Tarif-Entscheidung öffentlicher Dienst erst in VerlÀngerung
14.02.2026 - 01:49:21VerlÀngerung im Tarifstreit um den öffentlichen Dienst: Die Verhandlungen werden nach Angaben beider Seiten heute fortgesetzt. Anders als zunÀchst erwartet, konnten sich die Gewerkschaften Verdi und Beamtenbund dbb auch am Freitag, dem dritten Tag ihrer Schlussrunde, noch nicht mit der Tarifgemeinschaft deutscher LÀnder (TdL) einigen.
Nach weiteren GesprĂ€chen in der Nacht kĂ€men die Verhandlungsgruppen ab 9.00 Uhr wieder zusammen, sagte ein Verdi-Sprecher. «Dann sehen wir weiter, ob wir im Laufe des Vormittags zur endgĂŒltigen Einigung kommen.»Â
Verhandelt wird ĂŒber höhere Entgelte fĂŒr die rund 900.000 TarifbeschĂ€ftigten der LĂ€nder. Wenn der Abschluss wie ĂŒblich auf die mehr als 1,3 Millionen Beamten und PensionĂ€re ĂŒbertragen wird, sind insgesamt 2,2 Millionen Menschen betroffen.Â
Umfangreiches Gesamtpaket angestrebt
Die Gewerkschaften fordern sieben Prozent mehr Einkommen, mindestens 300 Euro mehr im Monat. Ihr Forderungskatalog umfasst auch Verbesserungen fĂŒr SchichtbeschĂ€ftigte, fĂŒr Azubis, einen eigenen Tarifvertrag fĂŒr studentische BeschĂ€ftigte und Ost-West-Angleichungen - etwa bei den weiter ungleichen Arbeitszeiten in Uni-Kliniken.Â
Die LĂ€nder-Tarifgemeinschaft hat zu diesen sogenannten Strukturelementen Angebote vorgelegt. «Wir sind in intensiven und konstruktiven GesprĂ€chen und alles liegt auf dem Tisch», sagte Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) am Nachmittag. Er fĂŒhrt die Verhandlungen fĂŒr die LĂ€nder.Â
«Ăber fĂŒnf Prozent» nicht genug
Doch wurden nach ĂŒbereinstimmenden Angaben beider Seiten immer wieder einzelne Elemente einer möglichen Einigung geĂ€ndert. Alle strittigen Punkte auszurĂ€umen, gelang in der Nacht nicht mehr. Auch die angebotene lineare Einkommenserhöhung hatten die Gewerkschaften als zu niedrig kritisiert. Dressel sagte, die LĂ€nder hĂ€tten Â«ĂŒber fĂŒnf Prozent» mehr angeboten.
Nicht ausgeschlossen blieb damit aber auch ein Scheitern der Verhandlungen. Denn selbst wenn sich die Verhandlungsspitzen um Verdi-Chef Frank Werneke, dbb-Chef Volker Geyer und TdL-Chef Dressel einig sind, mĂŒssen fĂŒr einen Durchbruch die zahlreich angereisten Vertreterinnen und Vertreter ihrer Organisationen zustimmen.
Werneke beantwortet Fragen
Wie schwer es den Gewerkschaften fiel, die Angebote der TdL anzunehmen, zeigte sich in Potsdam in stundenlangen Beratungen hinter verschlossenen TĂŒren. Die Verdi-FĂŒhrung um Werneke erlĂ€uterte in den eigenen Reihen intensiv den Verhandlungsstand und beantwortete Fragen.
FĂŒr die Gewerkschaften galt ein schlechterer Abschluss als beim öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen als unannehmbar. Hier erzielten sie vergangenes Jahr zusammengerechnet 5,8 Prozent in zwei Stufen.
Vierte Verhandlungsrunde?
Um bei anhaltendem Dissens ein Scheitern abzuwenden, bliebe den Verhandlungspartnern eine weitere, vierte Verhandlungsrunde. Einem Scheitern hingegen wĂŒrden «natĂŒrlich Urabstimmung und Vollstreik» folgen, wie dbb-Chef Geyer bereits zu Beginn der GesprĂ€che gesagt hatte. Doch hĂ€lt man dies in Verhandlungskreisen fĂŒr wenig wahrscheinlich.Â
Betroffen sind von den Verhandlungen Angehörige etlicher Berufe: BeschĂ€ftigte in StraĂenmeistereien ebenso wie in UniversitĂ€tskliniken, GefĂ€ngnisbeschĂ€ftigte ebenso wie IT-FachkrĂ€fte, Tierpfleger genauso wie Erzieherinnen oder LehrkrĂ€fte. Die GesprĂ€che hatten Anfang Dezember begonnen.
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