Asyl, MinisterprÀsidentenkonferenz

MinisterprĂ€sidentenkonferenz: BundeslĂ€nder uneins ĂŒber Asylpolitik

11.10.2023 - 15:55:01

Wegen Differenzen bei der Asylpolitik gibt es derzeit noch keine Einigung zwischen den 16 BundeslĂ€ndern auf eine gemeinsame Beschlussvorlage fĂŒr die MinisterprĂ€sidentenkonferenz am Donnerstag und Freitag in Frankfurt am Main.

Das berichtet der "Spiegel". Der Plan der MinisterprĂ€sidenten war, vor allem beim Thema FlĂŒchtlingspolitik eine gemeinsame Linie zu finden, um Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) unter Druck zu setzen.

Die LĂ€nder fordern schon seit LĂ€ngerem weitere Schritte zur Begrenzung der FlĂŒchtlingszahlen sowie mehr Geld fĂŒr die Unterbringung und Versorgung der nach Deutschland GeflĂŒchteten. Anstatt eines gemeinsamen Papiers gibt es aber bislang lediglich einen Beschlussvorschlag der SPD-regierten LĂ€nder, der sogenannten A-Seite, und eines der unionsregierten LĂ€nder (B-Seite). Bei dem Treffen in Frankfurt am Main soll es unter anderem auch um Energiepolitik und die Finanzierung des Deutschlandtickets gehen. Streit zwischen A- und B-LĂ€ndern gibt es aber dem Vernehmen nach vor allem beim FlĂŒchtlingsthema. Über die Forderungen der SPD-gefĂŒhrten LĂ€nder geht das Papier der unionsgefĂŒhrten LĂ€nder deutlich hinaus. Darin wird etwa verlangt, die Maghreb-Staaten Marokko, Tunesien und Algerien sowie Indien und Armenien als sogenannte "sichere Herkunftsstaaten" einzustufen. Zudem solle es ein deutlich klareres Bekenntnis zur Begrenzung des Zuzugs und eine Orientierung an den Möglichkeiten der Kommunen geben, außerdem ein deutliches Bekenntnis zum Schutz der EU-Außengrenzen und zu dafĂŒr nötigen BemĂŒhungen der Bundesregierung. Auch einen Gesetzentwurf zur EinfĂŒhrung einer "Bezahlkarte" fĂŒr GeflĂŒchtete, die Leistungen in Form von Bargeld ersetzen sollen, streben die unionsgefĂŒhrten LĂ€nder an. Ihre Forderung nach einem Gesetzgebungsverfahren zur Verbesserung der RĂŒckfĂŒhrungen dĂŒrfte dagegen hinfĂ€llig sein, nachdem das Bundesinnenministerium am Mittwoch einen entsprechenden Entwurf prĂ€sentierte. Auf diesen hatten sich zuvor die Fraktionen der Ampelparteien geeinigt.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

@ dts-nachrichtenagentur.de