FlugausfÀlle, Kleber-Attacke

140 FlugausfÀlle nach Kleber-Attacke am Flughafen Frankfurt

25.07.2024 - 10:03:31 | dpa.de

Wegen einer erneuten Störung von Klimademonstranten geht am Frankfurter Flughafen fĂŒr Stunden nichts mehr. FĂŒr die festgenommenen Protestierer könnte die Aktion noch teuer werden.

  • 140 FlĂŒge wurden wegen der Störaktion am Morgen annulliert - Foto: Helmut Fricke/dpa
    140 FlĂŒge wurden wegen der Störaktion am Morgen annulliert - Foto: Helmut Fricke/dpa
  • Wieder war es den Klimaaktivisten gelungen, auf das FlughafengelĂ€nde vorzudringen - Foto: Arne Dedert/dpa
    Wieder war es den Klimaaktivisten gelungen, auf das FlughafengelÀnde vorzudringen - Foto: Arne Dedert/dpa
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Mit einer Klebeaktion auf den Landebahnen haben Klima-Demonstranten den Betrieb am Frankfurter Flughafen fĂŒr Stunden lahmgelegt. Passagiere mussten Geduld aufbringen, denn in den Terminals bildeten sich lange Warteschlangen. Laut Flughafenbetreiber Fraport wurden rund 140 der 1400 fĂŒr Donnerstag geplanten FlĂŒge annulliert. 

Die insgesamt acht Aktivisten seien gegen 05.00 Uhr auf das eingezĂ€unte GelĂ€nde vorgedrungen, berichtet die Bundespolizei. WĂ€hrend ein Mensch am Zaun hĂ€ngengeblieben war, konnten sieben Personen am frĂŒhen Morgen in den Sicherheitsbereich vordringen und sich an den Köpfen der beiden zentralen Start- und Landebahnen festkleben.

Demonstranten festgesetzt

Dort wurden sie zunĂ€chst von Beamten festgesetzt und spĂ€ter an die hessische Landespolizei ĂŒbergeben, nachdem sie vom Boden abgelöst worden waren. Noch vor 08.00 Uhr waren alle vier Bahnen des grĂ¶ĂŸten deutschen Flughafens wieder im Betrieb.

Wie schon am Mittwoch nach Ă€hnlichen Aktionen in Köln/Bonn, London oder Oslo bekannte sich die Gruppe «Letzte Generation» zu der Attacke. «Die weitere Förderung und Verbrennung von Öl, Gas und Kohle ist eine Bedrohung unserer Existenz», hieß es in einem Post auf der Plattform X. «Wir haben uns international zusammengeschlossen: Raus aus den Fossilen bis 2030!» 

Letzte Generation bekennt sich 

Die «Letzte Generation» sprach von sechs Menschen, die mit kleinen Kneifzangen Öffnungen im Maschendrahtzaun geschnitten hĂ€tten und dann zu Fuß, mit FahrrĂ€dern und Skateboards an verschiedene Punkte um die Start- und Landebahnen gelangt seien. Sie zeigten demnach Plakate mit der Aufschrift «Öl tötet».

Auch nach der Wiederaufnahme des Flugbetriebs sei fĂŒr den weiteren Tagesverlauf mit Verzögerungen zu rechnen, berichtete der Betreiber Fraport. FluggĂ€ste wĂŒrden gebeten, vor Anreise an den Flughafen ihren Flugstatus auf den Internetseiten der Fluggesellschaften zu prĂŒfen. 

An den Schaltern der Lufthansa hat sich seit dem Morgen eine sehr lange Schlange gebildet. Der Flughafen bietet in der Haupthalle bei Terminal A auch kostenloses Wasser fĂŒr die Passagiere an.

Politiker verurteilen Aktion 

Hessens MinisterprĂ€sident Boris Rhein (CDU) kritisierte die Störaktion scharf: «Diesen unverantwortlichen und kriminellen Klima-Chaoten geht es einzig und allein darum, möglichst großen Schaden anzurichten», teilte der Regierungschef auf der Plattform X mit. «Und das auf dem RĂŒcken Tausender Urlauber, die sich auf ein paar Tage Ferien freuen. Wer derart die Sicherheit gefĂ€hrdet, muss hart bestraft werden.»

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) sagte der «Bild»: «Darauf muss der Gesetzgeber mit maximaler HĂ€rte reagieren. Wir haben die VerschĂ€rfung der Strafen fĂŒr solche kriminellen Machenschaften bereits auf den Weg gebracht.» Das Kabinett hatte in der vergangenen Woche StrafverschĂ€rfungen bei Eingriffen in den Luftverkehr beschlossen. DarĂŒber muss jedoch noch der Bundestag entscheiden. 

Ein Fraport-Sprecher verurteilte die Aktionen ebenfalls. Sie gefĂ€hrdeten den Flugbetrieb und damit letztendlich Menschenleben. «Den TĂ€tern drohen empfindliche Strafen und hohe zivilrechtliche Schadensersatzforderungen.» In Frankfurt gebe es ĂŒber 30 Kilometer Zaun, die technisch gesichert seien und mit Streifen kontrolliert wĂŒrden. Oberstes Ziel der Alarmketten sei es, dass niemand zu Schaden kommt und eventuell eingedrungene Personen schnell und sicher aufgegriffen werden können.

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