Wahlsieger Tschentscher hat die Wahl
03.03.2025 - 04:30:36Nach der BĂŒrgerschaftswahl in Hamburg will der Erste BĂŒrgermeister Peter Tschentscher von der SPD zunĂ€chst auf die GrĂŒnen zugehen, um ĂŒber eine Neuauflage der Koalition zu sprechen. Tschentscher will danach aber auch mit der CDU reden. Das Wahlergebnis lĂ€sst der SPD beide Optionen offen. Tschentscher hat aber eine PrĂ€ferenz fĂŒr eine Fortsetzung des seit 2015 regierenden rot-grĂŒnen BĂŒndnisses erkennen lassen.Â
Aus der Wahl zur Hamburger BĂŒrgerschaft war die SPD als klarer Sieger hervorgegangen. Die CDU ĂŒberholte die GrĂŒnen und landete auf Platz zwei. Die Linke wurde erstmals zweistellig, die AfD konnte leicht zulegen. AfD und BSW verfehlten klar den Einzug ins Landesparlament.Â
FĂŒnf Parteien in der BĂŒrgerschaft - Weitere AuszĂ€hlungen am Montag
In der neuen BĂŒrgerschaft sind wie bisher fĂŒnf Parteien vertreten. Die SPD kam nach einer vom Landeswahlleiter ermittelten «vereinfachten AuszĂ€hlung zur Ermittlung der voraussichtlichen FraktionsstĂ€rke» auf 33,5 Prozent (2020: 39,2 Prozent). Die GrĂŒnen bĂŒĂten ebenfalls auf 18,5 Prozent ein nach ihrem Rekordergebnis von 2020 (24,2 Prozent).Â
Die CDU konnte sich aus ihrem historischen Tief (2020: 11,2 Prozent) befreien und ihren Stimmenanteil mit 19,8 Prozent deutlich ausbauen. Die Linke steigerte sich auf 11,2 Prozent (2020: 9,1 Prozent). Die AfD verbesserte sich auf 7,5 Prozent (2020: 5,3 Prozent).
Die FDP scheiterte mit 2,3 Prozent (2020: 4,97) wie 2020 klar an der FĂŒnf-Prozent-HĂŒrde. Das BSW verpasst den Einzug in ein erstes westdeutsches Landesparlament mit 1,8 Prozent deutlich. Die Europapartei Volt zog an beiden vorbei und kam auf 3,3 Prozent.Â
Etwas Spannung auch noch am Montag
Hamburgs Wahlrecht gilt als relativ komplex. Jede WĂ€hlerin und jeder WĂ€hler darf bis zu zehn Stimmen abgeben â je fĂŒnf auf dem Landeslisten-Wahlzettel und dem Wahlkreislisten-Wahlzettel. Dieses System macht auch die AuszĂ€hlung schwieriger.Â
Nach dem vorlĂ€ufigen Ergebnis vom Wahltag, das eine vereinfachte AuszĂ€hlung zur Grundlage hat, wird heute erneut gezĂ€hlt. Das ist besonders fĂŒr die angetretenen Politikerinnen und Politiker spannend, da sich auch stĂ€rker abzeichnen wird, wer einen Sitz in der BĂŒrgerschaft bekommt. Das vorlĂ€ufige Ergebnis will der Landeswahlleiter am Abend bekanntgeben. EndgĂŒltig soll das Wahlergebnis nach PrĂŒfung durch den Landeswahlausschuss am 19. MĂ€rz feststehen.Â
Zu Manöverkritik, Strategiebesprechungen und Pressekonferenzen reisen die Hamburger Spitzenkandidaten zunĂ€chst nach Berlin zu den Sitzungen der Gremien der Bundesparteien. Am Abend kommen nach Landtagswahlen dann meist Gremien der Landesparteien zu Beratungen zusammen.Â
Tschentscher hat zwei OptionenÂ
Jetzt hat Tschentscher die Wahl. Tschentscher sagte im ZDF, Rot-GrĂŒn habe erste PrioritĂ€t. Der 59-JĂ€hrige verwies auf hohe Zustimmungswerte fĂŒr das BĂŒndnis. Es sei aber auch «nicht so schlecht», eine zweite demokratische Option zu haben.Â
Die GrĂŒnen gehen von einer Fortsetzung ihres BĂŒndnisses mit der SPD aus. Fegebank (48) sagte in der ARD zu den von Tschentscher angekĂŒndigten GesprĂ€chen, sie nehme den BĂŒrgermeister beim Wort.Â
Auch die wieder erstarkte CDU macht sich Hoffnungen. CDU-Spitzenkandidat Thering (40) erklĂ€rte, seine Partei stehe fĂŒr eine stabile Regierung zur VerfĂŒgung. Er freue sich auf SondierungsgesprĂ€che mit der SPD. Es helfe Hamburg, wenn dort dieselben Partner wie im Bund regieren wĂŒrden.Â
Zwei Wahlen in Folge â trotzdem viel Interesse
Wie schon bei der Bundestagswahl vor einer Woche war das Interesse auch an der Hamburger Wahl groĂ: Auf 67,7 Prozent stieg die Wahlbeteiligung, 2020 lag sie bei 63,0 Prozent. Rund 1,3 Millionen Hamburgerinnen und Hamburger ab 16 Jahren waren wahlberechtigt.Â
Verhandeln im Bund ohne RĂŒcksichtnahme auf Wahltermine
In der Hauptstadt geht das Ausloten einer Koalition nach der Bundestagswahl weiter. CDU, CSU und SPD setzen ihre GesprĂ€che ĂŒber die Bildung einer neuen Bundesregierung nach dpa-Informationen fort. Am Vormittag tagen zunĂ€chst jeweils die Spitzengremien von CDU und SPD. Sollten Union und Sozialdemokraten eine Koalition bilden, brĂ€uchten sie ein Jahr lang keine RĂŒcksicht auf Wahltermine mehr nehmen. Die nĂ€chsten Landtagswahlen finden erst im FrĂŒhjahr 2026 statt.









