Zehntausende legen Arbeit in Kliniken und Heimen nieder
06.03.2025 - 15:39:51In vielen Kliniken, Rettungsstellen und Pflegeheimen haben bundesweit Zehntausende BeschĂ€ftigte ihre Arbeit niedergelegt. Die Gewerkschaft Verdi hatte zuvor im laufenden Tarifstreit im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen zu einem Warnstreik aufgerufen, an vielen Orten gab es Kundgebungen. Rund 20.000 Menschen in mehr als 200 Gesundheitseinrichtungen hĂ€tten sich an den AusstĂ€nden beteiligt, sagte Richard Rother von Verdi auf dpa-Anfrage.Â
Allein in NRW seien dem Verdi-Aufruf rund 4.000 Mitarbeitende aus mehr als 50 Einrichtungen gefolgt, berichtete eine Landessprecherin. In Hessen seien insgesamt 18 KrankenhÀuser betroffen, rund 1.500 BeschÀftigte hÀtten sich an Arbeitsniederlegungen und Kundgebungen nach Angaben eines Sprechers beteiligt. Auch in Berlin hat es laut Verdi bei der zentralen Kundgebung an der Charité und den Vivantes-Kliniken eine hohe Beteiligung gegeben.
Die Gewerkschaft hatte zuvor angekĂŒndigt, dass sich durch die Aktionen vielerorts planbare Operationen verschieben. FĂŒr dringliche Behandlungen existierten Notdienstvereinbarungen. «Zeitkritische Tumor-Operationen, Transplantationen, Operationen von Kindern, die Versorgung von Patientinnen und Patienten nach Schlaganfall, Herzinfarkt, anderen NotfĂ€llen sowie alle lebenserhaltenden MaĂnahmen werden wir selbstverstĂ€ndlich durchfĂŒhren», teilte etwa ein Sprecher der CharitĂ© vorab mit.
Dritte Verhandlungsrunde ab 14. MĂ€rz
Hintergrund des Warnstreiks ist der Tarifstreit im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen. Verdi fordert eine Tariferhöhung um acht Prozent, mindestens aber 350 Euro mehr monatlich sowie höhere ZuschlĂ€ge fĂŒr die Arbeit zu belastenden und ungĂŒnstigen Zeiten. Die AusbildungsvergĂŒtungen und Praktikantenentgelte sollen um 200 Euro monatlich angehoben werden. AuĂerdem fordert die Gewerkschaft mindestens drei zusĂ€tzliche freie Tage.
Kommunale Arbeitgeber kritisierten die AusstĂ€nde. «Warnstreiks, die die Kinderbetreuung, die Gesundheitsversorgung und den Nahverkehr einschrĂ€nken oder gar lahmlegen, schaden in erster Linie den BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern», sagte Niklas Benrath, HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer der Vereinigung der Kommunalen ArbeitgeberverbĂ€nde (VKA). Das sei mitten in den Verhandlungen nicht nachvollziehbar. Die dritte Verhandlungsrunde vom 14. bis zum 16. MĂ€rz soll nach dem Willen der Arbeitgeber eine «tragfĂ€hige Lösung» bringen.Â
Weitere Streiks
FĂŒr Freitag ist bereits der nĂ€chste Warnstreiktag angekĂŒndigt, unter anderem in Kitas. Vor dem internationalen Frauentag soll bundesweit auch in Einrichtungen fĂŒr soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege die Arbeit niedergelegt werden. Verdi ruft hierbei zu Warnstreiks bei Berufsgruppen auf, die besonders hĂ€ufig von Frauen ausgeĂŒbt werden.


