Volker Wissing soll 2027 PrÀses der EKD-Synode werden
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 15:15 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDer ehemalige FDP-Politiker Volker Wissing ist fĂŒr das Amt des PrĂ€ses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland im GesprĂ€ch. Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gibt es in der EKD seit Monaten Ăberlegungen, ihn im April 2027 zum Nachfolger von Anna-Nicole Heinrich zu wĂ€hlen.
Heinrich kandidiert nicht erneut
Heinrich, die das höchste Laienamt im deutschen Protestantismus innehat, will nicht noch einmal kandidieren. Sie bestĂ€tigte dies am Donnerstag und erklĂ€rte, sie habe ihr Amt als verlĂ€ssliches Engagement fĂŒr eine begrenzte Zeit verstanden.
Wissing muss zunÀchst Synodaler werden
Wissing ist Anfang November 2024 nach dem Bruch der damaligen Ampelkoalition aus der FDP ausgetreten. Der 56 Jahre alte Rechtsanwalt ist bekennender Christ und ausgebildeter Kirchenmusiker.
Im November soll Wissing zunĂ€chst von der Evangelischen Kirche der Pfalz zum Mitglied der EKD-Synode gewĂ€hlt werden. Erst danach wĂ€re eine Kandidatur fĂŒr das PrĂ€sesamt möglich; die Wahl könnte im April 2027 stattfinden.
Das Amt des PrĂ€ses der EKD-Synode ist das höchste Laienamt im deutschen Protestantismus. Der PrĂ€ses leitet gemeinsam mit dem PrĂ€sidium die Synode, die zentrale kirchenpolitische Themen berĂ€t und BeschlĂŒsse fasst. Dazu gehören unter anderem Fragen zur kirchlichen Entwicklung, zur gesellschaftlichen Verantwortung und zum Haushalt der EKD.
Die mögliche Kandidatur Wissings fĂ€llt in eine Phase, in der die evangelische Kirche mit sinkenden Mitgliederzahlen, knapper werdenden finanziellen SpielrĂ€umen und einem hohen Reformdruck umgeht. Die Synode muss zugleich unterschiedliche Interessen der 20 Landeskirchen zusammenfĂŒhren und die Rolle der Kirche in gesellschaftlichen Debatten bestimmen.
Kirchliches Amt mit politischer Vorgeschichte
Wissing bringt neben seiner politischen Erfahrung auch einen kirchlichen und musikalischen Hintergrund mit. Als frĂŒherer Bundesverkehrsminister und ehemaliger FDP-Politiker könnte er organisatorische und politische Erfahrung in das Ehrenamt einbringen. Der geplante Weg ĂŒber die Wahl zum EKD-Synodalen in der pfĂ€lzischen Landeskirche ist zunĂ€chst eine Voraussetzung fĂŒr eine mögliche spĂ€tere Wahl zum PrĂ€ses.
Die Entscheidung ĂŒber die Nachfolge von Anna-Nicole Heinrich fĂ€llt damit in mehreren Schritten: ZunĂ€chst geht es um die Zusammensetzung der Synode, anschlieĂend um die Wahl des PrĂ€sidiums. FĂŒr die EKD wĂ€re die Personalie deshalb nicht nur eine Frage der Nachfolge, sondern auch ein Signal dafĂŒr, welche öffentliche und gesellschaftliche Rolle sie ihrem höchsten Laienamt geben will.
