selbstbehauptung», forderte Steinmeier. 

Internationale Ordnung in Gefahr

Der BundesprĂ€sident wies darauf hin, dass die Staatengemeinschaft als Konsequenz aus Vernichtungskrieg und Völkermord eine internationale Ordnung auf Basis des Völkerrechts geschaffen habe. Diese werde heute auch durch die USA infrage gestellt. Die Faszination des AutoritĂ€ren und populistische Verlockungen gewĂ€nnen auch in Europa Raum, Zweifel an der Demokratie wĂŒrden laut. Und in Deutschland erstarkten extremistische KrĂ€fte, die die Institutionen der Demokratie und ihre ReprĂ€sentanten verhöhnten. 

Steinmeier kritisierte scharf die Politik von US-PrĂ€sident Donald Trump, ohne ihn allerdings beim Namen zu nennen. Dass sich nun ausgerechnet auch die Vereinigten Staaten von der internationalen Ordnung abwendeten, die sie selbst maßgeblich geprĂ€gt hĂ€tten, sei «eine ErschĂŒtterung neuen Ausmaßes». 

Der BundesprĂ€sident stellte dies in einen direkten Zusammenhang zum Überfall Russlands auf die Ukraine. Er sprach von einem «doppelten Epochenbruch» und betonte: «Der Angriffskrieg Russlands und der Wertebruch Amerikas, das ist das, was das Ende dieses langen 20. Jahrhunderts markiert.»

@ dpa.de