WM, DHB

Viertelfinale in Sicht: DHB-Frauen feiern nÀchste WM-Party

02.12.2025 - 22:01:13

Vierter Sieg im vierten Spiel: Die deutschen Handballerinnen spazieren weiter durch die WM und kommen ihrem zweiten Etappenziel nĂ€her. Überzeugend ist der Sieg gegen FĂ€röer in vielen Phasen nicht.

Die deutschen Handballerinnen verlieren ihr großes Ziel von der ersten WM-Medaille seit 2007 nicht aus den Augen und steuern ohne Umwege auf die K.o.-Phase zu. Die Auswahl von Bundestrainer Markus Gaugisch gewann zum Hauptrunden-Auftakt gegen Handball-Zwerg FĂ€röer mit 36:26 (20:14) und machte einen Riesenschritt Richtung Viertelfinale. FĂŒr das DHB-Team war es beim Heim-Turnier der vierte Sieg im vierten Spiel. 

«Ich finde, wie wir heute geackert haben», lobte Gaugisch, «das war aller Ehren wert». Der Trainer sagte außerdem bei Sporteurope.TV: «Wir können sicher noch fĂŒnf, sechs Tore mehr machen, weil wir uns gute Chancen herausgespielt haben.»

Vor 7.122 Zuschauern in Dortmund war KapitÀnin Antje Döll (6 Tore) beste deutsche Werferin. Am Donnerstag (18.00 Uhr) geht es in der Westfalenhalle weiter gegen Montenegro, bevor am Samstag zum Abschluss der zweiten Turnierphase Spanien (18.00 Uhr) wartet. Die besten zwei Teams aus jeder Sechser-Gruppe ziehen ins Viertelfinale ein. Ein weiterer Sieg reicht Deutschland.

Tausende PlÀtze leer

Anders als die ausverkauften Vorrundenspiele in Stuttgart waren beim Hauptrunden-Auftakt Tausende Tickets ĂŒbriggeblieben - möglicherweise eine Folge des hochkarĂ€tigen DFB-Pokalduells zwischen Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen in unmittelbarer Nachbarschaft. Als «unglĂŒcklich», beschrieb FĂŒhrungsspielerin Alina Grijseels den Umstand.

Dass die Stimmung trotzdem gut war, lag auch an dem lauten Mini-Fanclub der FÀringer. Schon bei der MÀnner-EM vor zwei Jahren hatten rund 5.000 mitgereiste AnhÀnger - etwa ein Zehntel der Gesamtbevölkerung - die deutschen Hallen in ein Tollhaus verwandelt. 

Die KapitĂ€nin ĂŒbernimmt Verantwortung

Vor den Augen von NRW-MinisterprĂ€sident Hendrik WĂŒst (CDU), der am Stadionmikrofon krĂ€ftig fĂŒr Olympia in seinem Bundesland warb, gerieten die Gastgeberinnen trotz doppelter Überzahl in RĂŒckstand. Die DHB-Deckung tat sich zunĂ€chst extrem schwer gegen die flinken FĂ€ringer. Es dauerte 17 Minuten, bis Deutschland erstmals mit zwei Toren in FĂŒhrung ging (10:8).

Der Mini-Vorsprung reichte scheinbar, um die Gegenwehr des WM-DebĂŒtanten zu brechen. AngefĂŒhrt von ihrer treffsicheren KapitĂ€nin Döll und TorhĂŒterin Katharina Filter wurde die deutsche Riege ihrer Favoritenrolle gerecht und zog auf 18:11 davon. Über manche unsaubere PĂ€sse und FehlwĂŒrfe konnte Gaugisch in dieser Phase hinwegsehen. «Alles gut», beruhigte der Bundestrainer seine SchĂŒtzlinge an der Seitenlinie. 

4:0-Lauf nach einem mĂŒden Start

Auch in der zweiten Halbzeit verschlief das DHB-Team die Anfangsphase - in sieben Minuten gelang nur ein Tor. FehlwĂŒrfe und eine passive Abwehrleistung sorgten dafĂŒr, dass der Vorsprung auf 21:17 schrumpfte. Ein 4:0-Lauf brachte die Gaugisch-Auswahl schließlich zurĂŒck in die Spur und sorgte dafĂŒr, dass die Partie nach 40 Minuten praktisch entschieden war. 

In der Schlussphase agierte das DHB-Team immer fahrlĂ€ssiger. Der Leistungseinbruch fiel aufgrund der komfortablen FĂŒhrung kaum ins Gewicht.

@ dpa.de